Dem Ende entgegen

Auch wenn die Sonne in den letzten Wochen warm vom Himmel schien und sich goldene Herbsttage aneinanderreihten wie Perlen an einer Kette: Das Jahr schreitet voran. Am Mittwoch ist der 1. November, dieses Wochenende werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt – und im Wetterbericht wussten sie über Minustemperaturen zu berichten. Der Garten leert sich nach und nach. Die Sonnenblumen haben ausgeblüht, sie liegen an einem Haufen und warten auf die Häckselmaschine. Natürlich haben wir sie vor dem Ausreissen akribisch untersucht – weggeräumt wird nur, was bis auf den letzten Kern von den Vögeln ausgefuttert ist. Viele Beete liegen brach. Einzig Endivien und Zuckerhut sorgen für grüne Punkte. Und ein paar Blumen noch für etwas Farbe.

 

Nicht, dass mich das traurig machen würde. Ganz im Gegenteil. Ich freue mich darauf, Hacke, Rechen und Giesskanne in die Ecke stellen, Handschuhe, Sonnenhut und Baumschere für eine Weile versorgen zu können. Dieses Wochenende verschwinden Engelstrompeten, Fuchsien und Kakteen im Keller, die Dahlienknollen werden ebenfalls bald aus der Erde geholt und frostsicher gelagert. Efeu und Buchs rund ums Haus bleiben zwar draussen, bekommen aber einen Wintermantel verpasst und geben auch Ruhe. Niemand braucht mehr Wasser, niemand hat mehr Blattläuse, niemand schreit mehr nach Dünger. Und das Unkraut im Garten juckt mich nicht mehr. Schliesslich ist Winter, soll es doch wachsen, wenn es mag. Jetzt kehrt Ruhe ein – himmlische, winterliche Gartenruhe.

Herbst im Garten.

Ruhe gebe ich jetzt auch, hier im Gartenblog zumindest. Weil: Wo keine Blumen mehr sind, ist auch kein Blog. Also, adieu unterdessen. Geniessen Sie den Winter, vergessen Sie den Garten. Und freuen Sie sich im Frühling dafür umso mehr, wenn es wieder losgeht.

Die Aster hält noch eine Weile durch.

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