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«Der Mensch will Gott sein»

Hugo Stamm am Samstag den 26. September 2015
(Voltage Pictures)

Naturgesetze infrage gestellt? Jared Leto als Transvestit in «Dallas Buyers Club». (Voltage Pictures)

Bei der aktuellen Diskussion zur Gender-Frage steigt der Puls von konservativen Katholiken und Gläubigen von Freikirchen rasch. Sie sehen die Ordnung Gottes in Gefahr und befürchten, die Menschheit rutsche in eine Dekadenz ab, wenn jede Form der Geschlechtlichkeit als natürlich betrachtet werde. Was Katholiken und Freikirchler als bedrohlich einstufen, ist für viele Protestanten ein Akt der Gerechtigkeit. Positionen und Einschätzungen könnten kaum weiter auseinander liegen.

So haben bei der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Salzburg evangelische, orthodoxe und katholische Geistliche und Gläubige zum Widerstand gegen die Gender-Ideologie aufgerufen. In der «Salzburger-Erklärung» wehren sie sich dagegen, dass es neben Mann und Frau auch zahlreiche andere Formen geschlechtlicher Orientierung gebe. (www.ikbg.net)

Die religiöse Zeitschrift «Herder Korrespondenz» erklärt zum Genderismus, man rede «einer Vielfalt von Geschlechtern das Wort», in der es allein auf «persönliche sexuelle Orientierung» ankomme, die hetero-, homo-, bi-, trans- oder intersexuell sein könne. Damit stelle man Naturgesetze infrage, die seit Menschengedenken Gültigkeit hätten.

In der «Salzburger Erklärung» heisst es zudem, der Genderismus werte die göttliche Ordnung von Ehe und Familie massiv ab. Das Menschenbild in der Gender-Ideologie sei unvereinbar mit dem Menschenbild in der Bibel und den Ergebnissen unvoreingenommener Naturwissenschaft. Der Mensch sei als Ebenbild Gottes und als Mann und Frau erschaffen worden. Wörtlich: «Nicht nur Umwelt und Natur sind bedroht, sondern der Mensch selbst, wenn er entgegen den Schöpfungsordnungen Gottes lebt.» Wobei die «Salzburger Erklärung» neben dem Genderismus auch Abtreibung und Sterbehilfe erwähnt. Es vollziehe sich ein alarmierender Prozess der Abschaffung des Menschen. Dieser wolle wieder einmal sein wie Gott, heisst es in der Erklärung.

Die Mitglieder der Internationalen Konferenz protestieren energisch gegen den geradezu totalitären Versuch, «die Gender-Agenda durchzusetzen». Weiter verwahren sie sich gegen das von der Gender-Ideologie geplante Programm einer Umerziehung des Menschen.

Die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften ist nicht etwa ein Zusammenschluss kleiner Kirchen, sondern ein hochrangiges Gremium. So haben mehrere Bischöfe und hohe Würdenträger der orthodoxen Kirche am Kongress teilgenommen. Und der Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen, der Schweizer Kardinal Kurt Koch, verfasste ein Grusswort.

Dabei geniesst Koch den Segen seines Chefs Papst Franziskus. Dieser hat dem österreichischen Weihbischof und Moraltheologen Andreas Laun geantwortet: «Die Gender-Ideologie ist dämonisch!» So jedenfalls schrieb es Laun in einem Artikel.

Diese beinahe militante Haltung kontrastiert mit der christlichen Einstellung der reformierten Kirche, die die Nächstenliebe ins Zentrum stellt. So hat die Evangelische Kirche in Hannover ein Studienzentrum für Gender-Fragen in Kirche und Theologie errichtet. Es geht der Kirche um die Vision von einer kirchlichen Gemeinschaft aus Frauen und Männern, in der sich jede und jeder unabhängig vom Geschlecht gleichberechtigt einbringen und entfalten könne.

Die verschiedenen christlichen Gemeinschaften stützen sich auf die gleiche Quelle, die Bibel. Sie berufen sich auf den gleichen Stifter, Jesus Christus. Geistig trennen sie aber Welten. Da überrascht es nicht, dass es weltweit religiöse Konflikte gibt.​

 

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470 Kommentare zu “«Der Mensch will Gott sein»”

  1. Rodolfo sagt:

    @ Steinlaus
    Machen Sie sich doch nicht kleiner, als Sie sind!
    Weder sind Sie eine Laus, noch gehören Sie unter einen Stein!
    So wie ich Sie kennengelernt habe, sind Sie doch ein wunderbarer Mensch mit tollen Fähigkeiten und Talenten!
    Lassen Sie sich doch von einem einzelnen Grobian nicht dermassen beeindrucken und einschüchtern!
    Sie geniessen unsere volle Unterstützung!
    Mein Vorschlag: Sie geben sich einen neuen Namen und feiern mit uns zusammen ein comeback.
    Und Pizpot wird es sich auch nicht verkneifen können, wieder bei uns rein zu schauen.
    Wäre ja nicht der erste Wiedereinstieg unter neuem Namen…
    Da fällt mir gerade ein: Von unserem braven Schaffer und Kirchgänger Karl Martell Junior haben wir schon ewig lange nichts ewig gestriges mehr vernommen…

  2. Steinlaus sagt:

    @ Rodolfo
    cc Pizpot Gargravarr

    Ich danke Ihnen. Ich bin weder heilig, noch entrückt. Sondern nur Mensch unter Menschen. Ich hoffe, dass das immer mehr zum Vorschein kommen wird. Ich habe selber keine Ahnung, weshalb ich so auf andere wirke. Wo ich doch nur ich bin. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Zu Pizpot Gargravarr: Ich bin mir gewiss, dass er weiss und ich bin in Frieden damit. Sein Verhalten ist ganz bestimmt nicht feige – er hat seine Gründe, so zu handeln und ich vertraue darauf, dass es so, wie es ist, seine Richtigkeit hat. Ich trage das Geschenk, das er mir ist und das er mir gab, voller Dankbarkeit und in tiefer Verbundenheit in mir. Das ist mehr als genug!

