Ist mein Kind ausreichend versichert?

Schulweg, Hobbys oder teure Teenager-Streiche: Wie die Kinder gegen Unfallrisiken versichert sind und wo meist Lücken bestehen.

Zusätzliche Unfallpolice? Unnötig! Bei einem Unfall auf dem Schulweg haftet die Versicherung der Eltern. Foto: iStock

Unsere Tochter kommt in die Schule. Wie sind eigentlich Kinder in der Schule versichert? Müssen wir noch extra eine Unfall-Versicherung abschliessen? A.D.

Eine zusätzliche Unfallpolice ist aus meiner Sicht nicht nötig. Auf dem Schulweg, Pausenplatz oder während dem Sportunterricht sind die Kinder zwar in der Tat einigen Gefahren ausgesetzt. Gerade Erstklasskinder wie Ihre Tochter sind häufig noch verspielt und sich den Gefahren oft wenig bewusst. Sie müssen den Umgang mit den Risiken besonders im Verkehr erst noch richtig lernen und die Regeln im Strassenverkehr dank Erfahrung verinnerlichen. Darum ist es wichtig, dass wir Erwachsenen gegenüber den Kleinen besonders vorsichtig und gute Vorbilder sind.

Bei einem Unfall auf dem Schulweg oder in der Schule sind die Kinder durch die obligatorische Krankenkasse der Eltern versichert. Die Unfall-Deckung der Krankenkasse umfasst alle Aktivitäten der Kinder.

Wenn allerdings die Schule und Lehrer ihre Aufsichtspflicht etwa beim Geräteturnen im Sportunterricht oder auf der Schulreise nicht erfüllt haben und es wegen der vernachlässigen Aufsicht zu einem Unfall kommt, muss unter Umständen die Haftpflichtversicherung der Schule oder des Lehrers die Kosten übernehmen. Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers haftet auch, wenn ein Kind auf dem Schulweg verunfallt und es diesen nicht selbst verursacht hat, sondern jemand anderer Unfallverursacher ist.

Eine Privathaftpflichtpolice sollte man meines Erachtens zwingend haben.

Wenn die Kinder in die Schule kommen, nehmen sie in der Freizeit oft ein Hobby auf. Auch da gilt: In der Freizeit, etwa beim Fussballspielen oder im Turnverein sind die Kinder bei einem Unfall durch die Krankenkasse der Eltern abgesichert.

Nicht obligatorisch versichert ist aber das Todesfall- und Invaliditätsrisiko. Wenn ein Kind durch einen Unfall invalid wird, hat das für die Betroffenen lebenslang Folgen. Darum würde ich die Absicherung des Invaliditätsrisikos für Ihre Tochter prüfen.

Wichtig ist auch, dass Sie eine Privathaftpflichtversicherung haben: Wenn Kinder auf dem Schulweg oder in der Freizeit etwas anstellen und einen Sachschaden verursachen, haften die Eltern, wobei Kinder unter 14 Jahren nur begrenzt schuldfähig sind und je nach Ausmass nur einen Teil des Schadens übernehmen müssen.

In Ihrem Fall sehe ich noch kein grosses Problem: Solange Ihre Tochter unter acht Jahre alt ist, gilt sie noch nicht als urteilsfähig. Sobald die Kinder älter als 14 sind, können sie auch haftbar gemacht werden. Schäden können schnell ins Geld gehen. Falls man im Schadenfall keine Haftpflichtpolice hat, muss man als Eltern ins eigene Portemonnaie greifen und für die finanziellen Folgen selber geradestehen.

Unabhängig davon, ob man Kinder hat oder nicht: Eine Privathaftpflichtpolice, die Schäden versichert, die Sie anderen Menschen und deren Eigentum zufügen, sollte man meines Erachtens zwingend haben, auch wenn diese nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Prämie, die meist nicht viel mehr als 100 Franken ausmacht, verschafft einem Schutz vor Schadenforderungen in Millionenhöhe. Kinder sind in der Privathaftpflichtversicherung für die Familie miteingeschlossen.

2 Kommentare zu «Ist mein Kind ausreichend versichert?»

  • Werner Wenger sagt:

    Diese Infos werfen Fragen auf: Als Mieter ist eine Privathaftpflicht-Versicherung in den allermeisten Fällen Vertragsbedingung. Die Unfallversicherung Schüler deckt auch den direkten Schulweg ab. Also ist der Hinweis auf die Krankenkasse nicht optimal, zumal die Leistungen der KK bei Unfallschäden weniger weit gehen als die der Unfallversicherung. Diese Fragen Lassen sich bei der Schule und beim Versicherungsberater optimaler beantworten und lösen!

  • Markus Weber sagt:

    Die Auskünfte von Herrn Spieler sind in mehreren Punkten falsch. Die Kinder sind nicht über die Unfallversicherung der obligatorischen Grundversicherung der Eltern versichert, sonder über deren eigene. Auch Kinder müssen über eine eigene obligatorische Grundversicherung mit Unfalldeckung verfügen.
    Gemäss bundesgerichtlicher Rechtssprechung haften Eltern grundsätzlich nicht für Schäden ihrer Sprösslinge, ausser sie haben ihre Aufsichtspflicht massiv verletzt. Die Kinder sind zwar in der Police eingeschlossen, aber verantwortlich für z.B. Schadenersatzansprüche sind die Kinder. Zertrümmert also der 15-jährige beim Fussballspielen eine Scheibe, muss der Nachbar den Schadenersatz gegenüber dem Jugendlichen geltend machen.

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