Wie Sie mit Aktien die Pflegekosten absichern

Menschen brauchen zunehmend medizinische Hilfe im Alter. Indem man in Wertpapiere von Firmen investiert, die davon profitieren, kann man für sich selber vorsorgen.

Die Pharmabranche bietet gute Anlagemöglichkeiten: Pflegerin und Bewohner in einem Altersheim in Bassersdorf ZH. Foto: Andrea Zahler

Ich bin 51 Jahre alt und lese immer wieder von hohen Kosten für die Alterspflege, die im Alter das Vermögen der Leute auffrisst. Jetzt hatte ich die Idee, dass ich einen Teil meines Geldes in Aktien investiere, die von der demografischen Entwicklung profitieren. Das so investierte Kapital lasse ich dann bis ins Alter liegen, mit dem Ziel, dass ich damit meine allfälligen Pflegekosten zahlen kann. Was denken Sie darüber? F.U.

Die Idee finde ich spannend. Sie könnten auch eine Pflegekostenversicherung abschliessen, aber dann zahlen Sie über all die Jahre beträchtliche Prämien. Das so bezahlte Geld ist weg, auch wenn Sie die Versicherung allenfalls gar nicht in Anspruch nehmen.

Indem Sie auf Aktien setzen, die von der Demografie profitieren, lassen Sie Ihr Geld arbeiten und bilden so einen Kapitalstock, der für die Bezahlung möglicher Pflegekosten beitragen würde. Ob das Geld dann wirklich reichen würde, ist allerdings unsicher und hängt auch davon ab, wie viel Anfangskapital Sie beisteuern und wie erfolgreich Sie investieren.

Vom Trend, dass die Bevölkerung in den wohlhabenden Ländern der Welt immer älter wird, profitieren stark die weltweit tätigen Pharmafirmen. Es liegt auf der Hand: Je älter die Bevölkerung wird, desto eher muss sie auch medizinische Hilfe und damit in der Regel die Produkte der Pharmaindustrie in Anspruch nehmen.

Da ist es naheliegend, dass Sie für Ihr Ziel Aktien der beiden Schweizer Pharmariesen Roche und Novartis kaufen. Roche ist stark in der Krebsforschung und -heilung sowie in der Diagnostik tätig. Bei Novartis sind unter vielen anderen Medikamente gegen Herz- und Kreislauferkrankungen wichtige Umsatzrenner, ebenso wie Generika.

Ich würde aber nicht allein nur auf die Einzeltitel Roche und Novartis setzen, sondern im Pharma- und Medizinalbereich breiter diversifizieren. Wichtige Forschungsbereiche im Zusammenhang mit der Demografie sind auch die Demenz, Diabetes oder auch generell Lebererkrankungen.

Anlagemöglichkeiten dafür bieten fokussierte Anlagefonds oder Beteiligungsgesellschaften. Beispiele dafür sind die von der Bellevue Asset Management vertriebenen Healthcare-Produkte wie BB Biotech oder wie der Fonds BB Adamant Medtech & Services (Lux), der weltweit in Aktien von Unternehmen des Medizintechnik- und Gesundheitsdienstleistungssektors investiert. Allerdings ist der Fonds mit einer Management Fee von 1,6 Prozent teuer.

Mit einer Management Fee von 1,1 Prozent ist auch BB Biotech nicht gerade günstig, hat aber immerhin während mehrerer Jahre den Vergleichsindex Nasdaq-Biotech-Index mehr oder weniger deutlich geschlagen.

Wer es günstiger haben will, kann auch direkt nur auf den Nasdaq-Biotech-Index setzen – etwa über den iShares Nasdaq US Biotechnology UCITS ETF, der nur Gesamtkosten im Rahmen der Total Expense Ratio TER von 0,35 Prozent verrechnet. Eine ebenfalls günstige Alternative ist der iShares Healthcare Innovation UCITS ETF, der jährliche Gebühren von 0,4 Prozent belastet. Auf jeden Fall würde ich nicht nur auf ein einzelnes Produkt und nicht nur auf eine einzelne Aktie vertrauen, sondern breit diversifizieren.

Positiv an diesem Ansatz ist: Falls Sie mit Ihren Anlage erfolgreich sind und das Geld doch nicht brauchen, weil Sie, wenn Sie Glück haben, auch im Alter bei guter Gesundheit sind, ist es nicht einfach weg, sondern kann von Ihnen genutzt werden, um sich das Alter etwas zu versüssen.