  3. Rodolfo sagt:

    @ Steinlaus
    Ja gut. Wenn Ihnen das so genügt, dann ist das ja umso besser!
    Vielfrasse gibt es ja genug…

  4. andersen sagt:

    Liebe Steinlaus

    Der Schlegel hat eher vergessen der eigene Schutzengel und der heilige Joseph anzubeten und das er nicht mehr Katholisch sein will, hat sehr wohl etwas mit die Kirche und die Propaganda hier in diesem Blog zu tun.
    Somit wurde er ein Produkt des kollektiven Bewusstsein hier.
    Aber, dass er getauft wurde, dass bleibt ewig.

  5. olive sagt:

    @Liebe Steinlaus

    habs erst gesehen
    ( war mit Mohamed beschäftigt )

    Lass dich nicht vertreiben.
    Die gewohnten Blogger wissen, was sie davon zu halten haben.

  6. andersen sagt:

    Ich war mit Mohammed beschäftigt, sagt Olive.
    Nein, ich denke, die Olive war mit der Abschaffungspolitik beschäftigt.

  7. um musad sagt:

    Steinhaus

    Der Schlaumeier Schlegel hat wohl das Wochenende ausgenutzt, wo Hugo Stamm evtl. eher fern vom Blog ist. Sein rotzfreches Posting über dich gehört ohne wenn und aber gelöscht !!!
    Leider habe ich grad erst jetzt hier nochmals reingeschaut.

    Solange

    @Schlegel
    Schämen Sie sich! Sie haben nicht nur eine Abmachung gebrochen, sondern haben Steinlaus einmal mehr auf völlig fiese Art niedergemacht. Daneben haben Sie auch Um Musad in alt bekannter Weise angegriffen, kaum hat sie sich wieder mal in diesem Blog gemeldet. Kurz gesagt, trotz ihrer Bekehrung vom Katholizismus zum Atheismus sind Sie nach wie vor dasselbe Ekel.

    Kann mich deinen Worten betreffend Steinlaus anschließen. Was mich betrifft, war ich eigentlich gerade der Absicht Schlegels Antwort zu beantworten. Als mir aber dann vor Augen kam, was er sich mit Steinlaus ” geleistet ” hat, habe ich meine Absicht geändert. Schlegel verdient momentan keine Eingehen auf seine Postings.

    Liebe Steinlaus, ich war einmal der Ansicht, Online-Foren seien eine gute Sache ” quasi einen Segen” für das menschliche Zusammenleben. Dieser Ansicht bin ich je länger je weniger. Sind sie wohl eher das Gegenteil ?

  8. um musad sagt:

    Sorry : Frage zu beantworten ….sollte es heissen

  9. um musad sagt:

    Und nochmals sorry: Steinlaus …. und nicht Steinhaus

  10. Steinlaus sagt:

    @ olive

    Ich lasse mich nicht einfach so vertreiben und bin stark genug, mir meinen Platz zu verteidigen. Was da aber seit Jahren abgeht und toleriert wird, geht zu weit und davon distanziere ich mich in aller Form. Nur über Gott und die Welt reden, den Humanismus hochhalten und dann solches tolerieren? Feine Toleranz… Geht es hier nur ums Diskutieren von schönen Theorien oder auch um die gelebte Praxis? Toleranz, wie sie hier gewährt wird, kann schlimme Auswüchse zeigen. Das sollte uns eigentlich bekannt sein.

    @ Um Musad

    Ich danke dir und wünsche dir einen schönen Sonntag!

  11. um musad sagt:

    @ Andersen

    Danke für Ihre Worte!
    Besonders in diesen :

    Ich habe gelernt, einen Menschen nie nach seiner Religion oder Kultur zu beurteilen.
    Keine Kultur-weder die christliche noch die muslimische -hat nur positive oder nur negative Seiten.
    Ich hoffen, dass immer mehr Menschen zu dieser Einsicht gelangen, denn auf ihr gründet der Frieden.

    … steckt viel Weisheit !

    @ Steinlaus 4. Oktober 2015 um 12:04

    Ich lasse mich nicht einfach so vertreiben und bin stark genug, mir meinen Platz zu verteidigen. Was da aber seit Jahren abgeht und toleriert wird, geht zu weit und davon distanziere ich mich in aller Form. Nur über Gott und die Welt reden, den Humanismus hochhalten und dann solches tolerieren? Feine Toleranz… Geht es hier nur ums Diskutieren von schönen Theorien oder auch um die gelebte Praxis? Toleranz, wie sie hier gewährt wird, kann schlimme Auswüchse zeigen. Das sollte uns eigentlich bekannt sein.

    Deine Worte machen mich auch fest nachdenklich. Ich habe ja auch schon meinen Zweifel am ” Segen ” der Online – Foren angetönt. Oft denke ich, sie tragen fest dazu bei Herzen zuzubetonieren. Darum entscheide ich mich immer öfters, auch diesem Blog eher fern zu bleiben.

  12. olive sagt:

    @Solange

    hab hier was gefunden zur Stellung der Frau vor Mohamed.
    http://www.doriswolf.com/wp/?page_id=2263

    Ob dies glaubwürdig ist, werde demnachgehen.

    Einen Konsens gibt es offenbar über Khadidscha.

    Sie war Ehrwürdig und hatte eine hohe Stellung und ein hoher Rang. Wenn es um die soziale Stellung ging, war sie eine der nobelsten, ehrwürdigsten und bekanntesten Frauen in Mekka. Gott hat ihr Weisheit und Klugheit gegeben, und darüber hinaus auch eine sehr reine Natur. Sie verfügte über eine einzigartige Mischung: Weisheit, Klugheit, eine besondere Zärtlichkeit und auch eine Religiosität, die man selten finden konnte.

