Vorbezug von PK-Geld als Eigengoal

Der Vorbezug von PK-Geld bringt Nachteile für die Vorsorge: Einerseits fehlt das Geld in der 2. Säule, anderseits hat man in der Regel schlechtere Risikoleistungen. Foto: Getty Images

Im kommenden Frühjahr steht meine Hypothek zur Erneuerung an. Ich erwäge, ob ich einen Teil der Hypothek mittels PK-Verwendung ablösen soll. Bis jetzt konnte mir aber noch niemand sagen, ob ein solcher Schritt wieder rückgängig gemacht werden könnte. Könnte ich später bei Bedarf meine Hypothek wieder erhöhen und so das PK-Guthaben quasi wieder in die PK einbringen? M.F.

Wenn Sie im Rahmen eines Vorbezuges einen Teil Ihres Geldes aus Ihrer Pensionskasse nehmen, dürfen Sie dieses später auch wieder in diese einbringen. Solche Rückzahlungen sind allerdings nur bis drei Jahre vor Ihrer Pensionierung möglich. Ausserdem darf es zu keinem Vorsorgefall wie Invalidität oder Tod gekommen sein.

Ein Vorbezug von Pensionskassengeld ist nicht nur für den Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum erlaubt, sondern auch für dessen Amortisation. So gesehen ist es also durchaus möglich, dass Sie eine Tranche Ihrer auslaufenden Hypothek durch einen Vorbezug aus der PK ablösen können. Der Pluspunkt bei diesem Schritt liegt darin, dass Sie sich die Bankzinsen für die Hypothek sparen können.

Ein solcher Vorbezug hat aus meiner Sicht aber auch gewichtige Nachteile für Ihre Vorsorge, die oft unterschätzt werden: Einerseits fehlt Ihnen das Geld in der 2. Säule für Ihre spätere Altersrente und Sie profitieren weniger von der darauf über die Jahre hinweg erwirtschafteten Rendite. Anderseits hat man im Zuge eines Vorbezuges in der Regel schlechtere Risikoleistungen im Invaliditäts- oder Todesfall.

Welches genau die Folgen eines Vorbezuges für Ihre Risikoleistungen wären, müssten Sie im Reglement Ihrer Pensionskasse oder direkt bei der Kasse prüfen. Ihren Angaben entnehme ich, dass Sie verheiratet sind und zwei Kinder haben. Für einen Familienvater halte ich die Risikoleistungen für besonders wichtig – erst recht, wenn noch Wohneigentum mit einer Hypothek vorhanden ist.

Falls Sie einen Vorbezug tätigen, würde ich Ihnen raten, sich zusätzlich gegen die Todesfall- und Invaliditätsrisiken abzusichern. Doch das gibt es nicht gratis. Das kostet Sie Prämien. Die Ersparnis bei den Hypothekarzinsen wird dadurch vermindert.

Wichtig ist auch, dass Sie die durch den Vorbezug entstandene Lücke in Ihrer Altersvorsorge später wieder auffüllen. Idealerweise durch angespartes Geld. Möglich ist dies im Prinzip aber auch, indem Sie wieder zusätzlich eine Hypothek aufnehmen würden – vorausgesetzt, dass Ihnen die Bank dann wieder Ihre Hypothek aufstockt. Grundsätzlich ist dies möglich.

Je älter Sie werden, desto kritischer wird die Bank aber Ihr Hypothekendossier prüfen. Insbesondere wird die Bank genau nachfragen, wie hoch Ihr Renteneinkommen nach Ihrer Pensionierung ausfallen wird. Bei der Berechnung der Tragbarkeit wird die Bank nicht die aktuell tiefen Zinsen einsetzen, sondern einen theoretischen Satz von fünf Prozent zuzüglich ein Prozent Nebenkosten. Wenn Sie dann nicht ein hohes Renteneinkommen oder sonst viel Geld auf der Seite haben, ist es möglich, dass die Bank bei der Tragbarkeit ein Fragezeichen macht und eine Wiederaufstockung der Hypothek ablehnt, zumal auch Ihre Liegenschaft ebenfalls älter geworden ist.

Persönlich würde ich eher versuchen, durch eigene Sparbeiträge die Hypothek mit steigendem Alter schrittweise zu senken. Die Altersvorsorge und die Risikoleistungen hingegen würde ich auf keinen Fall schwächen.