Sicherheit oder Rendite?

Wer viel Wert auf Sicherheit legt, kann sein Geld auch bei Versicherungen anlegen. Foto: Getty Images

Wer viel Wert auf Sicherheit legt, kann sein Geld auch bei Versicherungen anlegen. Foto: Getty Images

Ich bin 48-jährig und habe eine Frage zur Vermögensverwaltung. Soll man diese besser der Versicherung oder der Bank überlassen? Wo liegt die Wahrheit für die Anlage: Weitere Lebensversicherung oder zu einer Bank gehen? D. B.

Dafür gibt es keine eindeutige Antwort. Was im konkreten Fall sinnvoll ist, hängt von Ihrer Lebenssituation und Ihren finanziellen Bedürfnissen ab. Die grosse Stärke der Versicherungen besteht darin, dass sie sich auf den Schutz für ihre Kunden vor diversen Risiken fokussieren.

Der Risikoschutz bedeutet allerdings nicht, dass Versicherer nicht auch in der Vermögensverwaltung geübt sind. Gerade im Vorsorgegeschäft verwalten die Versicherer Milliarden an Vermögen – so etwa im Rahmen der beruflichen Vorsorge, aber auch im traditionellen Lebensversicherungsgeschäft.

Darüber hinaus haben die Assekuranzfirmen in den letzten Jahren vermehrt auch Anlagevehikel für Privatinvestoren geschaffen, bei denen man an der Entwicklung der Finanzmärkte partizipieren und gleichzeitig einen Risikoschutz in Anspruch nehmen kann.

Bei den Banken auf der anderen Seite gehört die Verwaltung von Vermögen zum eigentlichen Kerngeschäft. Sie bieten für praktisch alle Vermögensgrössen Anlagevehikel und -lösungen, damit diese mehr aus ihrem Sparbatzen machen können. Der Umgang mit Finanzrisiken ist auch für die Banken eine zentrale Aufgabe. Sie müssen für die Kundschaft die oft heikle Gratwanderung zwischen dem Wunsch nach möglichst hoher Rendite und möglichst geringen Risiken meistern, was in der Praxis natürlich längst nicht immer gelingt.

Tendenziell investieren Versicherer eher konservativer als traditionelle Banken. Dafür sind meist die Renditechancen bei Banken in der Regel höher. Die Gebührenmodelle zwischen Banken und Versicherungen sind sehr unterschiedlich und schwer vergleichbar. Beide Branchen greifen aber bei den Gebühren wenig bescheiden zu, was die Renditen der Kunden schmälert.

Beim Entscheid, ob Sie Ihr Geld eher einer Bank oder einer Versicherung anvertrauen möchten, sollten Sie sich fragen, welche Bedürfnisse Sie genau haben. Wenn es Ihnen beispielsweise wichtig ist, dass Sie Familienmitglieder absichern und das Todesfallrisiko abdecken möchten, kann eine Lebensversicherung mit Anlageteil durchaus Sinn machen. Allerdings können Sie bei der Versicherung auch eine in der Regel günstige reine Todesfallrisiko-Police abschliessen und die Verwaltung Ihres Ersparten der Bank überlassen.

Wenn Sie hingegen keinen Risikoschutz brauchen, würde ich auf diesen verzichten, da er Kosten verursacht. In diesem Fall dürften Sie mit einer Banklösung eher besser fahren. Ich empfehle Ihnen, mit mehreren Banken und Versicherungen das Gespräch zu suchen. Dabei können Sie systematisch abklären, welche Finanzbedürfnisse Sie haben, und sich von den Anbietern konkrete Offerten und Lösungsvorschläge aufzeigen lassen. Wichtig dabei ist, dass Sie auch Transparenz bei den Gebühren verlangen. Anhand der verschiedenen Offerten können Sie abschätzen, welche Anlagelösungen für Ihre persönliche Lebenssituation geeignet und am ehesten erfolgversprechend sind.