Nestlé: Kostensenkungen wecken Fantasien

Mit Abstand der gefragteste defensive Schweizer Wert: Nahrungsmittelkonzern Nestlé. Foto: John Parra/Getty Images

Mit Abstand der gefragteste defensive Schweizer Wert: Nahrungsmittelkonzern Nestlé. Foto: John Parra/Getty Images

Die Aktien des weltgrössten Nahrungsmittelherstellers Nestlé sind am Schweizer Aktienmarkt mit Abstand die gefragtesten defensiven Werte. In dieser Woche erhöhte die französische Grossbank Société Générale ihre Empfehlung von «Halten» auf «Kaufen». Das löste weltweit Käufe von Nestlé-Titeln aus. Die Société Générale hob zudem das Kursziel auffallend deutlich von 76 auf 90 Franken an. Hauptgrund für die verbesserte Einschätzung ist, dass die Bank von deutlich sinkenden Kosten beim Einkauf, der Kapitalbewirtschaftung und den Steuern ausgeht. Für Sicherheit suchende Investoren sind Nestlé-Aktien bei ­jedem Börsenwetter kaufenswert, so meine Erfahrung in den vergangenen Jahrzehnten. Kaufen

Ein Kursfeuerwerk ist möglich

Die Aktien des Solarzulieferers Meyer Burger legten am Freitag auffallend kräftig zu. Am Markt höre ich, dass Spekulationen über überraschend gute Halbjahreszahlen entstanden sind. Das Unternehmen wird diese am Mittwoch vorlegen. Grund für die ausgeprägte Kursstärke waren Eindeckungskäufe, welche aus dem Ausland kamen. Weil erste Leerverkäufer von Meyer-Burger-Aktien nun offenbar das Handtuch werfen, verbessern sich erfahrungsgemäss die kurzfristigen Kursaussichten deutlich. Übertrifft Meyer Burger am Mittwoch überraschend die Erwartungen, werden die Aktien ein Kursfeuerwerk liefern. Ich erwarte, dass die Firma nun die Trendwende schaffen wird. Kaufen

Der Ölpreis beeinflusst Wert von Sulzer

Bei Sulzer-Aktien wurde in der Vergangenheit gerne die Handelsstrategie «Unter 100 Franken ­kaufen» verfolgt. Weil Sulzer seit ihren unfreiwilligen Bereichsverkäufen mittlerweile stark geschrumpft ist, hat sie heute deutlich weniger Wert. Es kann deshalb durchaus sein, dass die Titel sich langfristig zwischen 80 und 100 Franken bewegen. Deshalb könnte nun die umgekehrte Strategie «Über 100 Franken verkaufen» erfolgversprechender sein. Erfahrene Händler zeigen auf den Ölpreis, der das weitere Schicksal der Sulzer-Aktienkurse entscheidend beeinflussen werde. Wegen des Ölpreisanstiegs ist der Sulzer-Aktienkurs in den vergangenen Monaten gestiegen und liegt jetzt knapp über 100 Franken. Für mich ist es Zeit, sich von der Aktie zu verabschieden. Verkaufen

Erfolgreiches Kapitalmanagement

Die Swiss-Re-Aktie fiel am Donnerstagmorgen kurz zwischen Stuhl und Bank, nachdem Zurich Insurances und Swiss Life gute Quartalsberichte publiziert hatten. Die Aktien des Rückversicherers seien trotz der aktuellen nordamerikanischen Hurrikan-Hochsaison kaufenswert, verkündete hingegen die Deutsche Bank. Swiss Re werde wie im Vorjahr auch dieses Jahr mit einem Aktienrückkauf im Lauf des vierten Quartals überraschen. Ich rate, an den Swiss-Re-Titeln festzuhalten, weil das Unternehmen dank seinem erfolgreichen Kapitalmanagement auch im ­laufenden Jahr die Markterwartungen übertreffen kann. Halten

Keine dauerhafte Schwäche

Am Dienstag hat der Berner Gesundheitskonzern Galenica von seinem Grossaktionär Sprint die Mitteilung erhalten, er werde sein restliches Aktienpaket von 20,5 Prozent ebenfalls verkaufen. Am Markt kamen prompt Spekulationen über den zu erwartenden Platzierungspreis des Sprint-Aktienpakets auf. Momentan liegt der Kurs bei 1220 Franken. Skeptische Investoren wünschen sich einen Preis von 1100 Franken oder tiefer, was jedoch ein frommer Wunsch bleiben dürfte. Ich meine, dass ein Paketabschlag von 10 Prozent bei Altaktionären zu viel Geschirr zerschlagen würde. Ich erwarte eher einen Platzierungsdiscount von 2 bis 3 Prozent auf den aktuellen Kurs. Aus diesem Grund rechne ich nicht mit einer dauerhaften Schwäche der Titel. Bis zur Platzierung mit Kaufen abwarten

Kurserholung auf 10 Franken

Den Aktien von Charles Vögele wird wieder mehr zugetraut, nachdem ich vor einer Woche über eine Übernahme berichtet hatte, die durch Grossaktionäre blockiert wird. Von einem Investmentbanker höre ich, dass in den Titeln ein Kursanstieg von über 30 Prozent auf rund 10 Franken erwartet werde. Zudem meinte die Quelle, dass eine Kurserholung auf 10 Franken die Verkaufsbereitschaft bestehender Grossaktionäre entscheidend fördern könnte. Einzig wegen des grossen Risikos, dass eine Bilanzsanierung droht, verzichte ich auf eine Kaufempfehlung. Ich rate, zuzuwarten, bis sich die allfälligen Käufer outen und ihre Pläne bekannt geben. Abwarten

Institutionelle Anleger setzen auf Trendwende

Beim weltgrössten Uhrenhersteller Swatch hat sich die Lage des Kerngeschäfts bisher nicht auf­gehellt, wie die weiter sinkenden Exporte zeigen. Solange das Unternehmen seine offensichtlich hohen Lagerbestände nicht wert­berichtigt, wird die Masse der ­Anleger die Titel weiter meiden. Trotzdem setzt sich in den Inhaberaktien langsam, aber sicher eine Stimmungstrendwende durch. Sie notieren beinahe 10 Prozent über ihrem Jahrestief. Einzelne institutionelle Anleger haben die Titel seit den völlig verregneten Halbjahreszahlen zu sammeln begonnen, weil sie auf eine Besserung des Geschäfts im nächsten Jahr ­hoffen. Deshalb vermehrten sich auch die Eindeckungskäufe von Leerverkäufern. Diese würden sich fortsetzen, glauben Händler und geben sich deshalb zuversichtlich. Kurzfristig wird erwartet, dass die Swatch-Aktien um etwa 5 bis 10  Prozent weiter steigen. Risikobereiten Investoren bieten sie ­deshalb eine Trading-Gelegenheit. Kaufen