«Ein Leben ohne Zucker ist für mich unvorstellbar»

7 kulinarische Fragen: Diese Rubrik erscheint in loser Folge mit stets den gleichen Fragen. Heute gehen sie an Braumeister David Siegrist. Nächste Woche, am Tag des Schweizer Bieres, lanciert er ein neues Bier namens Harder. 

Gibt es eine Speise, die Ihr Leben verändert hat?
Ja, eine gute Bratensauce mit dunklem Bier hat mir einst gezeigt, dass man mit Bier auch wunderbar kochen kann. Auch Mozzarella im Bierteig ist eines meiner Leibgerichte. Oder ein Treberbrot aus Malztreber und Bier. Die Kunst, mit Bier zu kochen, liegt darin, ein Gericht mit den vielen Geschmacksnuancen zu veredeln, ohne dass das Bit­tere im Vordergrund steht. Daher eignen sich grundsätzlich eher dunkle und hopfenarme Biere fürs Kochen. India Pale Ale zum Beispiel geht gar nicht – das ist viel zu bitter.

Was kochen Sie aus Eiern?
Ein ungarisches Rührei mit grünen Spitzpaprikaschoten und Chorizo-Salami – das ist immer ein Aufsteller. Ebenso serviere ich eine von meiner Familie ­geliebte Eiermousse als Brot­aufstrich. Nach einem Geheim­rezept, und mit asiatischem Hauch.

Wenn Sie auf etwas verzichten müssten – wäre es Butter, ­Alkohol oder Zucker?
Ganz klar auf die Butter. Ich lebe von und für die Brauerei. Da kann ich mir ein Leben ohne Zucker, der letztendlich zu Alkohol abgebaut wird und als Geschmacksträger im Bier einen hohen Stellenwert hat, nicht vorstellen.

Was servieren Sie, wenn Sie ­jemandem unbedingt ­näherkommen möchten?
Ich würde mein Date mit einem «Beer and Dine» und präparierten Glückskeksen verwöhnen. Dieses Essen würde aus mindestens drei Gängen bestehen, wobei ich zu jedem Gang das passende Bier servieren würde. Als Vorspeise einen Nüsslisalat mit Ei und Speck mit einer Alpen­perle, zum Hauptgang Spargel mit Rohschinken im Blätterteig, dazu Sauce hollandaise und meine neuste Kreation, ein helles Starkbier. Und zum Dessert eine Mousse au Chocolat mit einem dunklem Herrgöttli. Der präparierte Glückskeks würde einen von mir geschriebenen Zettel enthalten: «Warum auch in die Ferne schweifen, wenn das Glück doch so nah liegt?»

Steak oder Fondue?
Es geht doch nichts über ein ­feines Bierfondue.

Wie viel trinken Sie täglich und was?
Viel Wasser, wenig Kaffee, etwas Tee – und ganz gern ein mit Hopfen veredeltes Wasser.

Haben Sie jemals gehungert oder eine Diät eingehalten?
Tatsächlich habe ich zwei erfolgreiche Diäten hinter mir, die auch lange angehalten haben. Mein Idealgewicht scheint allerdings von Mutter Natur festgelegt zu sein. Diesem trotze ich, wann immer ich kann, mit einer Biketour im schönen Berner Oberland. Zur Belohnung darf dann aber ein Bier nicht fehlen.

Zum «Tag des Schweizer Bieres» am 27. April will David Siegrist (34) ein neues Bier lancieren: Rugenbräus Braumeister sagt, das helle Starkbier Harder zeichne sich durch schöne Hopfennoten aus. Der Name ist doppeldeutig zu verstehen, Harder ist ein Bier für harte Kerle, aber auch Interlakens «Hausberg» oder vielmehr ein Aussichtspunkt. David Siegrist feiert wie viele andere Brauereien nächsten Freitag mit Konzerten und anderem das Bier im Allgemeinen und im Speziellen. Ein Anlass, mit dem der Verband zeigen will, dass Bier «mehr ist als eine Stange».
Programm für alle Anlässe am «Tag des Schweizer Bieres»: www.bier.swiss.

 

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