So wechseln Sie günstig hohe Summen

Fintech-Lösungen wie Transferwise machen das Wechseln in Fremdwährungen unkompliziert. Allerdings fehlen strenge Aufsichtsbestimmungen.

Grosse Fremdwährungssummen bei der Bank zu wechseln, ist teuer: Australische Dollars. Foto: Getty Images

Ich habe eine grössere Summe Australische Dollars aus einer Anleihenrückzahlung, die ich in Schweizer Franken wechseln möchte. Die Banken verlangen dafür leider hohe Gebühren. Nun gibt es Transferwise, einen Service, um den Wechsel wesentlich günstiger durchzuführen. Was halten Sie davon? Ist mein Geld sicher? Meine Idee ist, den Betrag auf dem Australien-Dollar-Konto der Schweizer Bank an Transferwise zu überweisen und anschliessend den Franken-Betrag einem Schweizer-Konto gutzuschreiben. U.E.

Grosse Fremdwährungssummen bei der Bank zu wechseln, ist teuer. Man bezahlt happige Gebühren. Meist ist der Kurs der Währungen unvorteilhaft. Um dieses Problem zu lösen, wurde vor neun Jahren der Online-Geldtransfer-Service Transferwise gegründet. Hier kann man sich selbst oder anderen ohne Umweg über die Bank Geld überweisen und zu attraktiven Konditionen Geld wechseln. Basis dafür ist ein rein elektronisch geführtes Multiwährungskonto, über das man laut Firmenangaben über 50 Währungen halten und transferieren kann.

Allerdings ist Transferwise keine Bank. Sie untersteht somit auch nicht den strengen Aufsichtsbestimmungen, wie wir Sie hier in der Schweiz beispielsweise von den Regeln der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma für hiesige Banken kennen.

Darüber hinaus profitiert man anders als bei einer Bank bei solchen Fintech-Diensten auch nicht von der gesetzlich vorgeschriebenen Einlagesicherung. Wenn Sie liquide Mittel auf Bankkonten in der Schweiz parkieren und die Bank würde Konkurs gehen, wären wenigstens maximal 100’000 Franken pro Kunde geschützt. Bei Transferwise haben Sie diese Sicherheit nicht.

Positiv ist, dass Sie einen attraktiven Devisenmittelkurs bekommen.

Daher rate ich, jeweils nicht zu hohe Beträge längere Zeit bei solchen Unternehmen zu parkieren. Ganz gratis erfolgt der Transfer von Geldern auch bei Transferwise nicht. Abhängig ist die verrechnete Gebühr von der Höhe der Überweisung, der Einzahlungsart und dem Wechselkurs. Im Grundsatz gilt: je höher der Geldbetrag, desto mehr Kosten bezahlt man für den Transfer, da sich die Gebühr prozentual zum transferierten Betrag errechnet.

Positiv ist aus meiner Sicht die Tatsache, dass Sie einen attraktiven Devisenmittelkurs bekommen, den die Banken auch untereinander im Handel mit Währungen brauchen. Dieser ist deutlich vorteilhafter und kann transparent mitverfolgt werden. Wie viel Gebühren Sie für Ihre Überweisung und Rücküberweisung bezahlen, können Sie bei Transferwise elektronisch berechnen lassen. Zusätzlich zahlen Sie aber auch bei der Bank eine Überweisungsgebühr.

Eine Alternative zu Transferwise ist Revolut. Auch mit dieser Fintech-Lösung können Sie unkompliziert Geld transferieren und zum attraktiven Devisenmittelkurs in Fremdwährungen wechseln. Bei Revolut sind Überweisungen frei von Gebühren, sofern Sie die vorgegeben Limiten einhalten, was bei grossen Beträgen wie in Ihrem Fall kaum möglich ist.

Die Nachteile sind aus meiner Sicht die gleichen wie bei Transferwise. Dafür haben Sie bei beiden Varianten günstigere Konditionen als bei Banken.

16 Kommentare zu «So wechseln Sie günstig hohe Summen»

  • Meinrad sagt:

    Bei hohen Summen kann es sich lohnen, mit seiner Hausbank zu sprechen. Ich bekam beim Wechsel eines grösseren Betrags einen wesentlich besseren Kurs offeriert. Wenn man sein Aktiendepot etc. bei der Bank hat, ist sie häufig zu Entgegenkommen bereit. Schliesslich verhindert sie so, dass man sich nach anderen Banken umsieht.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Richtig. Die Banken sind sehr flexibel, wenn sich der Kunde wirklich bemüht. Denn Banken denken weitaus langfristiger und Kundenbindung ist für sie etwas wichtiges. Wer von seiner Bank bei solchen Einmal-Geschäften keine Zugeständnisse erhält, sollte sie auf jeden Fall wechseln. Denn dann ist man dort bloss als Wasserträger eingestuft und wird nie fair behandelt werden.

