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Liebe nur einen Gläubigen

Hugo Stamm am Donnerstag den 18. Februar 2010

Die Suche nach einem Lebenspartner ist ein schwieriges Unterfangen. Die stetig wachsenden Scheidungszahlen machen es deutlich. Was mit Schmetterlingen im Bauch und einem langen weissen Gewand in der Kirche beginnt, endet oft im Rosenkrieg. Die Erwartungshaltung ist heute gross, die Ansprüche wachsen in der Wohlstandsgesellschaft laufend.

Besonders schwierig ist die Partnerwahl für Personen, die ihren Glauben als zentralen Lebensinhalt betrachten. Neben den äusseren Attributen und den charakterlichen Eigenschaften muss auch das Glaubensbekenntnis des Partners passen. Dadurch schränkt sich die Auswahl dramatisch ein. Radikale Glaubensgemeinschaften sind deshalb meist auch „Heiratsfabriken“.

Die Autorin Ute Horn ist Expertin in solchen Fragen. Sie ist strenggläubige Christin und hat mehrere Bücher zu Beziehungsfragen geschrieben. Dabei behandelt sie unter anderem die Frage, ob ein Christ eine Beziehung mit einem Nichtchristen eingehen dürfe. Ein Beispiel aus dem Fundus von Horn: Ein junger Christ fragt sich, weshalb ihm Gott die Liebe zur Atheisten Sonja geschenkt hat. Tat er es, damit Sonja Gelegenheit erhält, Gott kennenzulernen? Doch was passiert, wenn Sonja sich nicht bekehren lässt?

Ich weiss aus meiner Beratungstätigkeit, dass die Liebe meist stärker ist als der Glaube. Die Gläubigen sind überzeugt, dass Gott ihnen die Kraft gibt, die neue Flamme zum rechten Glauben zu führen. Um die Beziehung nicht zu gefährden, drucksen sie anfänglich gern um die Glaubensfrage herum und verstecken sich. Oder sie sagen, sie würden den Partner so akzeptieren, wie er nun mal sei, verschweigen aber, dass sie die Hoffnung einer wundersamen Bekehrung nicht aufgeben.

Oft enden solche Beziehungen mit grossen Verletzungen. Stehen die Gläubigen nach Monaten oder Jahren zu ihrer Hoffnung, den Partner doch noch zum „rechten Glauben“ führen zu können, fühlen sich diese hintergangen. Schon oft mussten wegen der Glaubensfrage Verlobungen gelöst, Eheversprechen rückgängig gemacht oder Ehen geschieden werden.

„Viele hoffen, dass sich der Partner irgendwann bekehren wird“, bestätigt Autorin Horn. „Entweder warten sie so lang mit der Heirat oder schliessen in der Hoffnung auf eine Bekehrung die Ehe.“ Für die Christin der falsche Weg. Wie in solchen Situationen üblich, holt sie die Bibel als Richtschnur hervor und zitiert Korinther: „Macht nicht gemeinsame Sache mit Ungläubigen.“

Der Glaube habe bei der Partnerwahl nicht die gleiche Bedeutung wie Ehe, Kinder, Beruf, Hobby, doziert Horn. Der Glaube bestimme alles im Leben: Wie die Ehe zu führen sei, die Kinder zu erziehen, wie ich die Freunde wähle, die Freizeit gestalte. Kurz: Der Glaube geht über alles und muss auch bei der Partnerwahl ausschlaggebend sein. Wird eine Freundin oder ein Freund nicht Christ, sollte man besser auf eine Ehe verzichten, empfiehlt Horn.

Kurz: Der Der Glaube ist wichtiger als die Liebe, das jenseitige Leben wichtiger als die Existenz im Diesseits.

Oder: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – aber nur, wenn er den rechten Glauben hat.

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1.158 Kommentare zu “Liebe nur einen Gläubigen”

  1. Rabbi Jussuf sagt:

    Felix
    Abenteuerliche Ausführungen zum Atheismus.
    Gefällt mir.

    Kachelmann
    Das kommt davon, wenn man zuviel Actimel trinkt.

    Mawi
    Ich Ihr Vater?
    Ich bin doch ein, zwei Jährchen zu jung, um der Besitzerin einer 21jährigen Kuh ihr Vater zu sein.
    Aber vielleicht kommt es daher, dass ich einen nahen Bekannten habe, der wie Sie eine Kuh hatte, die mit 21 friedlich das Zeitliche segnete…
    In der Tat ist das heute etwas äusserst Seltenes.

    Neues Leben kommt bestimmt.