    Sie erbte sehr viel Geld von ‘Atiq. Wegen ihrer Klugheit und Weisheit konnte sie ihre Handelsgeschäfte so erfolgreich führen, dass ihr Vermögen mehrmals verdoppelt wurde. Als ihr zweiter Mann starb, war sie 37 Jahre alt. In dieser Zeit wurde sie von vielen edlen Anhängern des Stammes Quraisch umworben. Sie hatte aber immer abgelehnt. Drei von ihren Kindern heirateten, und nur der jüngste blieb bei ihr, bis sie den Propheten (ALLAHS Segen und Frieden seien über ihm) heiratete. Der Prophet (ALLAHS Segen und Frieden seien über ihm) war 25 Jahre alt, und sie war 40.

    aus Islampedia.de

    Dies Frau hat sich um Mohamed gekümmert und ihn unterstützt.
    Also gibt es zumindest diese Frau, der es vor Mohamed gut ging.

  13. Hypatia sagt:

    Steinlaus

    4. Oktober 2015 um 02:29

    Du hast völlig recht. Ich habe gestern abend noch kurz reingeschaut und da vielen mir diese Zeilen von Schlegel auf. Ich hätte natürlich sofort darauf reagieren sollen – und hab’s dann doch gelassen, weil diesen Idioten doch keiner Ernst nehmen kann und jede Reaktion auf Mist nur noch mehr Mist produziert – und Stamm dafür sorgen wird, dass dieser Dreck gelöscht wird.

    Offenbar erfüllt hier niemand die Sorgfaltspflicht hinter den Kulissen, sodass jeder seinen Müll plazieren kann und dieser Müll auch noch Tage dort stehen bleibt!

  14. Hypatia sagt:

    um musad am 4. Oktober 2015 um 13:35

    Auch die menschlichen Abgründe gehören zu unserer Realität, so erschreckend sie auch sind. Den einzigen Rat, den ich geben kann, ist der, dass man ihnen nicht zu nahe kommen darf, sonst fällt man in sie hinein und lässt sich von ihnen terrorisieren.

    Solche Menschen kann man nicht ändern. Sicher nicht hier. Das einzige, was bleibt, ist, sie zu ignorieren oder mit einer innerlich gefestigten Haltung zu lesen. Dazu braucht es manchmal auch eine Zeit, erst mal Abstand zu nehmen und den Gesprächen, wie sie hier stattfinden, für eine Weile fernzubleiben.

  15. Hypatia sagt:

    Solange

    Da haben Sie recht, das kam aus dem “hohlen Bauch” heraus. Ein Gefühl, nichts weiter. Ein Gefühl dafür, dass hier einer die Grenze überschritten hat und zum Angriff übergeht.

  16. olive sagt:

    Für Hypatia

    der so glücklich war, eine negative Kritik über Hamed abdel Samad gefunden zu haben
    die Zusammenstellung von Hermanns Zustimmungen zum Buch.

    Das Fazit, dass Hamed den Islam wohl nicht erneuern werde, nun, das ist auch nicht seine Aufgabe .

    ” In einigem hat Abdel-Samad ja RECHT. Etwa wenn er kritisiert, dass viele Muslime die Zeit des frühen Islams als „Blaupause für ein ideales, Allah-gefälliges Leben“ verstünden, dass einige dem Vorbild ihres Propheten blind nacheiferten und versuchten, die Urgemeinde von Medina so weit wie möglich wiederherzustellen, dabei aber den Koran und Muhammads Leben nicht aus dem historischen Kontext heraus interpretierten, sondern das im 7. Jahrhundert Geschehene vielmehr zur „Richtlinie und Handlungsaufforderung für alle Zeiten“ erhöben.

    PLAUSIBEL ist auch, wenn Abdel-Samad nachzeichnet, welche jüdischen und christlichen Traditionen in den Islam eingeflossen sind. NACHVOLLZIEHBAR sind zudem die Passagen über den Koran als „ein widersprüchliches Buch“, das in den frühen Suren aus Mekka Frieden predigt, dann in den späteren Suren aus Medina Gewalt rechtfertigt. Islamische Theologen verweisen zwar darauf, dass der Islam in Etappen entstanden sei und der Kontext Widersprüche aufhebe.

    Dieser ist der heftigste:

    NACHVOLLZIEHBAR bleibt dennoch Abdel-Samads Schlussfolgerung, dass dies den Koran als moralische Orientierungshilfe für das 21. Jahrhundert disqualifiziere.

    RECHT hat Abdel-Samad auch mit seiner Beobachtung, dass viele Muslime, die sich am Vorbild ihres Propheten orientieren, meinten, der Glaube erfülle sich allein in der Nachahmung des Propheten auf Schritt und Tritt und im Befolgen von Regelungen über „die banalsten Sachen des Alltags“.

    Am wenigstens als Vorbild taugt zudem Muhammads Umgang mit den Frauen, auch das arbeitet Abdel-Samad ordentlich heraus. Zwar hätte Muhammad kaum so schnell so viele Anhänger gefunden, wenn er Dinge getan hätte, die im Kontrast zu seiner Zeit gestanden hätten. Doch wer jedem seiner Anhänger vier Frauen zugestand, selbst aber dreizehn Frauen ehelichte und dabei mit neun Frauen gleichzeitig verheiratet war – darunter mit der sechsjährigen Aischa, die beim Vollzug der Ehe neun Jahre alt war -, konnte auch damals nicht Vorbild gewesen sein.

    bei denen Abdel-Samad zu RECHT an Wunden rührt. So war Muhammad eine ambivalente Persönlichkeit. Er vertrug keine Kritik, war jähzornig und ließ oft Empathie vermissen. Dennoch ist für die meisten Muslime Kritik an ihm tabu; für sie ist er der Empfänger der göttlichen Offenbarung.
    EINEN PUNKT MACHT Abdel-Samad immerhin mit dem Hinweis darauf, dass sich der „Islamische Staat“ auf das Tun Muhammads bezieht – wie es übrigens auch viele mystische Sufis tun. “

  17. um musad sagt:

    Hypatia

    Danke für Ihre gut gemeinten Ratschläge. Das man hier mit einer inneren gefestigten Haltung lesen muss ist mir auch klar. Wofür ich meine Zeit aufwende, ist mir aber nicht so egal.