      • Peter Schneider sagt:

        @Rolf: eine Betreuerin der BLKB meinte zu mir, dass besser Konditionen (gegenüber den Kursen auf der Website) erst ab 200 000 CHF möglich sind. Ich denke ja nicht, dass Sie von solch hohen Beträgen reden?

    • Timo sagt:

      Bei meinem Broker zahle ich 2 Franken und kann einen beliebig hohen Beitrag zum Interbankenkurs wechseln.

      Mehr als das, ist meiner Meinung einfach Abzocke.

  • Peter Schneider sagt:

    Das geht nicht, weil TW nur lokale einkommende AUD akzeptiert. Für Schweizer gehen nur Zahlungen in EUR, USD und CHF. Und falls man Kunden in den jeweiligen Ländern hat kommt noch AUD, NZD und GBP hinzu.

    • Peter Schneider sagt:

      Für EUR zu CHF sind die Kosten bei 0.4% Abweichung zum Mittelkurs, und man erhält eine kostenlose Multiwährungsdebitkarte. Das wiegt das nichtfunktionieren der AUD-Idee mehr als auf.

  • Konrad Staudacher sagt:

    Beim Transfer grosser Beträge könnte es sich lohnen, ein Konto bei der PostFinance zu nutzen.

  • Martin sagt:

    Wenn man bei Revolut ein Premium Account für 9chf pro Monat abschliesst, kann man unbegrenzt tauschen. Ich bin Wochenendpendler und mache es regelmäßig für CHF/Euro.

  • Arthur Schmid sagt:

    Immer diese Angst macherei bei nicht CH Banken. Ich habe mehrmals Geld transferiert mit Transfer wise ohn jegliches Problem!

  • Christian Krüger sagt:

    Es gibt auch Schweizer Fintechs wie Exchangemarket.ch. Diese haben das Problem schon längst erkannt und bieten den Banken die Stirn. Als ich bei meiner Bank nachgefragt habe, wurde mir ein besserer Kurs erst ab 250‘000 angeboten. Und dieser war immer noch schlechter als der den ich bei exchangemarket.ch Für einen Wechsel von gerade mal 100 Euro bekomme. Vergleichen lohnt sich also auf jeden Fall. Und wer seine Daten nicht ins Ausland schicken will wird auf die Schweizer Anbieter zurückgreifen.

  • Fred Mann sagt:

    Ich benutze Transferwise regelmässig seit längerem. Die Konditionen sind tatsächlich besser als bei den meisten Banken. Am nächsten kommt wahrscheinlich swissquote, die ich früher auch häufig zum Wechseln gebraucht habe.

  • Ray sagt:

    Ich wohne in den USA und benutze seit Wechselsube.ch keine im Ausland lebende Schweizer mehr bedient, TransferWise.com. Sie benötigen kein Konto bei TransferWise. Meine AHV und Pensionskasse werden jeden Monat auf mein PostFinance Konto überwiesen. So alle 6 Monate beobachte ich den Devisenkurs oder wenn ich per Zufall mitbekomme , dass der Kurs fällt, und ich den Kurs als gut befinde; wechsle ich mein PostFinance Guthaben mit TransferWise in USD. Letzten Mittwoch habe ich CHF 38,010.00 an TransferWise überwiesen, ist am Donnerstag eingetroffen und heute Freitag hatte ich USD 40,405.59 auf meinem US Bankkonto. Ich habe noch nie Geld bei TransferWise parkiert, immer direkt umgetauscht.

    • Sandra Wittweiler sagt:

      Seit 2 Jahren benutze ich exchangemarket.ch um schweizer Franken in Euro zu tauschen. Die Bedingungen sind sehr gut und der Wechsel findet in einem Tag statt. Ich bin sehr Zufrieden.

  • Andreas M. sagt:

    Als Unternehmer wechsle ich jede Woche Beträge im grösseren 5-stelligen Bereich von CHF in Euro. Seit nun mehr als 6 Monaten nutze ich den Dienstleister Exchangemarket.ch, der sich auf den Online-Wechsel von Schweizerfranken und Euro spezialisiert hat. Die Kurse sind sogar vorteilhafter als bei Transferwise oder bei Revolut.

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