Optimale Anlagen für Enkel

Der Coronacrash ändert nichts daran: Auf sehr lange Sicht hat man mit Aktien mehr Renditemöglichkeiten.

Mehr Rendite, grösserer Sparbatzen: Enkelgelder profitieren vom langen Anlagehorizont. Foto: iStock

Schon öfters habe ich Sie um Rat gefragt und bin damit gut gefahren. Heute geht es um eine Anlage für meine Enkelin. Zurzeit habe ich 25’700 Franken auf einem Geschenksparkonto. Ich möchte das Geld für sie besser anlegen. Was halten Sie vom CS Fund 1 – Credit Suisse Privilege 20 CHF? Der Anlagehorizont beträgt 10 Jahre. M.H.

Bei dem für die Anlage des Enkelgeldes von Ihnen ins Auge gefassten Credit Suisse Privilege 20 CHF handelt es sich um einen defensiven Mischfonds in Schweizerfranken, wobei die im Fonds getätigten Anlagen in verschiedenen Währungen erfolgen. Der Grossteil des Geldes steckt in Obligationen, etwas weniger als ein Viertel in Aktien und der Rest in liquiden Mitteln.

Zu den grössten Positionen des Fonds gehören Aktien von Nestlé, Novartis und Roche sowie Papiere von Partners Group sowie der Schweizerischen Pfandbriefzentrale. Die Strategie ist konservativ ausgerichtet, was allerdings nicht bedeutet, dass Sie damit keine Buchverluste erzielen. Auch im Crash aufgrund der weltweiten Coronakrise hat der Fonds gelitten und der Kurs nachgegeben.

Wer in diesen Fonds investiert, erhofft sich aufgrund des sehr hohen Obligationenanteils weniger starke Turbulenzen. Leider bin ich mir angesichts der unklaren Aussichten an den Finanzmärkten und der erwarteten globalen Rezession nicht so sicher, dass dieses Ziel wirklich voll erfüllt werden kann. Im Zuge einer Rezession ist bei Anleihen von Schuldnern mit einem tiefen Schuldnerrating mit Zahlungsausfällen zu rechnen.

Phasenweise war es im Frühling auch bei den Zinsen zu starken Ausschlägen gekommen. Die Kreditprämien hatten damals stark angezogen. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt. Schlechte Schuldner dürften aber auch künftig Mühe haben, sich überhaupt noch zu finanzieren. Immerhin haben die internationalen Notenbanken die Finanzmärkte mit riesigen Geldsummen geflutet, damit der Kreditmarkt nicht zusammenbricht.

Ich rate Ihnen, nicht sofort den gesamten Betrag anzulegen, sondern den Sparbatzen gestaffelt zu investieren.

Da auch viele Mischfonds in der Vergangenheit auf der Suche nach etwas mehr Rendite in Hochzinsanleihen von Schuldnern mit schlechtem Rating investiert hatten, gehe ich davon aus, dass auch an sich konservative Fonds immer wieder mal Buchverluste erleiden könnten.

Nun schreiben Sie mir, dass Sie einen langen Anlagehorizont von wenigstens zehn Jahren für Ihre Enkelin haben. Vor diesem Hintergrund frage ich mich, warum Sie nicht gleich einen Fonds nutzen, der einen deutlich höheren Aktienanteil aufweist. Zwar bedeutet ein höherer Aktienanteil auch stärkere Kursschwankungen wie wir in der aktuellen Krise sehen. Bei vielen Aktien besteht eine gute Chance, dass sie sich auf eine Anlagedauer von zehn Jahren oder mehr positiv entwickeln, sobald wir die Coronakrise überwunden haben und sich die Wirtschaft wieder auffängt.

Daher würde ich für Ihre Enkelin eher einen Aktienfonds oder zumindest einen Fonds nutzen, der einen deutlich höheren Aktienanteil aufweist als der CS Fund 1 – Credit Suisse Privilege 20 CHF, zumal die Renditechancen auf lange Sicht bei Aktien höher sind als bei Anleihen.

Da Sie den Fonds lange halten, sollten Sie zudem besonders auch auf die Gebühren achten, da diese einen Teil der Rendite wegfressen. Weniger Gebühren zahlen Sie in der Regel mit passiv verwalteten Indexfonds oder Exchange Traded Funds. Je mehr Rendite Sie nach Gebühren erreichen, desto mehr hat Ihre Enkelin nach zehn Jahren auf der hohen Kante.

Allerdings rate ich Ihnen, nicht sofort den gesamten Betrag anzulegen, sondern den Sparbatzen gestaffelt zu investieren. So verringern Sie das Risiko, zu einem schlechten Zeitpunkt gekauft zu haben und erreichen eher einen guten Durchschnittskurs.