  18. Pasionaria sagt:

    um musad
    Du weisst, ich schaetze Dich ganz besonders, als …… wohlklingende Stimme aus der Wueste. Meist ausgewogen und offen.
    Leider merkt man, dass Du keine regelmaessige Leserin mehr hier bist. Wie koenntest Du @ andersen folgendes schreiben:
    “Danke für Ihre Worte!” oder “……steckt viel Weisheit !”
    Sind Dir deren (ich muss es sagen….) stumpfsinnigen Aussagen wirklich entgagen, wie z.B. nur schon die letzten – es gibt deren noch Dutzende mehr, die ich zum Glueck sofort wieder vergesse:
    “Die Freidenkerbewegung ist ein politische Bewegung…… ”
    “Somit wurde er ein Produkt des kollektiven Bewusstsein hier….”
    “Nein, ich denke, die Olive war mit der Abschaffungspolitik beschäftigt”
    und viele, unzaehlig viele mehr.
    Auch hier gilt: trau, lies wem.

    Zudem wuerde mich schon noch aus erster oder zweiter (?) Hand interessieren, wie reagiert die Bevoelkerung in SA zu den total menschenunwuerdigen, irren Bestrafungsabsichten des in Raten zum grausamen Tode verurteilten 21-Jaehrigen und des vom ‘Islam abtruennigen’ Bloggers?
    Ich bin mir fast sicher, dass das hehre Volk dies alles andere als goutiert. Deine Antwort wuerde mich interessieren.

    .
    Steinlaus
    Ich bin froh, dass Du soviele berechtigte, positive Stimmen zu Deinem derart unnoetigen und unverdienten Blog-Problem bekommen hast.
    Fazit: verdauen und Dich fuer den leider immer wieder unberechenbaren Blog neu motivieren.
    Mach’s gut, liebe Steinlaus – gesundheitlich, auf gutem Wege?

  19. Hypatia sagt:

    olive am 4. Oktober 2015 um 18:44@Hypatia

    “der so glücklich war, eine negative Kritik über Hamed abdel Samad gefunden zu haben
    die Zusammenstellung von Hermanns Zustimmungen zum Buch.”

    Das war als Hinweis gedacht, mehr nicht, da muss ich Sie enttäuschen.

  20. Pasionaria sagt:

    Ach Bernhard Schlegel
    Bitte lassen Sie einfach Ronnie ein fuer allemal hinter sich…..danke.

    Es ist leider traurig, dass die Reue meist dann erst anfaengt, wenn man(n), ich befuerchte im Falle Steinlaus, wohl nichts wieder gut machen kann. Zu viel, zu oft – zu ungebuehrlich.

    Fazit 1.: gib jedem Blogposting die Chance, das respektvollste zu sein. Sie haetten naemlich einiges drauf.
    Fazit 2. : ab 0,7 o/oo NICHT mehr im Blog schreiben. Ihre Familie und wir bedanken sich dafuer

  21. Pasionaria sagt:

    Alienus
    Oktober 2015 um 11:53
    Erneut aeusserst aufschlussreich und fast Wiki verdaechtig! Danke.
    Weisst Du, was mir dabei auch durch den Kopf gegangen ist, ein Weihelied frei nach Theodor Storm:

    Vom Himmel in die tiefsten Kluefte
    ein weisses Kreuz auf rot hernieder lacht;
    es brennt das Herz, ein suess’ Geduefte
    durchdringet traeumerisch die schweizer Luefte,
    sei’s am hellen Tag, sei’s in der dunkeln Nacht

    Mir ist das Herz so froh erschrocken,
    das ist die hehre Heimatzeit!
    Ich hoere fernher Kuh- und Kirchenglocken
    mich lieblich heimatlich verlocken
    in maerchenstille Herrlichkeit.

    Ein frommer Zauber haelt mich wieder,
    anbetend, staunend muss ich stehn;
    es sinkt auf meine Augenlider
    ein tiefer Patriotismus nieder,
    ich fuehl’s, ein Wunder ist geschehn.

    Endlich verstehe ich……. Du bestimmt auch!

    “Stürze mich für kurze Zeit in den Tag der deutschen Zwietracht.”
    Und darf man fragen, wie solch ein ‘Sturz’ aussieht, und wo er hinfuehrt?

    Trotzdem diese sog. Einheit verbunden mit Gedankenfreiheit ist durchaus loeblich, nur fragt man sich, wo sind sie geblieben – die Ergebnisse?

  22. Steinlaus sagt:

    @ Hypatia

    Danke vielmals, das hat mir sehr gut getan.

    @ Pasionaria

    Auch dir: Dankeschön!

    gesundheitlich, auf gutem Wege?

    Schmerzen en masse, seit bald einem Jahr, zum Teil unerträglich. Eine Operation hinter mir, ein zweiter Eingriff letzten Montag notfallmässig, eine weitere Operation vor mir. Prognosen sehr gut – es wird schon, aber der Weg ist hart und braucht alle Kraft der Welt. Ich habe sie, diese Kraft und das Leben ist mir Geschenk.

  23. Steinlaus sagt:

    @ Pizpot Gargravarr

    Lass uns durchatmen und weiterziehen. Ich danke dir.

