Aller guten Dinge sind drei

Satsalat

Gurke Nummer 3 ernten wir selber

Ein Gastblog von Sandra Rutschi

Mein Liebster und ich sind in voller Alarmbereitschaft: Gurke Nummer drei nimmt langsam Formen an. Bereits würde sie als Essiggurke zu einem Raclette eine gute Figur machen. Wir wissen mittlerweile: Von diesem Stadium an kann es schnell gehen, und die Gurke geht – saisonal passender – als Salatgurke durch. Es kann aber noch rasanter gehen, und sie wird durch eine unbekannte Täterschaft von der Staude gepflückt. So geschah es bei Gurke Nummer eins und Gurke Nummer zwei.

Doch dieses Mal haben wir Glück: Obschon es seit Tagen in den Nachbarbeeten keine grösseren Gurken mehr für Langfinger im Angebot hat, sind wir schneller. An einem regnerischen Vormittag pflücken wir die Frucht, und ich staune, wie einfach sie sich vom Zweig abdrehen lässt. Solch ein leichtes Spiel hatte also der Gurkendieb. Kein Wunder, dass man dabei zum Wiederholungstäter wird.

Wir entscheiden uns, unsere erste Gurke pur zu essen: ohne Salatsauce, ja sogar ohne irgendwelche Gewürze, dafür aber in regelmässige Scheiben geschnitten und liebevoll angerichtet. Schliesslich gilt es diesen Akt nun ganz besonders zu geniessen. Wir beissen in die knackigen Scheiben und sind uns einig: Aller guten Dinge sind drei.

2 Kommentare zu «Aller guten Dinge sind drei»

  • WildeHennne sagt:

    Ich hatte sooooo die Daumen gedrückt, dass zumindest eine Gurke den Weg in eure Küche findet. Schön, dass das nun geklappt hat.

    Freunde von meinen Eltern, in der Provence, hatten unendlich viele Tomaten angepflanzt. Damit meine Eltern dann aus den Tomaten Sugo für die gesamte Sippe und die Freundessippe kochen konnten. In der Nacht, bevor die Tomaten geerntet werden sollten, wurden sie geklaut. Ein Feld von 30 x 30 Metern. Weg. Alle. Einfach so. Zwischen zwei Uhr nachts und fünf Uhr früh.
    Klar, keiner aus unserer Sippe ist deswegen verhungert – aber ärgerlich isses trotzdem.
    Und meiner Freundin wurde vor vier Jahren ein ganzer Apfelbaum in der Nacht abgeerntet. Die Leute haben einfach kein «G’schämi» mehr.

  • Anna Coniglione sagt:

    Das mit dem Apfelbaum ist interessant. Ich sehe im Herbst oft Apfelbäume, die nicht abgeerntet werden. Die Früchte verfaulen einfach am Boden. Ich getraue mich dann knapp, ein paar aufzulesen. Übrigens auch Zwetschgen, Quitten oder Mirabellen. Wegklauen ist aber natürlich fies und daneben.
    Ich selber habe einen Garten in der Stadt, direkt neben einer (Fachhoch-) Schule, aber sogar die Tomaten, ausserhalb des Zauns unter Plastik, blieben uns bisher erhalten.

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