Ein Fonds allein ist selten genug

Nie nur auf einen einzigen Fonds setzen: Selbst ein gutes Fondsmanagement kann Trends mal falsch einschätzen und deshalb eine schwache Performance im Vergleich zum Gesamtmarkt erzielen. Foto: iStock

Mein ZKB-Berater rät mir, einen Teil meiner Fonds in das ZKB-Fondsportfolio Ambition zu überführen. Dies sei wegen der Bankspesen günstiger. Ich durchschaue indessen dieses Anlageinstrument nicht. Wenn ich seinem Rat folgen würde, hätte ich rund 100’000 Franken – also etwa ein Achtel meines Vermögens – in diesem Fondsportfolio, was wohl ein Klumpenrisiko darstellt. Was halten Sie von seinem Rat? L.F.

Der Swisscanto (CH) Portfolio Fund Ambition ist ein Strategiefonds, der breit diversifiziert weltweit in Aktien, Obligationen und übrige Anlagen investiert. Dabei bestehen Bandbreiten für die einzelnen Anlageklassen. Je nach Opportunität kann der Fonds mindestens 40 Prozent und höchstens 85 Prozent des Vermögens in Aktien und mindestens 5 Prozent und höchstens 60 Prozent des Vermögens in Obligationen anlegen.

Im aktuellen Tiefzinsumfeld sind Obligationen nicht attraktiv. Da macht es Sinn, dass die Fondsmanager einen breiten Spielraum haben und nur im kleinen Umfang in Anleihen investieren müssen und besser rentierende Aktien deutlich stärker gewichten können. Das bedeutet aber auch, dass Sie mit erheblichen Kursschwankungen rechnen müssen. Insbesondere wenn der Aktienanteil in gewissen Phasen bis zu 85 Prozent ausmacht, kann es zu sehr starken Kursausschlägen kommen.

Dafür haben Sie auch höhere Renditechancen. Geeignet ist dieser Fonds somit nur für Investoren, die höhere Risiken und Kursschwankungen in Kauf nehmen können und einen längeren Anlagehorizont von fünf bis zehn Jahren haben. Im letzten Jahr beispielsweise war die Performance negativ. Seit Jahresbeginn hat er indes wieder kräftig aufgeholt – parallel zur Erholung an den Aktienmärkten.

Mit diesem Fonds erreichen Sie zwar durchaus eine breite Diversifikation. Dennoch würde ich nie nur auf einen einzigen Fonds setzen. Selbst ein gutes Fondsmanagement kann Trends mal falsch einschätzen und deshalb eine schwache Performance im Vergleich zum Gesamtmarkt erzielen. Besser ist es aus meiner Sicht, auf mehrere verschiedene Fonds zu setzen. So erhöhen Sie Ihre Diversifikation und verringern Ihr Klumpenrisiko.

In Ihrem Fall würde ich nicht gleich 100’000 Franken nur in einen einzelnen Fonds anlegen, sondern nur einen Teil davon. Dazu kommt, dass der Fonds mit einer Gesamtkostenkennziffer Total Expense Ratio (TER) von 1,5 Prozent nicht wirklich günstig ist. Da ich Ihr Depot nicht kenne, ist mir nicht klar, ob und wie Sie wirklich Spesen sparen würden, wie es Ihr Bankberater gesagt hat.

Ich würde den Fonds für einen Teil des Geldes nutzen, aber zusätzlich noch weitere Fonds halten. Sie könnten beispielsweise dieses Produkt als Kernanlage einsetzen, aber Ihr Portfolio mit weiteren passiv verwalteten Instrumenten ergänzen, die auch andere Anlageklassen wie Rohstoffe, Edelmetalle, Anleihen oder Immobilien abdecken.

Ihren Angaben entnehme ich ausserdem, dass Sie noch hohe Cashbeträge auf dem Konto haben. Diese würde ich ebenfalls breit diversifiziert in Fonds anlegen, da Sie auf dem Geld, das einfach auf dem Konto liegt, nicht nur keinen Zins bekommen, sondern unter Berücksichtigung von Gebühren und der Teuerung faktisch sogar Geld verlieren.