Wie verschiebe ich mein 3.-Säule-Geld?

Beim Zügeln der Säule 3a gelten klar Regeln. Erfahren Sie, wie es klappt.

Flexible 3a-Strategien: Bestehende Fonds können verkauft und 3a-Konten transferiert werden. Foto: Keystone

Ich bin 34 und habe den 3a-Fonds Mixta BVG Maxi bei der Credit Suisse. Aufgrund meiner persönlichen Überzeugung möchte ich den Fonds zu Viac verschieben, da ich dort mehr Einfluss auf die Art der Investitionen habe und mir nachhaltige und faire Investitionen wichtig sind. Wie kann ich einen bestehenden 3a-Fonds schliessen? U.K.

Der von Ihnen gehaltene Mixta BVG Maxi-Fonds der Grossbank Credit Suisse ist ein klassischer Vorsorgefonds, der international eine breite Diversifikation ermöglicht und einerseits in fest und variabel verzinsliche Werte investiert sowie anderseits in Aktien und in indirekte Immobilienanlagen.

Mit seiner Strategie erfüllt der Fonds die Anlagevorschriften aus der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2) und der Verordnung über die Anlagestiftungen (ASV). Als Zielgrösse hat die Fondsleitung einen Aktienanteil zwischen 35 Prozent und 50 Prozent des Nettovermögens festgelegt. Ausserdem darf der nicht abgesicherte Teil des Fremdwährungsengagements knapp ein Drittel des Nettovermögens nicht überschreiten.

Das Problem bei diesem Fonds sehe ich bei den Kosten. Die Fondsleitung weist eine jährliche Pauschalgebühr von stolzen 1,4 Prozent sowie eine noch höhere Betriebsaufwandquote Total Expense Ratio TER KGAST von 1,51 Prozent aus. Das bedeutet, dass die jährlich erwirtschaftete Rendite durch die Fondsgebühren geschmälert wird.

Der Mixta BVG Maxi der Credit Suisse ist ein aktiv geführter Fonds. Die Fondsleitung hat sich zum Ziel gesetzt, besser als der Markt und die genutzten Referenzsätze zu arbeiten. In der Praxis gelingt das allerdings längst nicht allen aktiv geführten Fonds und schon gar nicht in jedem Jahr.

Deutlich geringere Gebühren hätten Sie indes mit passiv geführten Vorsorgefonds, die eng an festgelegte Indices gekoppelt sind und deutlich geringere Gebühren verrechnen. Der mit Ihrem Fonds vergleichbare Swisscanto BVG 3 Index 45 RT CH zum Beispiel belastet mit einer Total Expense Ratio TER von 0,36 Prozent deutlich geringere Gebühren. Auch von anderen Anbietern sind passive Vorsorgefonds erhältlich, die nur tiefe Gebühren in Rechnung stellen.

Vor diesem Hintergrund würde ich Ihren bestehenden Fonds aus der Säule 3a verkaufen und dann das Säule-3a-Konto kündigen. Den Betrag können Sie dann einfach zum neuen Anbieter auf ein neues Säule-3a-Konto transferieren und bei diesem neue Vorsorgefonds erwerben.

Bei Säule-3a-Konten ist es wichtig zu wissen, dass Sie nur immer das ganze Konto – also keine Teilbeträge – an eine andere Bank transferieren können. Und das Geld muss wieder auf ein Vorsorgekonto oder in Vorsorgefonds fliessen. Das ist in Ihrem Fall alles gegeben, wie ich Ihren Angaben entnehme.

Wenn es Ihre finanziellen Möglichkeiten zulassen, würde ich jeweils pro Jahr den Maximalbetrag in die Säule 3a einzahlen und dann den Betrag immer in günstige Vorsorgefonds investieren. Wenn Sie monatliche Überweisungen von vielleicht 200 bis 300 Franken machen und einen Dauerauftrag erteilen, können Sie jeweils gestaffelt Fondsanteile kaufen. So senken Sie das Risiko, dass Sie zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt gekauft haben.

Nach ein paar Jahren würde ich zudem ein zweites Säule-3a-Konto eröffnen und dann jeweils auf dieses einzahlen und ebenfalls wieder Vorsorgefondsanteile erwerben und später dann auch noch ein drittes Säule-3a-Konto. So können Sie dann bei Ihrer Pensionierung Ihre Säule-Konten gestaffelt beziehen und sparen dadurch in den meisten Kantonen erheblich Steuern.

