Gesucht: Brennende Liebe

 

Staudenbeete sind eher selten in unseren Breitengraden. Und wenn, sind meist überall die gleichen Pflanzen zu sehen. Selbst in den grössten Gartenzentren kann ich hierzulande bestenfalls die Hälfte der Blütenstauden kaufen, die ich gerne hätte. Schade!

Ganz anders im grossen Kanton nördlich der Schweiz. Dort ist das Einkaufen nicht nur billiger, sondern diese deutschen Staudengärtnereien sind ganz einfach toll. Deren drei kenne ich unterdessen. Jede verliess ich nach Stunden restlos begeistert, mit einem Auto voller Pflanzen, die ich in der Schweiz nirgends gefunden hatte. Die Bedienung ist durchwegs freundlich und professionell.

Am letzten Wochenende fuhren wir in die Nähe von Freiburg in Breisgau in die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin. Meine Begleiter, beide passionierte Nicht-Gärtner, langweilten sich keine Minute. Sie liessen sich von mir anstecken, kauften selber ein und halfen mir, die Stauden zu finden, die ich mir notiert hatte. Hesperis (Nachtviole)? Oben rechts. Astilben (Spierpflanze)? Mitte, 2. Reihe von unten). Brennende Liebe? Oben in der Mitte. Ach, wäre die brennende Liebe doch immer so einfach zu finden!

Jetzt stehen meine neuen Pflanzenkinder auf der grünen Bank vor dem Haus und warten geduldig, bis sie in die Erde gepflanzt werden. Bereits umschwärmen Bienen die einzige Blüte  der Brennenden Liebe (Lichnis Chalcedonica), die hoffentlich gut gedeiht und viele Jahre Freude bereitet.

Wäre toll, wenn unsere Gärtnereien und Gartencenter von den Staudengärtnereien im grossen Kanton lernen und ihr Angebot erweitern würden. Damit könnten sie den Einkaufstourismus eindämmen und würden von leidenschaftlichen Gärtnerinnen wie mir vielleicht nicht gerade brennende Liebe, aber doch ein bisschen Umsatz ernten.