Wespen grillieren

Zwei Würste, eine Zucchini und vier mit Frischkäse gefüllte Champignons: Piccola und ich haben die Zutaten für ein kleines Bräteln eingepackt. Im Schrebergarten angekommen, wollen wir nun den alten Minigrill, den unsere Mitgärtner unter dem Baumhäuschen zwischengelagert haben, hervorholen und ihn kräftig einheizen. Dabei verbrennen wir uns aber beinahe die Finger. Oder besser: Fast holen wir uns Stiche. Denn im alten Grill nisten Wespen.

Achtung: Im alten Grill haben sich Wespen eingenistet.

Dieses Jahr haben wir etwas Pech mit den Wespen. Dreimal mussten wir ein Abendessen auf der Terrasse unserer Stadtwohnung abbrechen, da plötzlich fünf Gelbschwarze um uns schwirrten. Passiert ist nichts. Aber Piccola hat seither Angst. Mahl für Mahl müssen wir sie überreden, es doch noch mal auf der Terrasse zu versuchen. Wo in der Nachbarschaft die Wespen nisten, haben wir noch nicht herausgefunden.

Wir versuchen es seither mit der Nebelmethode: Sobald eine Wespe anschwirrt, wird sie mit Wasser aus der Sprühflasche angespritzt. Dann surrt sie jeweils rasch wieder davon. Allerdings taucht stets bald eine weitere auf, sodass man zwischen vier, fünf Bissen einmal sprühen muss. Piccola zumindest kommt wieder freudiger auf die Terrasse. Denn die Mahle arten regelmässig in lustige Wasserschlachten aus. Jüngst besprühte sie die Grossmutter und sagte dann mit einem schelmischen Grinsen: „I ha gmeint, du sigsch es Wäschpi.“

Doch zurück in den Schrebergarten: Was mache ich mit dem Wespennest? Gift in den Grill ergibt natürlich keinen Sinn. Zuerst hege ich einen diabolischen Gedanken: Ich könnte den Wespen Feuer unter dem Nest machen. Doch ich entscheide mich vorläufig gegen das Wespen-Grillieren. Denn die Tiere waren bislang nicht aggressiv. Vermutlich gehören sie zu jenen Gattungen, die nicht an unserem Essen interessiert sind und die stattdessen dafür sorgen, dass die Mücken und Fliegen dieses Jahr nicht zur Plage werden.

Mit unserer Brätelei klappts dann doch noch: Der Parzellennachbar hat zum Glück eine grosse Feuerschale.

Zum Glück hat der Nachbar eine Grillschale, die wir benutzen dürfen.

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