Der perfekte Garten

Willkommen im Diaconis Garten in Bern.

Vor ein paar Tagen habe ich den perfekten Garten angesehen: Er gehört der Stiftung Diakonis in Bern, ist öffentlich, eine Mischung aus Park und Nutzgarten. Die 6-Hektaren-Oase am sonnseitigen Aareufer mitten in der Stadt ist ein Garten mit Geschichte, entstand er doch vor rund 150 Jahren aus einem pragmatischen Grund: Die rund 700 Diakonissinnen (evangelisch-reformierte Nonnen) pflanzten ihr eigenes Gemüse.

Basilikum und Passionsblumen im Diaconisgarten.

Heute leben nur noch 40 Diakonissinnen dort, alle im Pensionsalter. Im Garten wachsen zwar noch Basilikum, Kürbisse und Tomaten. Auch die Obstbäume und Treibhäuser stehen noch. Heute ist der Garten aber vor allem ein Park für die Bewohner der Diaconis-Altersheime und für die Öffentlichkeit. Da sind Teiche mit Wasserpflanzen, alte Bäume und schattige sowie sonnige Sitzecken. Betreut wird die ganze Anlage von Profis, mit sichtlicher Leidenschaft und viel Inspiration.

Lauschig: Die Sitzecke.

Die schön gestaltete Anlage lässt mich nicht mehr los. Als einzelne, voll berufstätige Person werde ich nie einen auch nur annähernd so schönen Garten hinkriegen. Trotzdem flüstern mir innere Stimmen ein: „Kauf dir ein Treibhaus, in dem Pflanzen überwintern können. Bei Regen im Sommer kannst du es ja als Bibliothek nutzen. Und ganzjährig wachsen darin Passionsblumen und Kräuter.“ Und weiter: „Bastle dir auch so einen Zaun aus verschiedenen, bunt bemalten Pfosten!“

Wunderschön: Die Passionsblumen.

Irgendwann, so hoffe ich, werde ich zumindest einen Bruchteil dieser Gartenträume verwirklichen können. „Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen“, sagte der römische Philosoph Cicero. Der Mann sah das richtig. Nur: Ob er auch gejätet hat?

5 Kommentare zu «Der perfekte Garten»

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Meine Grossmutter war im letzten Jahrhundert auch eine Diakonisse und hat mit ihrem Garten die ganze Familie ernährt. Aber damals hat man auch primär mit Schlachtabfällen gemulcht, was natürlich heute nicht mehr möglich ist. Um ähnliche Erträge zu erhalten müssen wir auf das Hafer/Bosch-Verfahren zurückgreifen.

  • Heidi Herrmann sagt:

    Diakonissen sind immer Frauen. Die Männer sind die Diakone. Das „innen“ bei Diakonissen ist etwas so sinnvoll wie bei Frauinnen

  • Hanspeter Müller sagt:

    Die Bezeichnung Diakonissinnen ist etwa so sinnvoll wie Frauinnen.

  • Marie Bornand sagt:

    Wenn Sie englische Gärten gerne anschauen, sollten Sie die Ausstellung Hampton Court Palace Flower Show in der Nähe von London ansehen : lauter neue Sorten von Blument schön in der Umgebung verteilt. Ein wahrhaftes schönes Ereignis.
    Die Billete kann man schon heute kaufen :

    https://www.rhs.org.uk/shows-events/rhs-hampton-court-palace-garden-festival

  • Beat Wyder sagt:

    Sehr geehrte Frau Fehlmann vielen herzlichen Dank für Euren überaus herzlichen und schönen Beitrag unseres Gartens. Wir arbeiten unermüdlich dieses „kleinod“ zu erhalten in all seiner unvollkonmenheit.
    Es grüsst Sie herzlich Wyder Beat Der Gärtner der Stiftung Diaconis

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