Wie Sie unnötige Strafgebühren vermeiden

Wer sich nicht an Rückzugslimiten und Kündigungsfristen bei Bankkonten hält, riskiert eine hohe Gebühr.

Nicht nur am Bancomaten lauern Strafgebühren. Foto: Christian Beutler (Keystone)

Meine Bank droht ab dem Frühling mit einer happigen Strafgebühr von 2 Prozent. Sie nennt das Nichtkündigungskommission. Was ist das? Sind das Negativzinsen, die ich zahlen muss? Was kann ich dagegen tun? C.M.

Nein, Negativzinsen sind das nicht. Vielmehr handelt es sich bei der Nichtkündigungskommission um eine Gebühr, die von den Banken erhoben wird, wenn man beim Bezug von höheren Geldsummen die festgelegten Rückzugslimiten bei Konten und die Kündigungsfristen nicht einhält.

Ihre Bank ist mit dieser Massnahme nicht alleine. Andere Banken haben solche Gebühren bereits viel früher eingeführt, die Höhe der Gebühr aber in letzter Zeit deutlich angehoben. 2 Prozent sind tatsächlich happig, wie Sie schreiben – erst recht, wenn man bedenkt, dass Sie auf dem Sparkonto nur noch einen mickrigen Zins von 0,01 bis 0,05 Prozent erhalten.

Begründet wird die Nichtkündigungskommission mit den verschärften Liquiditätsvorschriften der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma). Diese verpflichtet die Banken in der Schweiz zur strengen Einhaltung der Kündigungsfristen und Rückzugsbestimmungen bei den verschiedenen Konten. Die Liquiditätsvorschriften der Finma haben das Ziel, zu verhindern, dass es im Fall einer Krisensituation aufgrund von schnellen Mittelabflüssen zur Illiquidität von hiesigen Bankinstituten käme. Die Banken müssen somit jederzeit genügend liquide Mittel für Krisenlagen haben.

Die Suppe müssen allerdings die Kunden der Banken auslöffeln.

Die Regulierung der Finma ist an sich sinnvoll. Die Suppe müssen allerdings die Kunden der Banken auslöffeln. Die Nichtkündigungskommission soll unabhängig von Krisensituationen abschreckende Wirkung haben. Sie will dafür sorgen, dass sich die Bankkunden wirklich an die Rückzugsmöglichkeiten halten. Ansonsten zahlt man die Gebühr, die noch weit höher ist als die in breiten Kreisen von Sparern umstrittenen Negativzinsen der Nationalbank.

Ebenso wie die Negativzinsen kann man auch die Nichtkündigungskommission mit ein paar einfachen Massnahmen ausschliessen. Erstens rate ich Ihnen, Ihre verschiedenen Konten und die darauf parkierten liquiden Mittel zu überprüfen und sich an die Limiten zu halten. Je nach Art der Konten haben Sie andere Rückzugslimiten und Kündigungsfristen.

Restriktiv sind die Bestimmungen bei Sparkonten und Spezialkonten mit mehr Zins. Es gibt eine einfach Faustregel: Je mehr Zins Sie von der Bank auf Ihrem Konto erhalten, desto strenger und begrenzter sind in der Regel die Rückzugslimiten. Bei Sparkonten darf man bei vielen Banken lediglich maximal 30’000 Franken innerhalb von 31 Tagen ohne Betragskündigung zurückziehen. Für Summen, die darüber liegen, beträgt die Kündigungsfrist 91 Tage.

Bei klassischen Privatkonten, die meist gar keinen Zins mehr abwerfen, hat man indes deutlich mehr Spielraum. Hier beträgt der verfügbare Betrag, den man innerhalb von 31 Tagen ohne Betragskündigung zurückziehen darf, 100’000 Franken, und die Kündigungsfrist für Beträge, die die Rückzugslimite übertreffen, beträgt nur 31 Tage.

Verbindlich sind aber die genauen Bestimmungen Ihrer Bank. Wenn Sie in nächster Zeit höhere Summen brauchen, empfehle ich Ihnen zweitens, eine Planung Ihres Finanzbedarfs vorzunehmen und allenfalls frühzeitig innerhalb der vorgegebenen Fristen eine Betragskündigung vorzunehmen. So bleiben Sie flexibel.

Falls Sie Gelder vom Sparkonto verwenden möchten, um bei Ihrer Bank Wertschriften wie Anlagefonds oder Aktien zu kaufen, und deshalb die Rückzugslimite mal nicht einhalten können, sind viele Institute kulant. Doch ist die diesbezügliche Praxis bei den Banken unterschiedlich. Erkundigen Sie sich direkt bei Ihrer Bank.

Generell sollte man meines Erachtens nicht zu viel Geld auf dem Sparkonto parkieren. Besser ist es, das Kapital zu investieren. Denn so haben Sie die Chance, eine höhere Rendite zu erzielen, tragen allerdings ein mehr oder weniger hohes Anlagerisiko.