Riesenmais

Das macht Appetit auf mehr: Verschiedene Maissorten. (Bild: Pixabay)

Piccola liebts, wenns knallt. Deshalb wollten wir Popcorn-Mais anbauen. Doch leider geht das nicht Knall auf Fall, wie sich bereits im Frühling herausstellte: Unser Lieblingssamenlieferant führt zwar eine Sorte mit dem niedlichen Namen Popi-Hopi in seinem Katalog auf. Nach der Beschreibung ist sie kleinwüchsig. Und sie hat Samen, die sehr gut aufpoppen sollen. Popi-Hopi wäre also ideal gewesen für Piccola und ihren Papa. Doch leider ist diese Sorte bis heute ausverkauft.

Auch bei anderen Samenversandhäusern war im Frühling nichts Passendes zu kriegen. Entweder verkauften sie keinen Popcorn-Mais. Oder aber: Sie verlangten selbst für ein kleines Samenbriefchen Versandgebühren in einer Höhe, die unseren Popcorn-Wunsch platzen liess. Auch im städtischen Ableger des Gartenzentrums wurde ich nicht fündig. Die Verkäuferin hat noch nie etwas von Popcorn-Mais gehört. Ob denn normaler Mais nicht poppe, fragte sie.

Offenbar nicht, wie ich später las. Einzig der sogenannte Puffmais eignet sich zur Herstellung von Popcorn. Bei diesen Sorten ist der weiche Maiskern von einer besonders dünnen, aber sehr harten Schale ummantelt. Wird das Korn erhitzt, hält die Schale lange stand – bis es zum grossen Knall kommt. Es gibt verschiedene Sorten Puffmais, die unterschiedlich aussehen und unterschiedlich schmecken.

Auf die Schnelle fand ich im Frühling indes kein Saatgut. Und niemand konnte mir sagen, ob die Popkörner aus dem Grossverteiler zu Pflanzen heranwachsen. Mangels Alternativen griff ich im Gartenzentrum zu einer Packung mit normalem Zuckermais. Piccola und ich haben anschliessend gesät. Die Pflanzen sind gross geworden: Einzelne überragen Piccola mittlerweile um das Doppelte und liefern sich mit den Stangenbohnen ein Wettrennen. Der warme Sommer war ideal für Zuckermais, der etwas mehr Wärme braucht als der auf den Feldern weit verbreitete Futtermais.

Sobald die Büschel an den Kolben vertrocknet sind, ritzt man ein Korn mit dem Fingernagel an. Tritt milchiger Saft aus, ist die Zeit reif für die Ernte. Länger zuwarten darf man dann nicht. Sonst werden die Körner hart und ungeniessbar. Anders beim Popcorn-Mais: Er muss ausreifen und dann erst noch trocknen, bevor man ihn in die Pfanne haut.

Bald können wir ernten. Zum Glück liebt Piccola nicht nur Popcorn, sondern nagt auch gerne am Kolben. Aber nächstes Jahr lassen wir es dann krachen.

4 Kommentare zu «Riesenmais»

  • Geert sagt:

    Im nahen Ausland kann man Popmais und anderes bio-saatgut online bestellen zu vernünftigen Preisen. Auch die Portokosten in die Schweiz liegen unter den schweizer Wucherpreisen.

    • Jürg Brechbühl sagt:

      Schweizer Detaillisten wolle vor allem gut verdienen. Dienstleistung kommt bei denen nicht einmal im Kleingeschriebenen vor. Die Kundenbedürfnisse sind ihnen egal. Sie leben nach dem Motto „Bauer friss oder stirb“.

      Ich kann nur dazu raten, wann immer möglich im Ausland an Orten einzukaufen, wo man Sortimente pflegt und nicht einfach nur anbietet, was die zwei oder drei Schweizer Grossiste grad noch an Lager halten mögen.

  • Swisspopi sagt:

    Wir haben ein ganzes Feld mit Popcornmais. Wenn es reif wird, könnten wir noch fleissige Händ gebrauchen. Piccola könnte sein Glück hier finden! Güsse von SWISSPOPl

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