Wie Sie Ihr Haus gegen Erdbeben versichern

Hin und wieder passiert es doch: Arbeiter räumen im Wallis nach einem Erdbeben 1946 auf. Foto: Keystone

Man hört immer wieder von Erdbeben, zuletzt wieder in Indonesien. Wir haben ein kleines Haus in der Stadt Zürich und fragen uns, wie wir bei einem Erdbeben hier versichert wären. Müssten wir alles abschreiben? R.I.

Nein. Starke Erdbeben sind in der Schweiz anders als in Indonesien, wo diese häufig auftreten, zum Glück selten. Dennoch gibt es auch hierzulande viele leichtere Beben der Erde, welche wir oft gar nicht bemerken, die aber von der Schweizer Erdbebenwarte der ETH Zürich registriert werden. Ganz ausschliessen kann man starke Erdbeben auch in der Schweiz nicht.

Auch wenn die Erdbebenrisiken in den Gebieten um Basel oder im Wallis etwas höher sind, könnte es auch im Grossraum Zürich zu einem Beben kommen, welches Gebäude in Mitleidenschaft zieht.

Viele Hausbesitzer unterschätzen meines Erachtens die Erdbebenrisiken: Zwar sind diese hierzulande gering, wenn es aber zu einem Schaden kommt, ist es für viele besonders fatal, da man ohne Versicherung im schlimmsten Fall einerseits auf einem zerstörten Gebäude und anderseits meist auch noch auf einer Hypothek bei der Bank sitzt, die trotzdem finanziert werden muss.

In Ihrem Fall ist es aber so, dass Sie gegen das Erdbebenrisiko zumindest teilweise abgesichert sind. Denn im Kanton Zürich umfasst die Gebäudeversicherung (GVZ) auch Erdbebenschäden. Voraussetzung ist, dass das Beben mindestens den Stärkegrad sieben gemäss der seismischen Intensitätsskala MSK 1964 aufweist.

Leider hat die Sache einen Haken: Gemäss der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich umfasst die zur Verfügung stehende Summe pro Ereignis nur eine Milliarde Franken. Auf den ersten Blick mag dies sehr viel scheinen. Wenn es aber gerade in der dicht bebauten Stadt Zürich zu einem starken Beben mit vielen Schäden käme, wäre die Milliarde an Schadensumme pro Ereignis rasch aufgebraucht.

Die GVZ weist ihre Versicherten denn auch ausdrücklich darauf hin, dass die Erdbebendeckung beschränkt ist und bei einem Gesamtschaden im Kanton Zürich, «der diese Summe übersteigt, keine volle Deckung für die Gebäudeeigentümer» garantiert ist. Dazu kommt, dass Sie als Hausbesitzer und Versicherter einen Schaden von zehn Prozent der Versicherungssumme, mindestens aber 50’000 Franken selbst tragen müssten.

Diesen beträchtlichen Selbstbehalt können Sie aber mittels einer ergänzenden Erdbebenversicherung bei einem Privatversicherer wie der Zürich, Helvetia oder Mobiliar ausschliessen und auch den Deckungsumfang für Ihre Liegenschaft ausweiten.

In anderen Kantonen muss das Erdbebenrisiko ganz durch Privatversicherer abgedeckt werden. Obschon in der Schweiz das Erdbebenrisiko gering ist, empfehle ich Hausbesitzern, eine Erdbebenversicherung abzuschliessen – erst recht, wenn man eine Hypothek bei der Bank hat.