Wo gibt es günstige Börsenaufträge?

Wer nur wenig Geld einsetzt, kann zu tiefen Gebühren bei Onlinebanken handeln – allerdings ohne Beratung.

Gebühren sind nicht alles: Erfahrung in der Beurteilung der Finanzmärkte hilft. Foto: Bruce Mars (Pexels)

Aus Kostengründen überlegen meine Frau und ich, die Bank zu wechseln. In erster Linie möchten wir dadurch deutlich tiefere Depotgebühren erreichen. Wir wollen selber über allfällige Veränderungen in unserem Portfolio entscheiden und daher keinen Verwaltungsauftrag an die Bank erteilen. Einige Konten mit flüssigen Mitteln für das tägliche Leben möchten wir bei unserer heutigen Bank belassen. Als Wertschriftendepot haben wir die Cash Bank Zweiplus AG ins Auge gefasst. Handelt es sich dabei um eine reguläre Bank? E.W.

Die Vorschriften zur Führung einer Bank sind in der Schweiz streng. Jedes Institut, das als Bank auf dem Schweizer Markt aktiv sein möchte, braucht eine Bewilligung der Schweizerischen Finanzmarktaufsicht Finma und wird von dieser überwacht. Ohne eine solche Bewilligung und Überwachung darf ein Finanzunternehmen auch nicht als Bank auftreten.

Die von Ihnen ins Auge gefasste Bank Zweiplus verfügt über diese nötigen Bewilligungen der Finma und ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Bank J. Safra Sarasin AG und der Falcon Private Bank. Das Institut bietet Bankdienstleistungen für eine Vielzahl von Vermögensverwaltern, Finanzberatern, Versicherungen und Direktkunden an und ermöglicht es ihren Partnern, den Kunden Produkte und Services unter ihrer eigenen Marke anzubieten.

Zum Segment der Direktkunden gehören jene Anleger, die über den von Ihnen erwähnten Kanal Cash Bank Zweiplus zur Bank kommen. Cash allein ist keine Bank, sondern eine Internetplattform. Über diese langjährige Zusammenarbeit mit der Bank Zweiplus ist es indes möglich, Bankdienstleistungen wie Aktienkäufe oder -verkäufe direkt über diese Plattform abzuwickeln.

Zusätzlich zu Informationen und Finanzdaten kann man über das Finanzportal Cash somit auch Online-Trading betreiben, und zwar zu einem Fixpreis von 29 Franken pro Trade. Wenn Ihnen, wie Sie schreiben, die tiefen Gebühren besonders wichtig sind, würde ich auch noch andere Schweizer Anbieter wie Swissquote, Postfinance, Trade Direct der Waadtländer Kantonalbank oder die Migros-Bank prüfen.

Die Gebührensysteme sind allerdings sehr unterschiedlich:

  • Swissquote beispielsweise bietet für geringe Transaktionsvolumen noch tiefere Gebühren als die Bank Zweiplus. Hier werden für Transaktionen bis 500 Franken 9 Franken und bis 2000 Franken 20 Franken belastet. Bei Volumen bis 10’000 Franken sind es dann aber 30 Franken und bei höheren Volumen noch mehr.
  • Bei Trade Direkt kostet eine Online-Transaktion bis 750 Franken 6.90 Franken.
  • Bei der Postfinance können Sie für 15 Franken eine Auftragsgrösse bis 1000 Franken abwickeln.

Wenn Sie grössere Auftragsvolumen handeln, fahren Sie eher besser mit einer Pauschalgebühr, bei Kleinstvolumen hingegen sind Anbieter mit tiefen Minimalcourtagen günstiger.

Noch billiger handeln könnten Sie bei einigen ausländischen Anbietern. Wenn diese aber nicht der Finma unterstehen und der Rechtsstand im Ausland ist, würde ich persönlich davon absehen. Je nachdem, welche Strategie Sie verfolgen, würde ich das bei der Auswahl der neuen Bank mitberücksichtigen, da es einen Einfluss auf Ihre künftigen Gebühren hat.

Generell sollten Sie sich aber auch vor Augen führen, dass Gebühren nicht alles sind. Sie sind wichtig, aber Sie müssen sich bewusst sein, dass Sie bei den Onlineanbietern mit tiefen Gebühren auch keine Beratung bekommen. Sie sind in Ihren Anlageentscheidungen auf sich alleine gestellt, was Erfahrung in der Beurteilung der Finanzmärkte voraussetzt, zumal ich davon ausgehe, dass wir nach bald zehn Jahren Hausse künftig wohl eher etwas turbulentere Marktphasen erleben dürften.