EMS-Aktien: Schöner Zustupf für die Ferien

 

Dividenenauszahlung im Sommer: Aktionäre der EMS erhalten nach der GV am 11. August knapp 3 Prozent Dividende. Foto: Shutterstock

Schon seit einiger Zeit trage ich mich mit dem Gedanken, Aktien der Ems-Chemie zu kaufen. Wie stufen Sie das Unternehmen und die Aktien ein? R.U.

Die EMS-Gruppe mit Sitz im bündnerischen Domat/Ems und 26 Produktionsstandorten in 16 verschiedenen Ländern weltweit fokussiert sich auf Hochleistungspolymere und Spezialchemikalien.

Hochleistungspolymere haben den Pluspunkt, dass sie deutlich leichter als etwa Metall und gleichzeitig sehr hitzebeständig sind. Diese Vorteile tragen dazu bei, dass Hochleistungspolymere im grossen Stil in der Auto- und Luftfahrtindustrie zum Einsatz gelangen.

In diesem Segment wächst die Ems Chemie seit Jahren mit meist zweistelligen Raten – so auch im ersten Quartal dieses Jahres, als der Umsatz in diesem Segment um 11,5 Prozent anstieg. Noch mehr zugelegt hat die Gruppe allerdings im Bereich Spezialchemikalien mit Plus 13,6 Prozent. Alles in allem stieg der Umsatz der Gruppe in den ersten drei Monaten um fast 12 Prozent auf 595 Millionen Franken.

Auch für das zweite Quartal erwarte ich bei Ems ein ansprechendes Wachstum. Die Nachfrage aus der europäischen Automobilindustrie ist weiter vorhanden. Immer mehr Autohersteller ersetzen Metallteile durch Kunststoffe. Davon profitiert Ems überproportional.

Der Automobilsektor macht denn auch über 60 Prozent des Umsatzes der Ems-Gruppe aus. Das bedeutet, dass Ems als Zulieferer und Hersteller von Kunststoffen, Klebstoffen, Abdichtungen, Beschichtungen und elektrischen Anzündern für die Automobilindustrie auch stark von dieser abhängig ist.

Diese läuft zwar nach wie vor ansprechend, könnte aber in Zukunft unter der schwer berechenbaren Handelspolitik von US-Präsident Trump und dem internationalen Handelskrieg zwischen den USA, Europa und China leiden.

Allerdings gelingt es der Ems immer wieder mit innovativen Produkten in neue Produktesegmente vorzustossen und die hohe Abhängigkeit vom Autosektor zu kompensieren und das gesamte Produkteportefeuille stärker zu diversifizieren. Erzeugnisse von Ems werden auch in der Herstellung von höchst unterschiedlichen Produkten wie Smartphones, Maschinen, Brillen oder Verpackungen genutzt.

Die hohe Innovationsfähigkeit erlaubt es Ems, die Margen zu verteidigen und teilweise sogar auszuweiten und selbst höhere Rohstoffpreise an die Kunden weiterzugeben.

Dennoch zählt Firmenchefin und Grossaktionärin Magdalena Martullo-Blocher nicht zu jenen, welche dauernd auf Optimismus machen und die Erwartungen der Investoren in die Höhe treiben. Im Gegenteil: Die SVP-Nationalrätin warnt die Aktionäre vor dem Risiko einer Abschwächung des weltweiten Konjunkturwachstums, was sich negativ auf die Ems auswirken könnte.

Das Unternehmen weist darauf hin, dass die globale Autoproduktion praktisch stagniert. Immerhin werden in Europa noch mehr Autos produziert, die riesigen Märkte China und Nordamerika wachsen indes kaum mehr.

Immerhin erwartet Ems in diesem Jahr einen Nettoumsatz und ein Betriebsergebnis leicht über Vorjahr und kann somit weiter wachsen. Damit die Gewinnqualität hoch bleibt, hat das Unternehmen ein Effizienzprogramm lanciert. Wie sich die Gruppe im ersten Halbjahr geschlagen hat, erfahren wir bereits am 13. Juli.

Die Generalversammlung findet am 11. August statt, nach der dann die Dividendenauszahlung erfolgt. Zusätzlich zum langfristigen Wachstum bieten die Ems-Papiere eine schöne Dividendenrendite von rund 2,8 Prozent. Gemessen am Kurs-/Gewinnverhältnis sind die Aktien definitiv nicht günstig, notieren aufgrund der Marktkorrekturen aber deutlich unter den bisherigen Jahreshöchstständen.

Wer Wert auf hohe Dividendenrenditen legt, kann sich im August mit den Papieren der Ems einen Zustupf fürs Ferienbudget verdienen.