Essen Sie gut und besser!

Die Gastrokritiker der BZ stellen in vier Kategorien einige ihrer Lieblingslokale vor, in denen sie auch im neuen Jahr einkehren werden.

So wie Fondue im Winter und Gazpacho im Sommer ist auch der Ausblick der Besseresser auf ein neues kulinarisches Jahr zur Tradition geworden. Für 2019 kürten die Besseresser in verschiedenen Kategorien ihre Top drei. Dabei geht es weniger darum, welches die trendbewusstesten Lokale sind, die ihre ­Gäste mit besonders gesunden Gerichten wie Quinoa-Granatapfel-­Salaten oder Superfood anlocken. Wichtig war den Besseressern bei ihrer Auswahl vor allem, dass das Essen schmeckt und in einer Umgebung stattfindet, in der man sich wohlfühlt – und wohin man immer wieder gerne zurückkehren möchte.

Die Auswahl ist höchst subjektiv und vor allem: viel zu klein. Nach Ansicht der Besseresser ist die Region Bern reich gesegnet mit Restaurants, die eine gut gefüllte Gaststube verdient haben. Kehren Sie ein und lassen Sie es sich gut gehen. «E Guete.»

In der Kategorie Klassiker

 

Nostalgiker, gebt euch einen Ruck!

Wer den letzten Marzer-Wirten nachtrauert, sollte die Vergangenheit hinter sich lassen und den neuen eine Chance geben. Motiviert umschreibt sowohl Küche als auch Service am besten. Und kreativ, da sich die Menüs an Werke von Berner Kunstschaffenden anlehnen, zum Beispiel Pedro Lenz, Marco Morelli oder Meret Oppenheim. Im Sommer wurde das Mediterrane zelebriert, im Herbst wilde Welten, und das Menü im Januar dreht sich ums Thema Glück.

Marzer, Brückenstrasse 12, 3005 Bern. 

Der Bär an der Riviera

Bären-Wirt Michel Brossard hat ein Buch – ‚Kulinarischer Kalender‘ herausgegeben. © Urs Baumann

Einheimische reden von der «Berner Riviera», und tatsächlich liegt Gerzensee nicht nur am See, sondern auch in sonniger und windgeschützter Höhe. Eine Reise wert ist auch der Bären, wo uns Michel Brossard einmal die feinste Rösti aller Zeiten servierte. Auch sonst kann der Mann ­kochen, der spontane Spazier­gängerinnen ebenso glücklich machen will wie jene Gäste, die ihn wegen der 15 «Gault Millau»-Punkte besuchen, die er an anderer Stätte einmal hatte.

Gasthof Bären, Dorfstrasse 9, 3115 Gerzensee. 

Raus aus dem Schatten

Mag sein, dass das Piman Thai in der Münstergasse etwas im Schatten des populären Tab Tim steht – auf jeden Fall ist dort immer ein Tisch zu finden. Und auch sonst braucht sich das Restaurant nicht zu verstecken. Wer thailändische Küche mag, ist dort gut aufgehoben. Nebst Currys und Wokgerichten gibts auch Neues zu entdecken: das Rindfleisch an «Hawaii»-Sauce etwa, höllisch scharf und mit frischer Ananas gebraten.

Piman Thai, Münstergasse 47/­ Herrengasse 22, 3011 Bern.

In der Kategorie Geheimtipp

 

Versteckt und doch zentral
Foto: Raphael Moser

Ganz hinten an der Schanze­­n­eckstrasse, inmitten von Herrenhäusern, versteckt sich das Restaurant Veranda. Hier wird seit 2001 gekocht, das Küchenteam setzt auf biologische, frische und regionale Küche. Der Service ist sehr aufmerksam, der Raum ­gemütlich und auch bei voller Auslastung nicht unangenehm in der Lautstärke. Bei einem Blick in den lauschigen Garten wünschen sich die Besseresser, dass man noch mehr herausholen würde.

Veranda, Schanzeneckstrasse 25, 3012 Bern. 

Grandiose Tapas

Unscheinbar an einer verkehrsberuhigten Strasse in der hinteren Länggasse liegt die Tapas- und Weinbar Entre nous verborgen. Wer nur zu zweit einkehrt, hat die Qual der Wahl – mehr als drei Tapastellerchen leert man beim besten Willen nicht. Deshalb besser in der grossen Runde hingehen, damit man die Karte einmal rauf und runter bestellen kann. Preislich zwar eher an der oberen Grenze, sind die Tapas so gut gemacht, dass man sie sich gern ab und zu leistet.

