Hohe Dividende, gute Aussichten

Die Zukunft des Zementriesen ist in Takt: Hauptsitz von LafargeHolcim in Zürich. Foto: Patrick B. Krämer/Keystone

Die Wachstumsaussichten des Zementriesen sind intakt: Hauptsitz von LafargeHolcim in Zürich. Foto: Patrick B. Krämer/Keystone

Was denken Sie über die Aktien von LafargeHolcim als Anlage bei meiner Pensionierung? J. B.

Wenn Sie Aktien von LafargeHolcim erwerben, setzen Sie auf ein stark international tätiges Unternehmen. Unter der Führung von VR-Präsident Beat Hess wird die Integration der beiden fusionierten Unternehmen zügig vorangetrieben. Laut Beat Hess konnte bis Ende des ersten Semesters bereits die anvisierte Marke der Gesamtsynergien bis Ende 2017 von einer Milliarde Franken realisiert werden.

Neuen Schub in den Konzern brachte auch der frühere Sika-Chef Jan Jenisch, der seit 1. September als CEO amtet. Ihm traue ich viel zu: Unter seiner Leitung wuchs der Umsatz bei der Sika von rund 4,5 Milliarden Franken im Jahr 2011 auf fast 5,8 Milliarden Franken im Jahr 2016. Und die Ebit-Marge konnte er in dieser Zeit von 9 auf fast 14 Prozent erhöhen. Das hatte sich entsprechend positiv an der Börse auf die Marktkapitalisierung der Sika ausgewirkt, welche sich mehr als verdreifacht hatte.

Ob Jan Jenisch ein gleiches Kunststück auch bei LafargeHolcim gelingt, bezweifle ich. Dennoch bietet er dank seiner guten Branchenkenntnisse und dem beeindruckenden Leistungsausweis Gewähr, dass er hohe Ambitionen hat und LafargeHolcim noch stärker auf Wachstumskurs trimmen wird. Hier hat Jenisch freilich noch einige Arbeit vor sich. Die vom Konzern für das zweite Quartal präsentierten Zahlen waren in Ordnung, aber keineswegs berauschend. Positiv für die Zukunft ist die steigende Tendenz bei den Zementpreisen in den bedeutendsten Abnehmermärkten. Gegenüber dem Vorjahr stiegen diese gar über 5 Prozent.

Sinnvoll, wenn diversifiziert

Der fürs zweite Quartal ausgewiesene Konzerngewinn verdoppelte sich fast auf rund 787 Millionen Franken, und die Schuldenlast nahm um über 2 Milliarden auf 15,7 Milliarden Franken ab. Irritiert beim Quartalsausweis hat allerdings die Tatsache, dass der Umsatz nominell abnahm und der Konzern insbesondere in Asien und Europa eine schwächere Entwicklung vermelden musste. So hat LafargeHolcim denn auch für das laufende Jahr die eigenen Markterwartungen gesenkt. Erwartet wird nur noch ein Wachstum von 1 bis 3 Prozent, während vorher ein solches von 2 bis 4 Prozent in Aussicht gestellt wurde.

Immerhin werden aber beim Gewinn die Ziele bestätigt. Ich traue den Aktien von LafargeHolcim unter der Führung von VR-Präsident Beat Hess und dem neuen CEO Jan Jenisch eine weitere Kurssteigerung zu, wenngleich diese kaum so flott erfolgen wird wie jene der von Jenisch früher geführten Sika. Die Unwägbarkeiten sind bei LafargeHolcim beträchtlich. Der Konzern ist zwar international mit seinen Märkten breit diversifiziert, damit aber auch stark anfällig für Rückschläge bei geopolitischen Krisen etwa in Asien, wo LafargeHolcim vor kurzer Zeit erst eine Minderheitsbeteiligung in Nordkorea abgestossen hat.

Nie ein Klumpenrisiko eingehen

Für eine Anlage spricht auch die ansprechende Dividendenrendite von rund 3,5 Prozent, welche wohl noch steigen wird. Sinnvoll ist eine Anlage in die Papiere von LafargeHolcim mit Pensionskassenkapital allerdings nur, wenn Sie Ihr Geld breit diversifiziert in die verschiedenen Anlagegruppen wie Obligationen, Aktien, Cash, Rohstoffe, Immobilien usw. investieren und auch innerhalb der einzelnen Anlagegruppen eine gute Diversifikation sicherstellen.

Gerade mit Pensionskassenkapital dürfen Sie nie ein Klumpenrisiko eingehen und müssen genau prüfen, wie viel Risiken Sie eingehen möchten und können. Alles nur auf LafargeHolcim oder auch nur auf einige wenige Titel zu setzen, wäre ein fataler Fehler, da Sie trotz intakter Wachstumsaussichten auch bei LafargeHolcim wie bei allen Aktien jederzeit mit einem markanten Kursrückschlag rechnen müssen.