Arme Grasfrösche

 

Die Folie unseres Teich war leck. Als wir Steine, Kies und Wasserpflanzen in tagelanger, mühseliger Arbeit wegschaufelten, fanden wir überraschenderweise etliche Grasfrösche. Diese sieht und hört man normalerweise nur zur Paarungszeit im Frühling. Wir fingen die meisten ein, machten aus einer Plastikwanne ein Mini-Biotop und warfen die braunen Hüpfer hinein. Ein Grillgitter sorgt dafür, dass sie nicht raushüpfen können.

Nach fünf Tagen hatte der Gärtner die neue Folie immer noch nicht montiert. Ich schaute in die Wanne und sah keinen Frosch. Die waren wohl auf Tauchstation. Innerlich wuchsen meine Sorgen um die Tiere, aber ich schwieg, bis abends die beste Schwiegertochter der Welt sagte: „Ich habe Angst, dass unsere Frösche sterben. Sie finden nichts zu fressen in dieser Wanne!“ Dieser Satz löste ein Feuerwerk von Sorgen in mir aus. Ich ging in die dunkle Nacht hinaus und goss eine Kanne Regenwasser zu den Fröschen. Aber womit füttern? Google half weiter: Grasfrösche jagen im Gebüsch Insekten, Schnecken und Würmer.

Am nächsten Tag bat ich den besten Nachbarn von allen, ein paar Schnecken, Würmer und Ameisen zu suchen und den Fröschen in die Wanne reinzuwerfen. Als Tierfreund tat er das sofort, meldete aber, er habe keinen Frosch gesehen, schon gar keinen, der frisst.

Dieser Blogbeitrag schliesst leider nicht mit einem Happyend. An der Stelle des Teichs gähnt immer noch ein riesiges Loch in unserem Garten. Die Frösche zeigen sich nicht. Aber Würmer und anderes Getier sind verschwunden, hoffentlich gefressen von unseren Grasfröschen, die sich beleidigt verstecken.

Hier ein Bild verliebter Grasfrösche – aus einem anderen Teich.