Entre nous, Neufeldstrasse 32, 3012 Bern. 

Mehr als Bier
Foto: Key/Peter Klaunzer

Längst hat sich herumgesprochen, dass in der Berner Barbière Bierkultur gepflegt wird. Ob selber gebraute oder eingekaufte, ob oberhopfige oder unter­gärige: Hier werden Biertrinker glücklich. Weniger bekannt ist, dass in der Barbière jeden Mittag zwei kreative, liebevoll gekochte und eigentlich immer wunderbare Menüs angeboten werden. Dazu steht ein Pastateller zur Auswahl, den es auch abends gibt – neben einigen anderen kleinen Köstlichkeiten.

Barbière, Breitenrainplatz 40, 3014 Bern. 

In der Kategorie Brunch

 

Ein Hoch auf Quiches
Foto: Claudia Salzmann

Im Ô Capitaine an der Herzogstrasse gibt es nicht nur Tapas oder Moules et Frites, sondern am Wochenende auch ein feines Frühstück. Neben Züpfe mit speziellen Aufstrichen wie Trüffelhonig und dazu Salaten oder ­Birchermüesli trumpft das Restaurant mit verschiedenen hausgemachten süssen Kuchen und salzigen Quiches auf – Verdauungsspaziergang ist Pflicht!

Ô Capitaine, Herzogstrasse 12, 3014 Bern. 

Im Stress oder gemütlich

In der Kaffee-Bar Wartsaal in der Lorraine ist die ganze Woche über Brunchzeit, von morgens bis um 17 Uhr können feine Frühstücksgerichte genossen werden. Wer wenig Zeit hat, bestellt das Menü «im Stress», ansonsten gönnt man sich etwa «kein ­Termin» mit Käse und Fleisch. Sehr zu empfehlen ist auch das «Katerzmorge» mit einem herrlichen Spiegelei.

Wartsaal, Lorrainestrasse 15, 3013 Bern. 

Frühstück mit Blumenduft

 

Ein Schmuckstück, um den Tag genussvoll zu starten, findet sich zwischen Gasel und Mengestorf mit einer Rundumsicht auf Wald und Wiesen. Im Blumencafe frühstückt der Besucher zwischen Blumensträussen, Pflanzentöpfen und Wohnaccessoires. Auf Vorbestellung wird ein Plättchen mit Fleisch und Käse, Antipasti, Nüssen, Früchten und einem Birchermüesli serviert.

Blumencafé, Oberriedstrasse 274, 3144 Gasel.

In der Kategorie Ausflugsziel

 

Neben der Piste

Ob im Sommer oder im Winter, das Restaurant des Alpes in Adelboden ist immer einen Ausflug wert. Etwas abseits vom Dorf in Gilbach bieten die sympathischen Gastgeber nebst der wunderschönen Aussicht Erfreuliches auf dem Teller und im Glas an. Die Karte ist übersichtlich und saisonal, gekocht wird mehrheitlich mit einheimischen Zutaten. Und zum Abschluss eine der vielen hausgemachten Glacen – herrlich!

Hotel-Restaurant des Alpes, Hahnenmoosstrasse 34, 3715 Adelboden. 

Türkisches Flair im Städtchen am See

Seit 25 Jahren betreibt die Familie Bartamay das Restaurant Anatolia in Murten. Nach einem Besuch an der Seepromenade und dem Schlendern durch die engen Gassen des Innenstädtchens lohnt sich ein Abstecher ins Anatolia, um den Hunger zu stillen. Auf den Tisch kommen türkische Spezialitäten wie gefüllte Auberginen, Kebap oder verschiedene Grilladen. Was neben dem Essen einen bleibenden Eindruck hinterlässt, ist die Herzlichkeit der Gastgeber.

Restaurant Anatolia, Hauptgasse 45, 3280 Murten. 

Am besten über Nacht

Ganz so geheim ist der Essbahnhof an der Kantonsgrenze nicht mehr. Im mint und schön illuminierten Bahnhofhäuschen setzen sich die 14 Gäste an eine grosse Tavola in der ehemaligen Schalterhalle. Kredenzt wird ein Mehrgangmenü, durch den Schalter blickt man in die Küche, wo nicht mit Pinzette angerichtet wird. Die Gäste wählen den Wein im Keller und aus der Jukebox die Musik aus. Für den gemütlichen Abschluss schläft man in einem der vier Zimmer.

Gheimtipp, Alte Bahnhofstrasse 28, 3297 Leuzigen.

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