11 Kommentare zu «Wie Sie mit Aktien die Pflegekosten absichern»

  • Peter Rohner sagt:

    Guter Beitrag! — Bei „justetf.com“ kann man sich alle ETFs des Sektors „Gesundheitswesen“ anzeigen lassen:
    https://www.justetf.com/ch/find-etf.html?assetClass=class-equity&groupField=index&sector=Health%2BCare

    • Peter Rohner sagt:

      Man muss nicht unbedingt auf den Sektor „Gesundheitswesen“ setzen, um fürs Pflegeheim zu sparen. Andere Sektoren (wie z.B. Technologie oder Energie) entwickeln sich vielleicht besser (niemand weiss es im Voraus).

      Wer keine Sektorwette eingeben will, investiert einfach gang „normal“ global (z.B. mit einem einzigen ETF auf den Index „FTSE All-World“ oder „MSCI ACWI“).

  • urs brand sagt:

    Eine bestechende Anlagestrategie – Anlagen im Gesundheitswesen um sich für den Pflegefall abzusichern.
    Wobei aktuelle es immer noch so ist, dass Vermögende im Pflegefall aus der eigenen Tasche zuzahlen müssen. Und je mehr Vermögen vorhanden ist um so mehr zahlt man aus der eigenen Tasche. Ist kein Vermögen vorhanden gehen die Kosten zu Lasten der Allgemeinheit.

    • Pan Flöte sagt:

      Ja, so ist es. Ein Pflegeheim (ca. 10‘000/Monat) ruiniert einen finanziell. Auch ein Altersheim ist nicht gerade billig (ca. 5’000/Monat). Offenbar geht das in der Schweiz nicht billiger.

    • Tom Sivers sagt:

      Besteht das Vermögen in Form einer Liegenschaft, ist der Besitz des Eigenheims bei pflegebedürftigen Personen bis zu einem Betrag von 300’000 Franken geschützt. Das heisst, dass Ergänzungsleistungen in Anspruch genommen werden können, solange das Wohneigentumsvermögen den Freibetrag von 300’000 Franken nicht übersteigt.

  • Fritz Kunz sagt:

    Ich arbeite nur noch Teilzeit wie viele auch, wenn sie den überhaupt arbeiten.
    Somit komme ich in den Genuss von Krankenkassenverbilligungen und im Pensionsalter zu steuerfreien Ergänzungsleistungen wie Hunderttausende auch.
    Bin doch nicht blöd und sorge vor.

    • Patricia Hagen sagt:

      Sie haben es erkannt Hr. Kunz, es kann nicht sein das ein paar wenige unseren äusserst grosszügigen Sozialstaat finanzieren. Schon jetzt zahlt jede zweite Familie keine direkte Bundessteuern.
      Auch mein Freund und ich haben von Vollzeit auf Teilzeit umgestellt, somit kommen auch wir in den Genuss von Krankenkassenverbilligungen und Steuern zahlen wir auch praktisch auch keine. Sollte es im Alter nicht reichen beziehen wir Ergänzungsleistungen wie Hunderttausende auch, vorsorgen werden wir definitiv nicht.

      • Pan Flöte sagt:

        Was wollen Sie uns damit sagen? Dass Sie eine Egoistin sind und das System ausnützen, oder dass der 1. April bald vor der Türe steht?

      • Anda Berisha sagt:

        @ Pan Flöte: Flöten Sie weiter, Ihr IQ-Quotient scheint nicht eben groß zu sein, F.K. will uns sagen, dass wer spart definitiv der beschissene ist, ist dies so schwer als ewige Besserwisserin zu verstehen ?

      • Pan Flöte sagt:

        @Anda (Paul, Peter, Claire …)
        Mit meinem IQ und EQ ist alles in Ordnung. Wie sieht’s bei Ihnen aus?

        Ich muss sagen, ich bin enttäuscht von Ihnen. Jeden Cent auf den Putz hauen und gar nichts fürs Alter sparen, um dann später winselnd von der Allgemeinheit abhängig zu sein, die man früher nur beschimpft hat? Ist doch irgendwie unter Ihrer Würde, oder?

    • Esther sagt:

      Wenn alle so ticken wie sie werden die ergänzungsleistungen irgendwann abgeschafft und dann müssen sie im günstisten Altersheim im doppelzimmer umgeben von schlecht verdienenden Pflegerinnen , die keine möglichkeit haben für ihr alter zu sparen, ihren lebensabend verbringen . Viel spass

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