  24. Steinlaus sagt:

    @ Pizpot Garbgravarr

    Antwort s. im neuen Blog. Hier wurde ich gelöscht…

  25. um musad sagt:

    Passionaria

    Betreffend meinen Reaktionen gestern, die dir etwas unverständlich sind, wie z.B. meine Antwort auf @ Andersens Posting an mich gerichtet, oder was ich schrieb betreffend Steinlaus und B. Schlegel.
    Mir ist gestern bewusst geworden, dass man in diesem Blog heute nur noch BloggerInnen mithalten können mit Schlagfertigkeit. Muss das so sein. Ja vielleicht. Es war aber nicht immer so in diesem Blog. Es fällt mir auch auf, wenn ich meine Jugend mit der Jugend meiner “Kinder” vergleiche. Es wird heute sehr viel Schlagfertigkeit verlangt von einem jungen Menschen wie auch Menschen mittleren Alters. Das hat wohl sehr viel mit der Digitalen Welt in der wir heute leben zu tun.

    Warum soll ich mich nur auf der schlagfertigen Linie halten? Warum soll ich mich nicht für ein Posting von Andersen bedanken, wenn es nicht wie ” Chrut und Ruebli” und ein sonstiger Salat daher kommt und sogar grammatikalisch tadellos formuliert ist ?Warum mich nicht auf den geschrieben Text konzentrieren, anstatt auf die Person ?

    Zu den zum Tode Verurteilten. Es gibt hier Leute unter der Bevölkerung die so denken wie Ahmed Al Shugairi.
    Er hat ein Gefängnis in ich bin mir nicht mehr ganz sicher Schweden oder Norwegen besucht und dies ( auf Video zu sehen )seine Reaktion darauf :

    h ttp://youtu.be/eabRDsAhdIU

    Dann gibt es aber auch einen grossen Teil der Bevölkerung die Todesstrafe vollkommen in Ordnung finden ( aber natürlich nicht für ein erpresstes Geständnis ).
    Allgemein für Regime Kritiker hat man im Moment wenig Verständnis, vorallem wenn sie Terroristischen Organisation anhängen oder darin verwickelt sind.

    Meine Meinung dazu ;Kritik auf Menschenunwürdigkeiten in Saudi Arabien ist wichtig und hat seine vollkommene Berechtigung. Und diese sollte natürlich auf der ganzen Welt betrieben werden. Regime-Kritiker in großem Mass zu unterstützen und zu motivieren dazu, von dem würde ich besser abraten im Moment, ausser man wünscht sich noch mehr Flüchtlinge.

    Zu bemerken zu diesem Thema ist noch, dass es auch viele Regime-Kritiker gibt die heute im Gefängnis sitzen, aber die sobald sie ein Geständnis ablegen würden, sich in Zukunft nicht terroristischen Organisationen anzuschliessen, wieder auf freiem Fuss stehen würden. Es ist also nicht so, wie man es von aussen gerne darstellt ; quasi jeder der Pips sagt gegen das Regime gleich zur Todesstrafe verurteilt wird.

  26. Pasionaria sagt:

    um musad

    gerade hat mich eine ‘weise’ Freundin darauf aufmerksam gemacht, dass ev. der Blutmond noch seine Nachwirkungen zeigt….., hm, scheint wirklich so zu sein.

    Du brauchst Dich doch fuer Deine Reaktionen @ welche/n BloggerIn auch immer nicht zu rechtfertigen, das waere ja noch schoener. Mein Erstaunen galt nur Deinem Dank fuer ‘Worte’ wie:
    “Die Freidenkerbewegung ist ein politische Bewegung…… ”
    “Somit wurde er ein Produkt des kollektiven Bewusstsein hier….”
    “Nein, ich denke, die Olive war mit der Abschaffungspolitik beschäftigt”
    Wieie bitte??? Kann man da nur eine intelligente um musad fragen. Sind diese Worte echt verdankenswuerdig?
    Ob jemand grammatikalisch, stilistisch etc. falsch schreibt, spielt doch in diesem Blog ueberhaupt keine Rolle. Wenn Du das noch nicht bemerkt hast?!?! Aber wenn jemand ueber Monate/Jahre hinweg nicht nur sprachlich, grammatikalisch (das waer ja eben egal…), nein vorallem inhaltlich stets nur Stuss schreibt, wird dies natuerlich langsam oberlaestig. Kommt einmal ein vernuenftiger Satz, handelt es sich jeweils um ein Plagiat!

    Deine Aeusserungen “Online – Foren…… Oft denke ich, sie tragen fest dazu bei Herzen zuzubetonieren.” (Deshalb hast Du bereits ‘freud’schmaessig Steinlaus als Steinhaus angeschrieben, hm!!) oder “…. dass man in diesem Blog heute nur noch BloggerInnen mithalten können mit Schlagfertigkeit*.”
    Darin irrst Du meines Erachtens voellig, aber es waere viel zu ausufernd und zu psychologisch, Dir das Gegenteil aufzuzeigen. Findest Du nicht auch, etwas sehr uebertrieben zu haben? Ich frage Dich nun auch nicht nach Beispielen, waere auch zu aufwaendig und fast gar nicht moeglich!
    Mensch: ‘das Herz zu betonieren….’, aber au, tut fast schon weh! Von Herzen hoffe ich nicht, dass jemand sein Herz dazu im Blog zur Verfuegung stellt!

    Deine Stellungnahme zur Wahrnehmung von verurteilten Regime- und andern Kritikern ist, was soll ich nun sagen, selbstredend…… Ich moechte Dich auch keinesfalls provozieren, wer weiss ob big Syno > أخ, شقي
    hinter dem Modem lauert!! Befuerchtest Du dies nicht?

    P.S.* Bitte verwechsle Schlagfertigkeit nicht mit Schlagfertigkeit.

    Hab einen schoenen Abend und wenig bis nichts fuer ungut!

  27. Pasionaria sagt:

    um musad
    entschuldige, wollte natuerlich schreiben: Bitte verwechsle Schlagfertigkeit nicht mit Beredsamkeit!

