Schöne Herbstbotinnen

Der eine oder die andere wird es schon bemerkt haben: Sommer ist nicht mein Ding. Ich mag die Hitze nicht. Jetzt aber wird es besser, der Herbst naht. Das sagen nicht nur die Wettermenschen im Fernsehen und am Radio. Nein, auch die häufiger werdenden Bodennebel, die kühleren Nächte und der Kater, der plötzlich wieder entdeckt, dass es drinnen auch ganz gemütlich sein kann, deuten darauf hin, dass die grösste Hitze für dieses Jahr überstanden sein dürfte. Bei aller Liebe zum Nebel und vor allem zum Kater: Die schönsten Herbstboten sind sie für mich nicht. Das sind eindeutig die Dahlien. Sie stehen jetzt in voller Blüte, entfalten ihre ganze Farbenpracht und Formenvielfalt.

Ursprünglich stammen die Schönheiten aus Mexiko und von der Hochebene Guatemalas. Obwohl von ihrer Herkunft her auf Hitze und viel Sonne ausgerichtet, gedeihen sie auch im Halbschatten. Eventuell ein paar Tage später als die licht- und wärmeverwöhnten Kolleginnen etwas weiter vorne im Garten, aber das macht ja nichts. Erst vor 200 Jahren startete die Dahlie übrigens ihren Siegeszug in Europa – und sie ist gut unterwegs, schätzt man heute doch zwischen 20 000 und 30 000 Sorten auf der ganzen Welt. Das lernt, wer sich auf www.nabu.de über die Pflanzen informiert.

Natürlich möchte ich, dass die Dahlien stets gepflegt und sauber herausgeputzt erscheinen. Doch manchmal ist es besser, den eigenen Ordnungsdrang ein bisschen zu zügeln. Wenn die Dahlien in unseren Augen nicht mehr schön sind, werden sie für Hummeln und Bienen nämlich erst interessant – ihnen dienen die Blüten jetzt als Nahrungsquelle. Bei der Recherche zu diesem Beitrag habe ich übrigens gelernt, dass vor allem die nicht gefüllten Dahlien ergiebig seien für die Insekten. Das ist sehr gut: So habe ich einen guten Grund, nächsten Frühling ein paar neue Exemplare zu kaufen.

2 Kommentare zu «Schöne Herbstbotinnen»

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Leider werden meine Dahlien immer von den Mäusen gefressen. Mir gefallen die Blumen. Der Geruch des Krautes ist mir zuwider.

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Noch zum Artikel selber: So ein ganz kleines bisschen botanische Fachkenntnis würde einer gärtnenrden Journalistin nicht schlecht anstehen, auch wenn sich Journalisten heutzutage fast zwanghaft auf fehlende Sachkenntnis kaprizieren.
    Eine gefüllte Blume ist gefüllt, weil die Staubblätter mit Blütenblättern ersetzt werden. Folglich hat sie keinen Pollen und folglich gibt es für bestäubende Insekten keinen Blütenstaub zu holen. Das ist ziemlich banaler Sachverhalt, für den man nicht wirklich recherchieren müssen sollte.

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