Agapanthi sind die neuen Geranien

Jetzt mal ehrlich, im Frühling sehen sie aus wie bleiche Spargeln. Thronen breit in riesigen Töpfen und verlangen Unmengen von Wasser. Anfang Sommer bilden sich Stängel, natürlich nur, falls die Damen sich gerade danach fühlen. Dann hat man Glück, denn später blühen sie, endlich, blau oder weiss. Riesige Blüten, schon fast angeberisch. Sie erinnern an den Süden, an Ferien – und vielleicht darum sind sie hierzulande auf dem Land so beliebt. In bald jedem Ziergarten, bei bald jedem Bauernhaus stehen ein paar Töpfe mit Agapanthus. Manchmal neben den Geranien, manchmal anstelle der Geranien. Zierlilien lautet der deutsche Namen der südländischen Schönheiten, die wie die Geranien auch ursprünglich aus Südafrika stammen. Aber Zierlilien nennt man sie nicht, weil Agapanthus exotischer klingt. Eine Zier sind sie. Eine Pein aber auch. Vertragen keine Kälte, darum schleppt man sie im Winter in den Keller, wo sie ausbleichen. Brauchen viel Wasser, aber ja keine Staunässe. Darum das tägliche Giesskannenschleppen. Und eben, mit Blüten danken sie es einem auch nicht immer.

Wenn es ihnen aber gefällt, dann breiten sie sich prächtig aus, sprengen bald den Topf. Der Wurzelballen kann geteilt werden – und schon hat man zwei. Dann vier. Dann acht. Bis man irgendwann den Nachbarn auch ein paar Pflanzen andrehen muss.

So ist es auch uns geschehen. Und ich muss zugeben: So stark wie am Anfang verachte ich die Agapanthi nicht mehr. Denn im Sommer sind sie eine Pracht. Und alles in allem doch pflegeleichter als Geranien.

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