    Nada
    Nochmals zur Hölle
    Hier auf Erden kann man sich schon ein Paradies wünschen. Das Gegenteil davon wäre eine Hölle, in der aber die Unschuldigen leben.
    Im Jenseits wäre doch die Hölle für die gedacht, die schuldig sind.
    Da sollte man schon aufpassen, dass die beiden Begriffe mit derselben Bezeichnung nicht verwechselt werden.

    Interessant auch Ihr Gedanke, dass für Gottesferne, ein Paradies die Hölle wäre, obwohl Sie nachher wieder mit Gut und Böse spielen, als wären es absolute Entitäten.

  2. Rabbi Jussuf sagt:

    Sorry, falscher Blog

  3. Rabbi Jussuf sagt:

    HO
    Ich pflücke nur ein paar Sachen aus Ihren Aussagen.
    “ @Rabbi: „So konnten alle, die im Besitz eines solchen Textes waren, den ohne schlechtes Gewissen verändern und ihrem Glauben
    anpassen.“
    Meinen Sie ninKein schlechtes Gewissen bei einer Textfälschung.“

    Nein. Es gab einfach keinen Anlass, die Texte als heilig und unveränderlich anzusehen.
    Dabei ging es noch nicht um Fälschung.

    “ Die Annahme betrügerischer Apostel ist völlig unsinnig.“
    Ich habe nie über die Apostel geschrieben, schon gar nicht, dass sie betrügerisch seien.
    Es gibt aber Texte, eben Johannes Petrus, etc., die eindeutig nicht von den Aposteln geschrieben sein können.
    Es wurde einfach deren Namen missbraucht, um neueren Texten mehr Glaubwürdigkeit zu geben, was ja auch gelungen ist, wie Sie selber beweisen.

    “ @Rabbi: “Er übernahm einige Teile des Markusevangeliums und veränderte dies auch noch. Hätte er das gemacht, wenn er das Markusevangelium als Gottes Wort anerkannt hätte?“
    Ich halte Lukas für einen ehrlichen „Berichterstatter“:“

    Ich auch. Gerade darum muss man sich fragen, warum er Teile des Mk veränderte und andere nicht brauchte.
    Nahe liegend ist eben, dass Lukas den Mk nicht als unveränderlichen Text betrachtete. Er gibt weiter auch offen zu, dass er die Jesusgeschichte aus vielen verschiedenen Quellen selber zusammenschustert.

    Der Autor von Johannes ist da schon ein anderes Kaliber. Der lässt durchscheinen, er sei selber dabei gewesen. Also schon erste unlautere Methoden.

    Zu den falschen Paulusbriefen: http://de.wikipedia.org/wiki/Paulusbriefe

    “ Aufrichtige Menschen machen nicht aus unheiligen Dingen heilige Dinge!“
    Genau das ist aber passiert.

    “ Und für aufrichtige Menschen kommt das Abändern heiliger Dinge im Sinne von Sinnfälschung einem Verbrechen gleich.“
    Nun ja, dann sind viele Gläubige eben Verbrecher – nach Ihrer Definition.

    “ Die Bibel zeugt von Aufrichtigkeit“
    Wenn man betrügerische Methoden als Aufrichtigkeit umdeutet, dann haben Sie Recht.

  4. HO sagt:

    @Rabbi

    So staunen wir beide gegenseitig, über den unerschütterlichen Glauben des Andern an seine Quellen!

    Immerhin eine Gemeinsamkeit, die Verständnis für den Andern schaffen kann.

  5. Separatisten sagt:

    Wenn Freiirchen unfrei machen
    und wie sie sich in die Tasche lügen

    Nortrud Boge-Erli “Zwischen Himmel und Hölle”.

    http://www.pro-medienmagazin.de/buecher.html?&news%5Baction%5D=detail&news%5Bid%5D=2838

    Fragen zu Ehe und Familie – Pfingstbewegung – Themen der Moraltheologie “Inenansichten 1945 bis 1985” Google

    talk-about.org/bruedergemeinde/default.asp

  6. herren body sagt:

    herren body…

    Ich war schon lange auf der Suche nach Berichten darüber und hatte zu diesem Thema schon unzaehlige Berichte vor Augen. Aber das Suchen scheint mitunter noch lohnenswert. Umso erfreulicher, dass es Seiten wie diese zu finden gibt, die dem Thema scheinb…

  7. HO sagt:

    um musad

    Falls Sie noch Interesse an einer Antwort von mir haben, lassen Sie es mich via neusten Blog wissen.

    Danke und schöne grüsse

    HO

  8. led watches sagt:

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