Tomaten: Die Königsdisziplin

Tomaten sind die Königsdisziplin. Im Umgang divenhaft, doch wenn man sie zähmen kann, geben sie einem viel zurück. Im besten Fall so viele Früchte, dass man Sugo für den ganzen Winter hat. Doch dafür muss man erst einmal so richtig investieren. Sie brauchen ein Dach, sie brauchen gute Erde, sie brauchen Platz. Und sie brauchen Pflege.

Wenn man die Setzlinge Mitte Mai in den Boden setzt, macht man das am besten so tief, dass die untersten Blätter gerade noch über der Erde sind. Man giesst sie regelmässig mit Brennnesseljauche. Schon bald beginnen die kleinen Setzlinge stark zu wachsen. Nun ist es wichtig, dass die Seitentriebe regelmässig ausgebrochen werden. Sie wachsen in den „Achseln“ der Pflanzen.

In der „Achsel“ dieser Tomatenpflanze wächst ein starker Seitentrieb.

Dieselbe Pflanze mit ausgebrochenem Seitentrieb.

Je nach Tomatensorte machen die Pflanzen mehr oder weniger starke Seitentriebe. Einen starken Seitentrieb pro Pflanze kann man wachsen lassen, sie bildet dann zwei Haupttriebe. Mehr als zwei Haupttriebe lohnen sich nicht, das haben wir in einem früheren Jahr ausprobiert. Die Pflanzen bildeten so zwar viele Blätter, jedoch weniger Früchte.

Bei den Tomatenpflanzen haben wir die untersten Blätter abgebrochen.

In diesem Jahr haben wir zudem die untersten Blätter der Pflanzen abgeschnitten. Das soll der Krautfäule vorbeugen. Tomaten mögen keine nassen Blätter – und da die untersten Blätter beim Giessen regelmässig nass werden, sind sie anfälliger auf Krautfäule als die oberen Blätter.

Und noch etwas probieren wir in diesem Jahr aus: Aus ausgebrochenen Seitentrieben lässt sich relativ leicht eine neue Generation Tomatenpflanzen züchten. Man steckt den Seitentrieb einfach in die Erde und giesst ihn. Er macht Wurzeln und wächst schnell. Wahrscheinlich nicht genug schnell, um Früchte zu tragen – aber das werde ich Ihnen im Herbst berichten.

4 Kommentare zu «Tomaten: Die Königsdisziplin»

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Ich probiere dieses Jahr in warmem Wasser aufgelöstes Pechnelkensamen-Pulver zur Stärkung der Tomaten. Es enthält ein Pflanzenhormon und soll die Pflanzen stärken, mehr Ertrag bringen und sie widerstandsfähig gegen Krautfäule machen. Man bekommt das Pulver offenbar nur über ebay. Mal sehen, ob sich die Investition lohnt.

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Also wenn eine findet, Tomaten seien schwierig, dann sollte sie sich ein anderes Hobby suchen, Puzzle zusammensetzen, Kreuzworträtsel lösen oder Jassen.
    Aus Gutmütigkeit noch ein Tip: Die vielen Seitentriebe wachsen nur, wenn man die Stauden zu weit auseinander pflanzt und in Bodennähe zu viel Licht ist. Bei mir wachsen sie einfach in die Höhe.

    • Beatrice Schlüchter sagt:

      Das stimmt natürlich wieder einmal gar nicht. Die Seitentriebe werden durch Viren in der L2-Schicht gefördert. Diese sind Sortentypisch eingezüchtet.
      Das hat rein gar nichts mit dem Pflanzabstand zu tun.

      Zu dicht gepflanzte Tomaten sind ein Anfängerfehler den es zu vermeiden gilt. Ideal ist 1m. Dazwischen am besten Pflanzen aus anderen Familien wie Peperonis, Chillis oder Aubergine.

      • Veronica sagt:

        Aubergine und Peperoni sind aber gleicher Familie: Nachtschattengewächs. Kräuter wie Knoblauch und Basilikum sollen gut zu Tomaten passen, oder Sommerflor wie Tagetes.

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