3.-Säule-Gelder sinnvoll anlegen

Geldvermehrung: Auf die 3.'Säule können Sie bauen, wenn Sie das Geld auf persönliche Lebensziele ausrichten. Foto: Keystone

Geldvermehrung: Auf die 3. Säule können Sie bauen, wenn Sie das Geld auf persönliche Lebensziele ausrichten. Foto: Keystone

Ich (35) habe bis jetzt jedes Jahr 50 Prozent des Maximalbetrags in einen 3a-Fonds und die anderen 50 Prozent auf ein 3a-Konto eingezahlt. Macht das Sinn? Mein Bankberater meinte, es wäre Verschwendung, die Hälfte auf dem 3a-Konto herumliegen zu lassen. Ich wollte jedoch immer etwas Sicherheit, falls sich der Fonds negativ entwickelt und ich Geld für ein Haus oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit brauchte. L. M.

Bei der 3. Säule empfehle ich folgende Daumenregel: Je jünger man ist, desto eher sollte man sein Vorsorgegeld in kostengünstige Wertschriftenfonds mit Aktienanteil investieren. Der Grund ist einfach: Als Junger haben Sie einen langen Anlagehorizont und selbst bei einem Kursrückschlag die Chance, einen allfälligen Buchverlust wieder aufzuholen. Vor allem aber profitieren Sie so überdurchschnittlich vom Zinseszinseffekt der besseren Rendite.

Da macht es über einen Zeitraum von zwanzig oder dreissig Jahren einen grossen Unterschied, ob Sie mit dem Kapital 0,5 Prozent oder beispielsweise 2,5 Prozent pro Jahr erwirtschaften. Würden Sie während 30 Jahren jedes Jahr 6000 Franken in die 3. Säule einzahlen, hätten Sie bei 0,5 Prozent einen Endbetrag von 195’000 Franken – bei 2,5 Prozent Durchschnittsrendite indes einen weit höheren Betrag von 270’000 Franken. Das spricht für sich.

Aus diesem Blickwinkel kann man durchaus wie Ihr Bankberater argumentieren, dass es eine Verschwendung ist, das Geld einfach auf dem 3.-Säule-Konto zu parkieren. In Ihrem Fall ist es allerdings ja nicht so, dass Sie einfach alles Geld aufs Konto legen, sondern nur die Hälfte, um sich abzusichern. Diese Strategie finde ich nachvollziehbar und für eher konservative Anleger sinnvoll, sofern Sie das übrige Geld nicht in konservativen Fonds mit sehr geringem Aktienanteil anlegen, sondern möglichst die höchste Aktienquote ausschöpfen.

Meines Erachtens dürfen Sie durchaus auf die im Rahmen der speziellen Vorsorgefonds erlaubte höchste Aktienquote setzen, weil Sie durch den Cashbetrag auf dem Konto bereits über eine wirksame Absicherung verfügen. Rein renditemässig und aufgrund Ihres Alters und Ihres langen Anlagehorizontes würde ich wohl gesamthaft einen höheren Betrag in Fonds investieren. Doch Sie selbst müssen für sich festlegen, wo Ihre Risikobereitschaft liegt. Denn falls es zu Buchverlusten käme, müssen Sie selbst – und nicht Ihr Bankberater – die Konsequenzen ausbaden. Sie müssen selbst abschätzen können, mit welchen Kursschwankungen Sie auch noch gut schlafen können. Eine generelle Empfehlung dafür gibt es nicht.

Ein wichtiger Aspekt neben der Risikobereitschaft ist Ihr Hinweis, dass Sie später allenfalls Geld aus der 3. Säule für selbst genutztes Wohneigentum oder die Aufnahme einer selbstständigen beruflichen Tätigkeit nutzen möchten. Auch da müssen Sie sich überlegen, von welchem Zeitrahmen Sie ausgehen. Falls Sie in den nächsten zehn Jahren sicher kein Wohneigentum kaufen werden, würde ich den Fondsanteil erhöhen. Falls sie aber bereits in den kommenden Jahren eine Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus erwerben möchten, würde ich nicht von Ihrer bisherigen Strategie abweichen und einen Teil des Geldes weiter sehr konservativ auf dem Konto horten. Ansonsten gehen Sie das Risiko ein, dass Sie vielleicht zum schlechtesten Zeitpunkt einen Teil Ihrer Fonds abstossen müssen, weil Sie dieses Kapital für das Wohneigentum brauchen.

Wie sonst beim Geldanlegen ist es wichtig, dass man auch beim Investment der 3.-Säule-Gelder seine eigene Risikofähigkeit prüft und die Strategie auf seine persönlichen Lebensumstände und -ziele abstimmt.