Löwenzahn: Heil- und Hasspflanze


Vom Anblick blühenden Löwenzahns (Taraxacum) lassen sich Städter im April jeweils zu Begeisterungsstürmen hinreissen. So schön! Ach, so richtig Frühling! Was für ein intensives Gelb. Die (Handy)kameras werden gezückt, erst recht, wenn sich die verblühten Löwenzahnblüten wieder öffnen und ihre transparenten Fallschirme mit den Samen dem Wind überlassen. „So leicht, so perfekt, bildgewordene Poesie“, sagen Nichtgärtner, während dem ich in Panik gerate, jede gelbe Blüte in Sichtweite meines Gartens abreisse. Mit einem Schnitzer bewaffnet kappe ich die Pfahlwurzel des mir verhassten Taraxacum kaum hat sich eine Blattrosette gebildet. Fragt da jemand warum??? Diese Frage kann nur ein gartenloser Städter stellen, dessen Garten sich noch nie innert Kürze in ein Löwenzahnfeld verwandelt hat. Eine einzige Pflanze reicht, um hunderte meiner Hassobjekte spriessen zu lassen. Löwenzahn ist so etwas von fruchtbar und anspruchslos. Er kriegt keine Krankheiten und wird auch nicht von Schnecken oder Schädlingen gefressen. Gesund soll er sein, eine Heilpflanze, die unserer Leber guttut. Wer Bitteres mag, wird sich vielleicht ein paar junge Blättchen in den Salat mischen. Aber was zuviel ist, ist zuviel. Für mich ist das Gewächs eher Hass- als Heilpflanze. Und für Sie?

1 Kommentar zu «Löwenzahn: Heil- und Hasspflanze»

  • Wilde Henne sagt:

    Ich mag den Löwenzahn im Frühjahr im Garten. Über die ersten Blättchen stülpe ich einen Plastikblumentopf, das bleicht die Blätter in ein paar Tagen schön gelb. Dann wird er gestochen und gegessen. Regt die Lebersäfte an und ist neben dem Bärlauch mein erstes frisches Grün auf dem Teller nach einem langen Wiinter.
    So gehandhabt, wird das auch nix mit der Blüte, gell 😉

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