Durcheinander im Beerenbeet

Hinten beim Hag stehen sie wie Kraut und Rüben durcheinander: die Sommer- und die Herbsthimbeeren. Denn die Plantage ist organisch gewachsen: Einige Stecklinge stammen aus dem Garten einer Verwandten, einige Pflanzen hat uns irgendwann mal eine Nachbarin zugesteckt. Zweimal habe ich Himbeeren gekauft, um einige Lücken in der Reihe zu stopfen – ohne mich vorher schlauzumachen. Gewarnt wurde ich nicht: Auf den Etiketten des Gartenzentrums fehlten Erklärungen zur Hege und Pflege.

Das wilde Durcheinander hat durchaus Vorteile. So kann Piccola, die Himbeeren über alles liebt, zwischen dem Hochsommer und dem späten Herbst bei jedem Gartenbesuch einige Früchtchen pflücken – ein Vierteljahr lang. Und sollte in den Sommerfrüchten der Wurm drin sein, gibts wenigstens im Herbst Beeren. Oder umgekehrt: Umschwirrt plötzlich die Kirschessigfliege die Herbstpflanzen, sind die Sommerfrüchte längst gegessen.

Trotzdem hadern wir damit, dass im Beerenbeet nicht mehr Ordnung herrscht. Denn die Sorten sind ziemlich unterschiedlich. Zum einen werden die Triebe der Sommerhimbeeren länger und benötigen ein Spalier. Viel wichtiger aber: Die Sommerhimbeeren tragen ihre Früchte an der zweijährigen Rute. Die Herbsthimbeere hingegen treibts in einem Jahr aus dem Nichts bis zur Frucht.

Entsprechend stehen wir jetzt im Spätherbst vor einer Herausforderung: Eigentlich sollten wir bei den Sommerhimbeeren die Triebe kappen, die dieses Jahr Früchte getragen haben. Die Herbsthimbeeren hingegen müssten bis auf den Boden zurückgeschnitten werden. Doch wie unterscheidet man – lange nach einer dieses Jahr spärlichen Ernte – auf die Schnelle die Sommer- von den Herbstsorten? Und stehen im Wirrwarr womöglich noch Sorten, die sowohl an den ein- wie an den zweijährigen Trieben tragen?

In der nächsten Saison darf Piccola die Sommer- und die Herbstpflanzen dann mit einer Farbe markieren. Oder wir schaffen doch mal radikal Ordnung im Beerenbeet.

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