Dufte schlafen mit Aromahersteller Givaudan

Produktion von Gummibärchen im Givaudan-Labor Dübendorf ZH: Konjunkturresistentes Qualitätshaus. Foto: Gaetan Bally/Keystone

Givaudan ist kein Haushaltsname. Dennoch kommen wir mit dem führenden Aroma- und Duftstoffhersteller täglich in Kontakt, sei es über Lebensmittel, Pflegeprodukte oder Reinigungsmittel. Und natürlich über Parfüms. Unter Investoren sind der Genfer Konzern und seine Aktien dagegen durchaus bekannt: als konjunkturresistentes Qualitätshaus und als Swan-Aktie, Swan wie «sleep well at night». Givaudan selbst hat mit Schlafen allerdings nichts am Hut: Im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz 12 Prozent, aus eigener Kraft waren es 6 Prozent. Die am Ebitda gemessene Marge ist beständig hoch – 2019 waren es 21,5 Prozent –, und der Zufluss an freien Mitteln sprudelt kräftig. Zudem ist bisher in jedem Jahr die Dividende erhöht worden; für 2019 sollen es 62 Franken sein. Die Nettoverschuldung im Umfang des fast dreifachen Ebitda ist wegen der zahlreichen Übernahmen inzwischen zwar stattlich. Problematisch ist das aber nicht. Wenn mich etwas «stört», ist es eher die hohe Bewertung. Um Givaudan zu kaufen, würde ich einen Kursrücksetzer abwarten. Halten

Datencenter, Luftfahrt, E-Mobilität

Der Kabel- und Komponentenhersteller Huber+Suhner hat vergangenes Jahr weniger Umsatz und Aufträge verzeichnet. Doch ist dieser «Absacker» vor allem einem auslaufenden Grossauftrag aus Indien zur Antennenumrüstung auf 4G geschuldet. Mit Spezialkomponenten für diese Umrüstung hat Huber+Suhner auf der ganzen Welt Erfolge gefeiert, die Profitabilität nimmt jetzt aber ab, weil die Technik schon älter ist und Rabatte gewährt werden müssen. Der Profitabilität kommt das Auslaufen des Grossauftrags zugut. Eindrücklich zeigte sich das im Halbjahresabschluss, als der Umsatz 5,6 Prozent nachgab, der Betriebsgewinn aber 7,8 Prozent zulegte, weil höhermargige Produkte nun einen grösseren Teil des Umsatzes ausmachten. Jüngst hat der Aktienkurs leicht korrigiert. Doch das dürfte eine Kaufgelegenheit sein, denn das Unternehmen bedient wachsende Märkte, etwa mit Komponenten für Datencenter, Luftfahrt und E-Mobilität. Dazu steht der Wechsel zum 5G-Handyübertragungsstandard an, für den Huber+Suhner Produkte entwickelt hat. Nach dem Rückgang im letzten Jahr tritt das Unternehmen in eine neue Wachstumsphase ein. Kaufen

Langweilig, aber gut

Vergangene Woche überraschten mich die Liechtensteinische Landesbank (LLB) und die VP Bank. Die beiden Liechtensteiner haben vorab über ihr Ergebnis berichtet. Der Grund war erfreulich, sie haben 2019 sehr gut gewirtschaftet. Bei der LLB soll der Gewinn 45 Prozent auf 123 Millionen Franken klettern, die kleinere VP Bank erwartet einen Gewinn von 74 Millionen Franken, das sind gut 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Bravo. Auch wenn das Börsenumfeld und teilweise Einmaleffekte geholfen haben, ist mir bei beiden etwas aufgefallen: Sie haben ihre Kosten im Griff. Der höhere Gewinn geht also mit einer verbesserten Effizienz einher. Dabei sind die Aktien nicht teuer. Beide handeln mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 und einer Dividendenrendite von 3,4 und 3,3 Prozent. Ich habe den Eindruck, dass die Liechtensteiner unter dem Radar fliegen. Was mir bei der LLB auch gefällt, ist das Aktionariat. 57,5 Prozent gehören dem Land Liechtenstein. Vielleicht sind die beiden Institute langweilig. Aber bei Banken mag ich das. Kaufen

Chinesische Konkurrenten sind pleitegegangen

Es gibt sie noch, die kleinen Schweizer Industrieunternehmen, die international mithalten können. Die Wattwiler Gurit stellt Materialien für Rotorenblätter von Windenergieanlagen her. 2018 wurden Windenergieräder mit 50 Gigawatt Leistung installiert (zweieinhalbmal so viel wie der gesamte Kraftwerkspark der Schweiz), 2019 waren es rund 70 Gigawatt. Etwa gleich stark ist der Umsatz von Gurit gewachsen, ebenso der Aktienkurs. Denn das Unternehmen profitiert nicht nur von einem stark wachsenden Markt, sondern ist hierin auch noch sehr gut positioniert. Jüngst sind chinesische Konkurrenten pleitegegangen, wodurch Gurit nun in China mehr Aufträge erhält. Die Nachfrage nach den Produkten von Gurit wird ebenso wie der Zubau von Windenergie stark bleiben, aber in den kommenden Jahren nicht mehr so stark wachsen. Wer jetzt einen Teil der Kursgewinne der vergangenen Monate realisieren will, sollte das tun. Erste Analysten haben ihre Einschätzung bereits angepasst. Ich könnte mir vorstellen, dass nach den provisorischen Umsatzzahlen kommenden Freitag weitere folgen. Gewinne realisieren. Halten

Ausgezeichnete Perspektiven

Die Produkte von Belimo sind dem normalen Konsumenten kaum bekannt. Das Unternehmen ist aber ein weltweit führender Hersteller von sogenannten Klappenstell­antrieben für die Steuerung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen. Belimo ist technologisch Spitzenklasse und liefert regelmässig sehr gute Resultate. So auch für 2019: Der Umsatz wurde in Franken 7,8 Prozent gesteigert und in Lokalwährungen gar 9,2 Prozent. Die Ertragszahlen sind noch nicht bekannt, der Abschluss wird am 9. März publiziert. Das Unternehmen stellt jedoch einen Gewinn in Aussicht, der höher ausfallen dürfte als erwartet. Der Grund ist ein positiver Effekt aus der vom Volk angenommenen Steuerreform. Das Gewinnwachstum für 2019 dürfte 10 Prozent deutlich überschreiten. Auch die Perspektiven von Belimo sind ausgezeichnet, das Unternehmen profitiert stark vom Trend zur Gebäudeautomation und zum Energiesparen. Ich sehe derzeit eigentlich nur einen Wermutstropfen: Die Aktien sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (Basis 2020) von 40 sehr teuer. Halten

 

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