  28. Pasionaria sagt:

    um musad
    sorry, noch etwas, gibt es das von Dir vorgeschlagene youTube auch in Englisch?

  29. um musad sagt:

    Pasionaria
    Da hast du etwas falsch verstanden. Das Lob gilt nur für die Worte des Postings an mich gerichtet.
    Das ganze Video gibt es leider nicht auf englisch. Aber welches ich hereingestellt habe ist ein sehr kurzes und am Ende wird englisch gesprochen. ( ab 1:16 englisch ).

    h ttp://youtu.be/eabRDsAhdIU

  30. Pasionaria sagt:

    Solochrist
    In dem momentanen Wirrwarr um lausige ‘Schlegeleien’ weiss ich selbst nicht mehr, ob ich folgenden Text abgesandt habe, oder ob er auch nicht ankam?
    Dann nochmals:

    solochrist
    “Herzlichen Dank für Dein ‘herzlich willkommen’!” – aber, Solo, damit hast Du mir die Frage nicht beantwortet ” Bist Du unterdessen mehr Solo…… oder weniger Christ? Oder alles (langweilig…) beim alten?’”

    Ob Deiner Reaktion nehme ich jedoch an, Du bist noch der ‘Alte’, den wir in ganz guter Erinnerung haben.

    Das baraza.ch – Projekt scheint mir in der Tat ein sinnvolles zu sein, schoen. Wenn Du mir erklaeren kannst, wie sich die Spenden ungefaehr in den Kosten aufteilen, d.h. wieviel, nur grob, fuer > Administration > Bibelobolus > tatsaechliche Verwendung fuer die Strassenkinder, waere ich gerne bereit, dort etwas einzuwerfen.
    Noch eine Frage, werden die Kínder zwangschristianisiert? D.h. ist es nicht Bedingung, getauft zu werden plus den ganzen Rattenschwanz mitzumachen?
    Fuer Deine ehrliche Antwort danke ich Dir – diese ist Ehrensache, oder?

    Sind Deine Soehne auch noch auf dem elterlich vorgegebenen christlichen Trip (oder aufgeklaerter……)?

  31. Alienus sagt:

    @Pasionaria
    @Solange

    Dank an @Pasionaria wegen der Frage, warum beim Absingen des Schweizerpsalms öfters die Augen geschlossen werden.

    Erst durch diese Frage hat sich für mich der die 4. Strophe so richtig voll erschlossen. In dieser wird dem aufziehenden Sturm, der Gewitternacht, einfach dem gesamten Grauen, die Heilsbotschaft entgegengehalten: „Last uns dem allmächtigen Waltenden, Rettendem kindlich vertrauen“.

    Hierbei wird voll und fundamentalistisch ein „blindes“ Vertrauen „Ihm“ entgegengebracht. Es erfolgt die Aufforderung, sich „Ihm“ kindlich zu vertrauen. Nun, das Ergebnis ist jetzt schon klar. Nicht der Mensch, der mündige Bürger übersteht das Gewitter, das Grauen, sondern all diese Überwindungen und daraus resultierenden Ergebnisse sind „Ihm“ zu verdanken. Abhängigkeit pur. Gott bringt es und Gott nimmt es.

    So wird ein Gottesgnadentum implantiert, weiter bewahrt und sogar in die Zukunft hinübergerettet, der einen sehr fundamentalen religiösen Bezug hat und zugleich ein „bestechender Beweis“ der scheinbar erfolgreichen Gottgefälligkeit ist. Und alles bleibt wie es immer war.

    Seziert man solch einen Text, der offensichtlich für die Zukunft weiter gilt, so können sich die Traditionalisten über solch eine Beständigkeit freuen. Ob das einem modernen und sozialen Staat gerecht werden kann, muss bezweifelt werden. Das ist pure Abhängigkeit am Gewandzipfel Gottes, denn man gibt sein eigenes Handeln (und auch die eigene Verantwortung) in Gottes Hand. Aber man scheint für alle Handlungen exkulpiert, scheinbar!

    Fazit: Oft ist die richtige Frage wichtiger als die richtige Antwort.

  32. andersen sagt:

    Nun, Alienus

    Wie gesagt, der Schweizer Psalm wurde umgeschrieben.
    Und viele Schweizer wurde somit zum Pragmatiker.

    Selbst nach der Abstimmung von 9.Februar 2014 glauben die meisten Schweizer, sie können die Verträge mit der EU behalten.
    Sie haben sich aber geirrt, nur die Akte wird in Brüssel im Betracht gezogen.

  33. Pasionaria sagt:

    Alienus sagt:
    6. Oktober 2015 um 09:02

    Wiederum schoepferisch auf den Punkt gebracht, vielen Dank. Schade hat die CH-Hymne nicht noch ein paar mehr Strophen. Es waere mit Deiner Uebersetzung eine Freude.

    “Fazit: Oft ist die richtige Frage wichtiger als die richtige Antwort.”
    Welche Bescheidenheit – das waere doch zu einfach. Ich meinte die Problematik zu erkennen ist sicher wichtig, aber die Aufloesung in Worte zu fassen, gezielt und bildlich darzustellen, ist ein Kunststueck. Es ist Dir gelungen.

    Und wie gefaellt Dir das neue storm’passionierte helvetische Weihelied? Waere doch ein Vorschlag fuer die neue Hymne, die zur Frage steht, oder? Haben wir eine Chance damit?

    Was meint wohl Martell der Juenger dazu?

    Und koenntes Du bitte umgehend @ andersen antworten, ihre Frage ist zwar nicht definierbar….. aber Du bist ja auch sozial eingestellt.

