Achtung bei PK-Vorbezug!

Ein Teilbezug des Vorsorgekapitals hat Rentenkürzungen zur Folge. Foto: iStock

Ein Teilbezug des Vorsorgekapitals hat Rentenkürzungen zur Folge. Foto: iStock

Ich habe mich für die Frühpensionierung entschlossen, bin aber noch in ungekündigter Stellung. Nun hat mir meine Pensionskasse vorgeschlagen, ich könnte mir überlegen, einen Anteil von 50’000 Franken in bar auszahlen zu lassen, dies würde aber eine Renteneinbusse von 200 Franken nach sich ziehen. Würde sich das überhaupt lohnen? U.B.

Ich bin skeptisch. Ich sehe nicht, worin Ihr Vorteil liegt, wenn Sie sich von Ihrer Pensionskasse über die gewählte Rente noch 50’000 Franken als Kapital auszahlen lassen würden. Die Renteneinbusse, die Sie deswegen erleiden, gilt bis ans Lebensende.

Wenn Sie mehr als zwanzig Jahre nach der Pensionierung weiterleben, was ich für Sie hoffe, fahren Sie ohnehin schlechter. Denn die Pensionskasse tritt mit dieser Teilauszahlung das Langlebigkeitsrisiko für diesen Betrag an Sie ab.

Dazu kommt, dass Sie auch die allenfalls als Kapital bezogenen 50’000 Franken bei der Auszahlung versteuern müssen – immerhin separat vom übrigen Einkommen und zu einem reduzierten Satz. Aber steuerfrei haben Sie dieses Geld nicht. Auch die Rente müssen Sie allerdings später versteuern.

Wie Sie mir schreiben, besitzen Sie zudem noch mehrere 3.-Säule-Konten, welche ebenfalls zur Auszahlung gelangen. Da rate ich Ihnen, eine gestaffelte Auszahlung vorzunehmen. Die mögliche Kapitalauszahlung von 50’000 Franken engt Sie aber bei der gestaffelten Auszahlung des 3.-Säule-Geldes möglicherweise ein. Beziehen sollten Sie diese Gelder ohnehin nicht, da Sie sonst mehr Steuern zahlen.

Sinn macht für mich der Teilbezug von 50’000 Franken nur, wenn Sie dieses Geld unbedingt für einen bestimmten Zweck brauchen oder wenn Sie sich damit einen lange gehegten Traum erfüllen möchten. Doch dann müssten Sie sich bewusst sein, dass dieses Geld dann eben bei der Altersvorsorge fehlt.

Gegen eine Teilkapitalauszahlung im genannten Umfang spricht für mich auch die Tatsache, dass Sie, wie Sie mir schreiben, über die 3.-Säule-Konten hinaus noch einiges an Vermögen auf der Seite haben. Dies deutet darauf hin, dass Sie die 50’000 Franken als liquide Mittel eigentlich gar nicht brauchen.

Natürlich kenne ich Ihre genauen Lebens- und Finanzumstände nicht und kann daher aus der Ferne nicht eine Beurteilung vornehmen. Ich rate Ihnen daher, zusammen mit den Vorsorgespezialisten Ihrer Bank oder Versicherung die Details unter Einbezug aller Aspekte nochmals zu prüfen. Aufgrund dieser Gesamtsicht über Ihre Finanz- und Vorsorgesituation können Sie dann selbst die richtige Entscheidung treffen.