Im Bären steht Fleischiges im Zentrum

Nach einigen Besuchen in der Stadt zog es die Besseresser wieder in etwas ruhigere Gefilde. Dorthin, wo abends noch einmal in der Stunde ein Postauto vorbeituckert, das einen dann in erstaunlich kurzer Zeit wieder an den Rand der Stadt zurückbringt. Dort, das ist Frauenkappelen, das an Bern-Brünnen angrenzt. In der 1300-Einwohner-Gemeinde steht seit 1822 der  Landgasthof Bären. Aufmerksam geworden auf das Restaurant waren die Besseresser, weil es hiess, dass der Bären vor noch nicht allzu langer Zeit über die Fernsehbildschirme geflimmert sei. Und tatsächlich – Anfang November war der Gasthof Teil der Schweizer TV-Serie «Mini Beiz, dini Beiz». Mit «bodenständiger und bärenstarker» Küche wollte Wirtin Jutta von Allmen ihre Gäste überzeugen und landete in der Endabrechnung auf Rang zwei.

Authentisch präsentierte sich auf jeden Fall schon einmal das Sääli des Restaurants. Eine alte Standuhr, ländliche Details als Dekoration, blau-weiss karierte Tischdecke. Und auch die Menükarte spricht die Sprache der währschaften Küche. Die Besseresser entschieden sich vorgängig für einen gemischten Salat (8 Fr.), weil sie genug Platz für den Hauptgang haben wollten – auch im Fernsehen war von grosszügigen Portionen gesprochen worden.

Der gemischte Salat wurde nach einem Gruss aus der Küche serviert, der aus einem Tellerchen geschmackvoller Rindersülze bestand. Er war schön angerichtet mit verschiedenen frischen Salatvarianten und, jubilierte die Besseresserin, ohne verhassten Dosenmais. Am Ende der Vorspeise brauchten die Besseresser aber die eine oder andere Brotscheibe, um die doch üppig vorhandene Sauce aufzutunken. Beim Hauptgang stand bei beiden Gästen dann Fleisch im Vordergrund.

Die Besseresserin wählte den Burger (24.50 Fr., links im Bild) von den in Frauenkappelen gezüchteten Galloway-Rindern, der Besseresser erlag der Versuchung des Wiener Schnitzels (41.50 Fr.), das in Anlehnung an die Wurzeln der Wirtin auf der Karte steht. Zum Fleisch gönnten sich die Besseresser einen wirklich vorzüglichen Amarone della Valpolicella (5 dl für 37 Fr.). Von den beiden Hauptgängen vermochte besonders das Schnitzel herauszustechen. Die Panade nicht vor Fett triefend, sondern schön knusprig, das Kalbfleisch sehr zart. Den Burger hätte die Besseresserin gerne ein bisschen weniger durchgebraten gehabt und dafür mit etwas mehr Sauce.

Da die Portionen im Bären wie angetönt sehr grosszügig bemessen sind, mussten die Besseresser schweren Herzens auf die warmen Apfelküchlein verzichten, auf die sie sich schon so gefreut hatten. Runter rutschte nur noch eine kleine kühlende Glace (3 Fr.), bevor sich die beiden letzten Gäste aus dem Sääli verabschiedeten, um sich wieder Richtung Grossstadt zu begeben.

Landgasthof Bären, Murtenstrasse 78, 3202 Frauenkappelen.

Die Quittung

Auf dem Tisch: Schweizer Küche mit einigen österreichischen Einschlägen, saisonale und regionale Zutaten.
Abgerechnet: Preis/Leistung ist mehr als in Ordnung.
Aufgefallen: Den Rest des neuen Lieblingsweins mitnehmen – kein Problem. Korken drauf und eingepackt.
Abgefallen: Die Zahl der Vorspeisen ist sehr, sehr übersichtlich.

 

1 Kommentar zu «Im Bären steht Fleischiges im Zentrum»

  • Rico Schaub sagt:

    Grosszügig bemessene Portionen? Ein kleines Schnitzel für 41.50? Geht doch einmal in den Sternen Thörishaus dort hat man sehr grosszügige Portionen für einen besseren Preis und die Qualität stimmt auch!

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