11 Kommentare zu «Wie verschiebe ich mein 3.-Säule-Geld?»

  • Peter Rohner sagt:

    Das Transferieren von 3a-Vermögen zu VIAC ist ganz einfach. Installieren Sie die VIAC-App auf Ihrem Smartphone. Innerhalb der VIAC-App gibt es die Ansicht „Einzahlen“. Dort wird genau beschrieben, wie Sie bestehendes 3a-Vermögen zu VIAC transferieren können.

    • Peter Rohner sagt:

      Alle 3a-Sparprodukt-Anbieter sind übrigens sehr daran interessiert, dass bestehende 3a-Guthaben zu ihnen transferiert werden. Aus diesem Grund muss der Kunde bloss ein Formular unterschreiben, der Rest wird dann vom neuen Anbieter kostenlos erledigt.

  • Tom Sivers sagt:

    Einem 34-jährigen Fragesteller welcher noch 31 -Jahren bis zur Pension arbeiten muss den Swisscanto BVG 3 Index 45 RT CH mit einem Obligationen Anteil von 52% zu empfehlen, ist nach meiner Meinung nicht sinnvoll.
    Swisscanto bietet auch Passive Funds mit einem Aktienanteil von 70% an, was aufgrund des sehr langen Anlagehorizonts mehr Sinn macht.

    • Peter Rohner sagt:

      Ja, je länger man Zeit hat, desto mehr Aktienanteil ist zu empfehlen. Das Gute an der 3a-Lösung ist ja, dass man regelmässig (z.B. jährlich, halbjährlich etc.) und über Jahre hinweg einzahlt (im Idealfall noch Buy-and-Hold). Auf diese Weise bekommt man schöne Mischkurse, und Börsencrashs verlieren ihren Schrecken bzw. ihre Zerstörkraft.

      • Peter Rohner sagt:

        Jammerschade übrigens, dass bei der 2. Säule jede(r) Versicherte(r) über denselben Anlagemix verfügt. Auf diese Weise wird gerade bei jungen Leuten auf die Kraft der Mischkurse und des Zinseszinses verzichtet.

        Ich bin sehr für eine Privatisierung der 2. Säule (wie die 3. Säule), d.h. jeder spart für sich, und am Schluss kann er das Kapital beziehen oder dieses in eine Rente umwandeln lassen (inkl. freier Wahl eines zertifizierten Anbieters). Auf diese Weise verstummt das Gejammer der heutigen Pensionskassen bezüglich zu hoher Umwandlungssätze augenblicklich (bzw. das Gejammer geht erst richtig los, denn es gibt dann für sie keinen Selbstbedienungsladen mehr).

      • Hugo H. sagt:

        @Peter Rohner:
        Und wer macht nun eine Volksinitiative für die Privatisierung der BVG-Konten?
        Ja, die BVG-Versicherungen jammern dauernd … und die anderen auch. – Und niemand macht etwas konkretes. – Hektischer Stillstand!
        Schade! So wird weiterhin Geld umverteilt oder einfach „abgezogen“ …

  • Peter Rohner sagt:

    Ja, sehe ich auch so. VIAC bietet übrigens 3a-Sparlösungen mit bis zu 100% Aktienanteil an. Kann ich den jungen Leuten wärmstens empfehlen.

    • Peter Rohner sagt:

      Wie Herr Spieler erwähnt, können mehrere 3a-Konten betrieben werden. In der gängigen Literatur wird empfohlen, ein 3a-Konto auf max. 50‘000.— anwachsen zu lassen und dann ein neues Konto zu eröffnen (aus Steuer- und Flexibilitäts-Gründen).

  • Anita Ricklin sagt:

    Habe letztes Jahr ein 3a-Konto von der CS auf eine andere Bank verschoben. Kurz danach bekam ich Steuerrechnungen vom Gemeindesteueramt, vom Kantonalen Steueramt und von den Bundessteuern. Bei jedem Amt musste ich „Rekurs“ eingeben (= Bestätigung der Einzahlung auf das neue Konto samt entsprechendem Brief, eingeschrieben). Danach kamen von jedem Amt Briefe, dass sie meinen Rekurs erhalten hätten und prüfen würden. Wenig später erhielt ich von jedem Amt eine Steuer-Einschätzung mit dem Betrag Fr. 0.–. Extrem ineffizientes und fragliches System, das viel Geld (Lohnkosten) und Aufwand kostet für nichts und wieder nichts!

  • Peter Rohner sagt:

    Oder Sie sind schon 59+ und somit berechtigt, 3a-Gelder zu beziehen. Kann sein, dass die Ämter dann automatisch von einem 3a-Bezug ausgehen. Nobody is perfect 😉

Kommentar

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