schliessen
  • Für müde Museumsbesucher: Die Traffeletweg-Anlage.

  • Die rote Boje warnt vor dünnem Eis.

  • Der Egelsee ist tatsächlich ein echter See.

  • Auch wenn es den Anschein macht: Im Rosengarten gibt es kein Schwimmbecken.

  • Das Seelein für Romantiker im Bremgartenwald.

  • Vor den Nixen sei gewarnt.

Bern wässrig, ohne Aare

Hat der Hauptstädter das Bedürfnis nach Flüssigkeit, ist meist die Aare die erste Wahl. Wasser gibts aber auch anderswo in der Stadt.

Die Massenwanderung zwischen Marzili und Eichholz hat es auch schon ins internationale Fernsehen geschafft. Alternativen zum ewigen Fluss gibt es, sie sind jedoch auch für unerschrockene Wasserratten – abgesehen von den aktuellen Temperaturen – bisweilen eine Herausforderung.

Starten wir ganz im Osten der Stadt. Etwas kryptisch heisst der Ort ja schon: Traffeletweg-Anlage nennt sich das Stückchen Wiese mit Teich. Noch nie gehört? Kein Problem, marschieren Sie von der Bushaltestelle Zentrum Paul Klee einfach am Museum vorbei, und schon stehen sie davor. Ein Steg mit modern geschwungenem Geländer teilt den Teich. Ein Badeverbot ist nicht auszumachen, vom Schlittschuhlaufen wird dafür mit einer roten Boje das ganze Jahr durch abgeraten.

Ebenfalls mit Paul Klee verbandelt ist das zweite Gewässer im Osten, liegt es doch auf dem Paul-Klee-Weg vom Bahnhof zum Paul Klee Zentrum. Auch wenn er wie ein angelegter Teich wirkt, ist der Egelsee doch ein waschechtes Moränengewässer. Badende müssen sich den See mit vielerlei Wasservolk teilen: Hechte, Karpfen, Schleie, Welse, Egli, Brachsmen, Rotfedern und weitere Kleinfische tummeln sich hier. Ab und zu könnte auch einer der Krebse an einer Zehe Gefallen finden.

Im Rosengarten liegt ein Gewässer, das zwar den Eindruck eines barocken Swimming Pools macht, Plastikkordeln, um Schwimmbahnen abzutrennen, wird man da aber nicht finden. Sportliche müssten sich im Sommer ihren Weg sowieso durch Seerosen-Blüten bahnen. Wer also gerne ab und an einen Umweg in Kauf nimmt, Blumen nicht allzusehr schätzt und eine Rüge der Stadtgärtnerei ertragen kann, könnte hier durchaus seine Bahnen ziehen.

Zum Schluss noch ein Geheimtipp: Mitten im Bremgartenwald liegt ein bisweilen von Pflanzen verwachsener Teich, dem jederzeit eine Nixe oder ein Wassermann entsteigen könnte, um verliebte Romantiker für immer auf den Seegrund zu ziehen. Wer sich von den Pflanzen und Ästen im Seelein nicht vom Schwimmen abhalten lässt, sei also zur Vorsicht gemahnt: Lassen Sie sich nicht verführen!

Wie Sie den Teich finden? Als Hauptstädter oder Hauptstädterin wissen sie das. Ansonsten: Folgen Sie ihrem Herzen. (Oder sie fragen den Hauptstädter, gegen den Nachweis emotionaler Stabilität folgt möglicherweise eine Wegbeschreibung.)

Christian Zellweger

Christian Zellweger geht seit 2010 unter den Lauben Berns und schaut, wer auch schaut.


Publiziert am 3. Mai 2013

7 Kommentare

  1. Renato Cecchet says:

    Mit dem kleinen Gewässer im Bremgartenwald meinen sie wahrscheinlich den “Fröscheteich”. Der war regelmässiger Ausflugsort meiner LehrerInnen mit ihren Grundschulklassen. Lange ists her…

    • Christian Zellweger says:

      Weitere Recherchen ergeben: Das Seelein wird bisweilen auch Ententeich genannt. Wobei sich Frösche dort wohl heimischer fühlen dürften.

    • Philipp Rittermann says:

      …und kobolde – immer bei vollmond zu begegnen; man erkennt die relativ einfach an den weissen söckchen.

    • Rolf Helbling says:

      Als “Geheimtip” würde ich den Ententeich dann doch nicht bezeichnen. Hier in der Länggasse kennt den jedes Kind. Und die Eltern natürlich.

  2. mona graf says:

    Stimmt nicht ganz: Im Seelein beim Paul-Klee-Zentrum ist das Baden durchaus verboten und auch überhaupt nicht appetitlich. Das Quartier heisst übrigens Schöngrün und von Traffelet-Anlage habe ich noch nie etwas gehört. Ein tolles Ausflugsziel für badende Kinder ist übrigens das “Chräbsebächli” an der Elfenau.

Alle Kommentare zeigen
  1. Renato Cecchet says:

    Mit dem kleinen Gewässer im Bremgartenwald meinen sie wahrscheinlich den “Fröscheteich”. Der war regelmässiger Ausflugsort meiner LehrerInnen mit ihren Grundschulklassen. Lange ists her…

    • Christian Zellweger says:

      Weitere Recherchen ergeben: Das Seelein wird bisweilen auch Ententeich genannt. Wobei sich Frösche dort wohl heimischer fühlen dürften.

    • Philipp Rittermann says:

      …und kobolde – immer bei vollmond zu begegnen; man erkennt die relativ einfach an den weissen söckchen.

    • Rolf Helbling says:

      Als “Geheimtip” würde ich den Ententeich dann doch nicht bezeichnen. Hier in der Länggasse kennt den jedes Kind. Und die Eltern natürlich.

  2. mona graf says:

    Stimmt nicht ganz: Im Seelein beim Paul-Klee-Zentrum ist das Baden durchaus verboten und auch überhaupt nicht appetitlich. Das Quartier heisst übrigens Schöngrün und von Traffelet-Anlage habe ich noch nie etwas gehört. Ein tolles Ausflugsziel für badende Kinder ist übrigens das “Chräbsebächli” an der Elfenau.

Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.