So stellen Sie das Erbe Ihrer Enkel sicher

Auf der sicheren Seite: Eine frühzeitige Übertragung des Geschenksparkontos auf die Enkel lohnt sich. Wie eng die Definition des Kindesvermögens vorgenommen wird, ist rechtlich umstritten. Foto: iStock

Wir sind Grosseltern von zwei Enkelkindern. Beim ersten Enkelkind haben wir nach seiner Geburt ein Geschenksparkonto angelegt. Beim zweiten Enkelkind wollen wir das auch tun. Allerdings wollen wir sicherstellen, dass die Enkel das Geld auf dem Geschenksparkonto an ihrem 18. Geburtstag auch wirklich bekommen. Falls wir ins Pflegeheim müssten, würde ja auch unser Erspartes für die Kosten herangezogen. Was wäre mit den Geschenksparkonten der Enkel? H.M.

Für die Deckung von Pflegekosten werden in erster Linie alle Renten der AHV/IV und der Pensionskasse angerechnet. Falls die Renten für die Begleichung des Aufwandes nicht ausreichen, was oft vorkommt, können Ergänzungsleistungen beantragt werden. Dabei werden neben der Rente zusätzlich u.a. allfällige Einkünfte aus dem Vermögen wie Zinsen oder Mieteinnahmen usw. zur Anrechnung beigezogen.

Wenn jemand Vermögen hat, wird der Teil des Vermögens angerechnet, der bei Alleinstehenden 37’500 Franken und bei Ehepaaren 60’000 Franken übersteigt. Wenn jemand selbst genutztes Wohneigentum besitzt, was bei Ihnen nicht der Fall ist, werden zusätzlich 112’500 Franken nicht als Vermögen berücksichtigt. In gewissen Fällen ist dieser Betrag noch höher. Es wird also nicht einfach das gesamte Vermögen aufgebraucht. So viel zur allgemeinen Finanzierung von Pflegekosten.

Indem Sie Ihren Enkeln ein Geschenksparkonto eröffnen und Geld darauf überweisen, vollziehen Sie formell eine Schenkung an Ihre Enkel. Wenn Sie das Geld klar abgrenzen und bei der Bank als Geschenksparkonto für die Enkel deklarieren, gelangt das Geld durch die Schenkung ins Kindesvermögen. Damit ist es aus meiner Sicht geschütztes Kindesvermögen, über das nicht mehr einfach frei verfügt werden kann.

Mit dem Erreichen der Volljährigkeit können Sie das Konto auf Ihre Enkel übertragen. Bei Erreichen der Volljährigkeit Ihrer Enkel wird das Geschenksparkonto automatisch in ein Sparkonto umgewandelt. Mit einer Umwandlung in ein Jugendsparkonto können Sie es auch bereits übertragen, wenn Ihre Enkel 14-jährig sind. Das würde ich Ihnen empfehlen. Dann ist es eindeutig Kindesvermögen.

Wie eng die Definition des Kindesvermögens vorgenommen wird, ist rechtlich umstritten. Mit einer frühzeitigen Übertragung sind Sie jedenfalls auf der sicheren Seite. Beachten Sie, dass im Todesfall des Kontoeröffners das Geschenksparkonto in dessen Nachlass fällt.

Wenn Sie sicherstellen möchten, dass das Kontoguthaben auch für diesen Fall wirklich Ihren Enkeln zugewendet wird, raten Banken dazu, eine entsprechende Regelung im Testament aufzuführen.