Grauenhafte Rasen-, Stein- und Koniferenwüsten

Jedesmal, wenn ich durch eines dieser typisch schweizerischen Einfamilienhausquartiere spaziere, packt mich das nackte Grauen. Schrecklich, was die Mehrheit der Leute unter „Garten“ versteht. Was es da alles so zu sehen gibt, ist deprimierend. Garten kann man diese Rasen-, Stein- und Koniferenwüsten jedenfalls nicht nennen. Oberstes Kriterium scheint zu sein: Möglichst nichts zu tun haben.

Warum betonieren diese Leute ihren Umschwung nicht und legen Kunstrasen darüber? Dazu haben sie offensichtlich den Mut nicht. Dabei braucht es mindestens ebensoviel Courage, diese sterilen, gedüngten, mit Herbizid vergifteten Grasteppiche ums Haus zu dulden. Von der Thujahecke und den Alibikoniferen ganz zu schweigen. Der letzte Schrei sind seit einiger Zeit die so genannten „Steingärten“, die eher den Namen „Wüste“ verdienen. Sie sehen etwa alle gleich aus: Eine Fläche mit Steinen, dazwischen irgendwelche bunten Kugeln und wenns hoch her geht noch ein einsamer Ziergrasbüschel. Was die Leute gegen das Unkraut tun, das zwischen den Steinen spriesst, will ich gar nicht wissen. Die Frage, ob solche Gärten einfach von purer Faulheit oder von Dummheit und Ignoranz zeugen, stelle ich mir allerdings schon.

1 Kommentar zu «Grauenhafte Rasen-, Stein- und Koniferenwüsten»

  • Wilde Henne sagt:

    Die Koniferenhecken haben ein Gutes, da kann man im November nach dem Eindunkeln gut Äste klauen für den Adventskranz. Bei der Menge, welche manche Zeitgenossen um ihr Grundstück pflanzen, fällt das nicht wirklich auf… 😉

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