  34. Rodolfo sagt:

    @ Alienus
    Da musste ja mal ein Deutscher kommen, um uns die Schweizer Nationalhymne zu erklären…
    Ja bei dieser 4.Strophe läuft es einem wirklich kalt den Rücken runter!
    Jetzt weiss ich auch, warum mich diese Nationalhymne nie interessiert hat und ich -anstatt mit gereckter Brust stramm zu stehen- das “Kompaniekalb” mache.
    Danke für die Aufklärung!

  35. Alienus sagt:

    @Rodolfo

    Mit fremden Augen sieht man manchmal besser.

  36. hm sagt:

    Ja, Helvetia, hast du der Söhne noch, die der Aufklärung bedürfen?
    @Alienus
    Wenn Sie das Thema schweizer Nationalhymnen interessiert, hier mehr davon:
    http://www.de.wikipedia.org/wiki/Rufst_du,_mein_Vaterland

  37. hm sagt:

    uuups, Sie müssten wenn schon über den Tagi-Server gehen, lieber Alienus, wenn Sie meinen Link anklicken, landen Sie effektiv im Nirwana.
    Aber die noch ältere schweizer Nationalhymne als der Schweizerpsalm finden Sie auch so, wenn es Sie interessiert.

    Das Interview von Menasse ist interessant. Etwas irritiert seine Bezugnahme auf eine “anarchistische Tradition” in der Schweiz. Der Anarchismus war im Inland nie eine Massenbewegung und v.a. auf den Jura beschränkt. Wahrscheinlich meint Menasse chaotisch oder irrational, wenn er von den Reaktionen der Schweizer (gemeint auf Flüchtlingswellen) spricht, die sich immer “in Verbindung mit extremem Biedersinn” finden würden. Irritierend deshalb auch, weil ein kurzer Klick auf wiki genug erhellt, dass gerade im Bezug auf den Anarchismus im Jura der 70er Jahre des 19. Jh’s diese Jahre sehr fruchtbar waren und dies gerade auch in einer Zeit, in welcher die Internierung ausländischer Truppen (ich spreche von der Bourbaki-Armee) ziemlich mühelos von statten ging. Also: Wir schafftens auch. Zudem war Ursache dieser Bescherung der nächste Nachbar, mit dem wir es uns ja ebenfalls nicht verübeln durften.
    Gut, dann kamen dann die nächsten Wellen … insbesondere die ab 1933 – und da schauts effektiv traurig und düster aus im hehren Vaterland. Angst macht dumm, sehr dumm effektiv, aber offenbar hatte man damals allen Grund zur Angst.
    Das scheint heute ähnlich zu sein.

  38. hm sagt:

    Sicher lässt sich die Verschiebung der Reportage auf einen Zeitpunkt nach den Wahlen auf Angst zurück führen, z.B: auf die Angst vor Klagen wegen Nicht-Objektivität des Beitrags.
    Abgesehen davon, dass es dafür eine Ombudsstelle gibt, frage ich mich schon, inwiefern sich das Austrahlen von Interviews, z.B. eines mit Jean Ziegler, oder auch eines mit Marine Le Pen, vor den Wahlen verbieten lässt oder doch zumindest der Selbstzensur zum Opfer fällt. Dasselbe gilt ja auch für die Veröffentlichung von Wahlprognosen. Hier im Inland empfiehlt der VSMS oder der VSP seinen Mitgliedern, in den letzten zehn Tagen vor der Wahl keine neuen Umfragen zu publizieren.

    @Pizpot Gargravarr
    Die entsprechenden Infos fand ich übrigens ausgehend von wiki: “selbsterfüllende Prophezeiung” (hat sie ja kürzlich interessiert)

  39. Alienus sagt:

    @hm

    Da ich Sie zu den aufgeklärten Söhnen Helvetias zähle, wird sich doch sicherlich / hoffentlich eine Ausdeutung „Rufst Du mein Vaterland“ erübrigen.

    Aber: ………… Freudvoll zum Streit ………… Schmerz uns ein Spott ……… Wall dir von Gott ………Tagwerk der Lust …………. Wut wider Wut ………. Wenn der Zerstörer naht …………… Mit uns der Gott ……………. usw. und so fort.

    Wenn das kein herrliches Psychogramm Helvetias Söhne abgeben täte!

    Fazit: Da kann man nur hoffen, dass sich nicht die IS-Kämpfer hier ein Beispiel für ihre Hymne „Rufts Du mein Mohammed“ holen. 😉

  40. hm sagt:

    @Alienus
    Effektiv, je älter desto schlimmer … der Text dieser Hymne stammt übrigens von 1811, also ein Jahr vor der Schlacht von Beresina (die war 1812).
    Also, um den helvetischen Militarismus ein wenig zu relativeren, das Beresinalied:

    Unser Leben gleicht der Reise
    Eines Wandrers in der Nacht;
    Jeder hat in seinem Gleise
    Etwas, das ihm Kummer macht.

    Aber unerwartet schwindet
    Vor uns Nacht und Dunkelheit,
    Und der Schwergedrückte findet
    Linderung in seinem Leid.

    Mutig, mutig, liebe Brüder,
    Gebt das bange Sorgen auf;
    Morgen steigt die Sonne wieder
    Freundlich an dem Himmel auf.

    Darum laßt uns weitergehen;
    Weichet nicht verzagt zurück!
    Hinter jenen fernen Höhen
    Wartet unser noch ein Glück.

    Wird bzw. wurde in patriotischen Kreisen auch immer wieder angestimmt. Würd’ ich als Zensor auch durchgehen lassen (das einzig das stört, ist eigentlich nur noch der Titel und die entsprechende – für den Patrioten selbstverständliche – Reminiszenz).

