So umgehen Sie eine Schenkungssteuer

Mithilfe der Schenkungssteuer wollen die Kantone eine Umgehung der späteren Erbschaftssteuer verhindern. Was Sie dazu wissen sollten.

Mein Geschenk, meine Steuern? Vor einer grösseren Schenkung gilt es die Steuerfolgen abzuklären. Foto: iStock

Ich beziehe mich auf einen kürzlichen Beitrag von Ihnen über die Schenkungssteuer. Ich möchte gerne wissen, wie hoch die Geschenklimite im Kanton Zürich ist, damit keine Schenkungssteuer anfällt. T.B.

Ihr Hinweis auf den Kanton ist wichtig. Denn kantonal gibt es bei den Steuern grosse Unterschiede, was dazu führt, dass die Steuervorschriften für Laien wie ein schwer durchschaubarer Dschungel wirken, in dem man schnell mal die Übersicht verliert. In der Schweiz werden Schenkungs- und übrigens auch Erbschaftssteuern nur von den Kantonen, nicht aber vom Bund erhoben.

Komplex macht die Sache, dass nicht nur bei den gesetzlichen Regelungen, sondern auch in der Steuerpraxis, wo zum Teil Spielraum besteht, kantonal unterschiedliche Usanzen bestehen. Während fast alle Kantone sowohl Erbschaften als auch Schenkungen besteuern, erheben die Kantone Schwyz und Obwalden weder eine Erbschafts- noch eine Schenkungssteuer.

Der von Ihnen erwähnte Kanton Zürich hingegen kennt eine Schenkungssteuer. Mit diesem Instrument wollen die meisten Kantone verhindern, dass eine spätere Erbschaftssteuer mittels Schenkungen noch zu Lebzeiten umgangen wird. Immerhin gibt es eine Freigrenze, die aber nicht in jedem Kanton gleich hoch ist. Diese gilt zudem nur einmal und nicht bei jeder Schenkung.

Für die Besteuerung der Schenkung ist der Wohnort des Schenkers und nicht des Beschenkten massgebend.

Grundlage für die Berechnung der Schenkungssteuer ist der Wert der unentgeltlichen Zuwendung. Die Ehegattin oder der Ehegatte, die eingetragene Partnerin oder der eingetragene Partner und die Nachkommen des Schenkers sind von der Steuerpflicht befreit. Wenn sich also Ehepartner oder eingetragene Partner etwas schenken, wird dies nicht auch noch besteuert, was unsinnig wäre.

Auch Geschenke zwischen Eltern und ihren Kindern unterstehen üblicherweise nicht der Schenkungssteuer, wobei es auch da wieder kantonale Unterschiede gibt. Übrige Personen unterstehen in jenen Kantonen, die überhaupt eine Schenkungssteuer kennen, der Abgabe, können aber eine Freigrenze geltend machen.

Genau darauf zielt auch Ihre Frage. Im Kanton Zürich steuerfrei sind «übliche Gelegenheitsgeschenke, die den Wert von je 5000 Franken nicht übersteigen», heisst es in den kantonalen Steuerrichtlinien. Steuerfrei ist demnach auch «die Beherbergung von Verwandten im Haushalt des Schenkers». Steuerpflichtig ist jeweils der Empfänger des Geschenkes oder des Geldes.

Wichtig zu wissen ist allerdings, dass für die Besteuerung der Schenkung der Wohnort des Schenkers und nicht des Beschenkten massgebend ist. Obwohl die Steuer vom Beschenkten geschuldet wird,  haftet der Schenker in der Regel solidarisch mit dem Steuerpflichtigen.

Gerade weil kantonal viele unterschiedliche Regelungen bestehen, rate ich, vor einer grösseren Schenkung die Steuerfolgen mit den kantonalen Steuerbehörden oder einem Notar oder Anwalt abzuklären.