Wie Sie auf US-Dividenden-Stars setzen

Im S&P 500 Dividend Aristocrats-Index sind Firmen enthalten, die hohe Dividenden zahlen und doch wachsen.

Der Getränkehersteller Coca-Cola erfrischt weltweit durstige Kehlen – und erfreut Aktionäre. Foto: Elise Amendola (Keystone)

Ich möchte in amerikanische Aktien investieren, möglichst in solche, die eine schöne Dividende aufweisen. Welche Titel sind aus Ihrer Sicht interessant? K.R.

Am US-Aktienmarkt mit seiner Vielzahl an Unternehmen würde ich nicht in Einzeltitel investieren, sondern den Markt über einen Fonds oder Exchange Traded Fund (ETF) abdecken. Das hat den Pluspunkt, dass Sie trotz der immensen Grösse des Marktes eine breite Diversifikation erreichen. Wenn Sie Einzelpositionen halten, ist das bei kleineren Vermögen kaum machbar.

Neben einem klassischen US-Aktienfonds könnten Sie einen Indexfonds oder einen ETF erwerben, der an den wichtigen S&P-500-Index gekoppelt ist. Damit erreichen Sie bereits eine gute Abdeckung.

Da Sie mir aber auch noch schreiben, dass Ihnen als Kriterium für Ihre Aktienauswahl auch eine attraktive Dividende wichtig ist, würde ich mir den S&P 500 Dividend Aristocrats-Index genauer anschauen. Das ist ein Index, der aus über 50 US-Börsenfirmen aus mehr als zehn Branchen zusammengesetzt ist, die ihre Dividenden seit mindestens 25 Jahren ohne Unterbruch jedes Jahr angehoben haben und nicht allein nur eine schöne Dividende versprechen, sondern auch positive Wachstumsperspektiven aufweisen.

Der sinnvolle Gedanke dahinter: Nur eine hohe Dividendenrendite allein nützt Ihnen wenig. Offensichtlich ist das beim Beispiel der Schweizer Grossbank UBS. Diese bietet Ihnen derzeit zwar eine beeindruckende Dividendenrendite von über 6 Prozent. Der Kursverlauf der Aktie ist aber wenig ermutigend. Unter den SMI-Werten bildet die UBS punkto Performance derzeit das Schlusslicht.

Ein positives Beispiel ist dagegen Nestlé: Trotz hoher Dividende hat die Aktie des Börsenschwergewichts im laufenden Jahr über 30 Prozent vorwärtsgemacht.

Der S&P 500 Dividend Aristocrats-Index bietet genau eine aus Aktionärssicht wünschbare Kombination von Dividendenrendite plus Wachstum. Dem Index gehören bekannte US-Konzerne an wie Procter & Gamble, Colgate-Palmolive, Johnson & Johnson, Coca-Cola, Walmart, McDonald’s, Exxon Mobil oder 3M.

Natürlich könnten Sie auch diese Einzeltitel erwerben. Aus Diversifikationsgründen würde ich indes einen ETF vorziehen, der an den S&P 500 Dividend Aristocrats-Index gebunden ist. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass die Indexzusammensetzung mehrmals pro Jahr überprüft wird. Falls ein Unternehmen die Aufnahmekriterien nicht mehr erfüllen würde, fliegt es raus – und Sie laufen nicht Gefahr, dass Sie eine Krisenfirma wie einen Ladenhüter im Depot behalten.

Weit verbreitet ist zum Beispiel der ETF mit Kürzel NOBL des US-Anbieters ProShares und mit einer Kostenquote von 0,35 Prozent. Wenn Sie ein solches Produkt nutzen, müssen Sie sich allerdings bewusst sein, dass Sie damit erhöhte Risiken eingehen, da es zwar im US-Aktiensegment eine gute Diversifikation bietet, aber zu hundert Prozent nur auf Aktien setzt. Sie müssen somit mit hohen Kursschwankungen rechnen.