  41. hm sagt:

    Alles wirklich ältester Kram aus der Mottenkiste des 19. Jh.s und eigentlich nur aus dem Zeitgeist heraus etwas verständlich, Zeitgeist, der da geprägt ist durch den (romantischen) Nationalismus mit all seinem (angeblich) epischen Pathos – also ich reiss mir gleich die Fetzen vom Leib und stürz mich in den Speer- und Lanzenwald wie weiland Winkelried …
    In der Stil- bzw. Architekturgeschichte finden Sie das ähnliche Pendant des Historismus, also auch so ein verklärtes sich Rückbesinnenwollen auf echtes, ursprüngliches, wahres etc. pp. – dermassen schrecklich gefühlsduselig, dass man sich fragen sollte, wieso das die Menchen damals (die Aufklärung ist übrigens seit knapp zwei Jahrhunderten schon in vollem Gang …) so ansprach.

  42. hm sagt:

    “Menchen” ist ungewollt 😉

  43. Alienus sagt:

    @hm

    Nun ja, das Beresinalied sei halt wohl den Schweizerregimentern der großen napoleonischen Armee im Jahr 1812 gezollt.

    Das letzte große außerschweizerische Kriegsabenteuer. Ob da noch unterschwellig-feuchte Träume bei gwissen patriotischen Oberpatrioten wabbern?

  44. Alienus sagt:

    @hm

    Nun, die manch eine Bivalenz des Menschen.

  45. hm sagt:

    @Alienus
    Höchstens in der Offiziersgesellschaft, aber die Herrschaften sind effektiv vom Aussterben bedroht (“glücklicherweise” darf man natürlich nicht sagen), aber bei uns hat der Patriotismus in seiner Ausformung als “geistige Landesverteidigung” sich effektiv bis 1989 wiederholt selbst überlebt. Aber dank natürlicher Selektion ändert sich auch dies zunehmend, so weit ich sehe bis zuletzt hinaus an den rechten Rand. Beispiel ist das SVP-Werbefilmchen, das ja so sauglatt nur rauschenden Beifall ernten durfte.
    Wahrscheinlich sind wir bald auch so weit, uns auch eine Profi-Armee zu leisten – so Souverän will – denn natürlich lässt sich das ohne Verfassungsänderung mit obligatorischem Referendum nicht realisieren, aber Militarismus ist auch hierzulande out (das war in den 70ern und 80ern so weit ich mich erinnere noch anders).

  46. hm sagt:

    Zu Söldnerwesen und Reisläuferei (wenn Sie schon außerschweizerische Kriegsabenteuer ansprechen) harre ich aber schon einer neuen, zeitgemässen Darstellung, die natürlich jenseits des Ruchs der geistigen Landesverteidigung aber auch jenseits oberflächlich “genderistisch” ausgerichteter Geschichtsforschung anzusiedeln wäre. Am einfachsten im Rahmen einer übernationalen Studie (das Phänomen existiert ja insbes. auch in deutschen Landen bez. “Landsknecht”).

  47. Alienus sagt:

    @hm

    Tja, der gute alte Militarismus.

    Habe von den alten Helden in meiner Kindheit die spannenden „Abenteuer“ des 2. WK aus den Pfandfinderlagern in Stalingrad und Leningrad anhören dürfen. Diese patriotischen Märchen sollte man auch den SVP-Abenteurern vortragen.

    Na ja, jetzt wälzen und suhlen sich antiseptisch die echten helvetischen Patrioten 500 Jahre lang im historischen Schlachtschlamm von Marignano!

    So wie das tapfere Schneiderlein: 7 auf einen Streich! 7 böse Welsche, 7 böse Russen, 7 böse Deutsche?
    Nein, 7 furchterregende Kuhfladenfliegen!

  48. Alienus sagt:

    @Rodolfo

    Nun, um der unterstellten Traurigkeit Ihrer schweizerischen Seele etwas abzumildern möchte ich ein erschröckliches Familiengeheimnis lüften, denn wir haben einen schwarzen Tolgen im Stammbaum.

    Ein Vorfahr hat um ca. 1500 den Zürich-Gau in Richtig Norden verlassen und ist nie mehr zurückgegangen. Hat ne blonde Meid und ein neues Glück im Reich gefunden. So genügsam konnte man damals noch sein.

    Sie sehen, Rodolfo, im Deutschtum sind noch winzige,wenn auch spurenelementhafte alt-eidgenossenschaftliche Reste vorhanden und deshalb bracht kein Schweizer ob solch einer Hymnenauslegung verzagen.

  49. hm sagt:

    @Alienus
    Ja, der gute alte M … wie bitte?
    Effektiv trotz -Ismus eine Krankheit, von der mir auch die am besten geheilt scheinen, die zuvor auch am stärksten davon befallen waren. Mag die Aufklärung in den Augen Adornos eben gerade an der Rationalisierung (i.S.v. Effektivitätssteigerung) gescheitert sein, durchsetzen kann sie sich auch mittels Rationalisierung, aber im Sinne von Bewältigung von Vergangenem.
    Die 7 furchterregenden Kuhfladen z.B. hatten diesbezüglich aber nie, ich wiederhole, nie etwas aufzuarbeiten, schliesslich waren sie immer neutral. An jeder Gedenkveranstaltung.
    Ich mag übrigens Mythen und Legenden, auch Märchen, sie sind semantische Zeit, also tradierte Bedeutung. Interessanter sind aber natürlich professionelle Dokus, über die Schlacht bei Maregno oder was auch immer – zum Gedenktag – und wenn sie journlistischen und wissenschaftlichen Anforderungen genügen.
    Gedenkveranstaltungen hingegen gehören in die Kirche. Ganz im Sinne eines zwinglianischen Rigorismus’ (s. Abendmahlsstreit oder frage Blochers Bruder Gerhard, seines Zeichens ja ev. ref. Pfarrer).

  50. hm sagt:

    @Alienus
    Sie sprechen ja schon das richtige an (da gabs mal kein Ernte-23-Päckchen zu Weihnachten). Aber wieso nur interessiert sich jemand wie Sie für Genealogie? Sie hätten ja fast mal mein Kunde werden können!