Marokko im Kirchenfeld

In loser Reihenfolge besuchen wir Lokale mit raren Länderküchen. Dieses Mal das Al Kauede, ein marokkanisches Pop-up in der Ka-We-De: Schon beim Eingang werden wir mit orientalischen Teppichen und hübschen Lämpchen empfangen. Mit Pflanzen und ein wenig Deko wird das Badibeizli für sechs Wochen schön verwandelt. Draussen kurvten bis letzte Woche Leute auf dem Eis, nun ist das Becken leer, und man wartet auf den Sommer. Bis in den Frühling hinein wird zumindest das Beizli belebt sein, denn zwei Drittel der Plätze sind schon gebucht.

 

Foto: Claudia Salzmann

Der 34-jährie Dominik Jünkel war auf Rucksackreisen durch die Maghrebstaaten und hat sich dort Inspiration geholt, indem er sich in Küchen anheuern liess. Nun hat der gelernte Koch einen Viergänger kreiert, der von Tabouléh bis Tajines reicht. Der erste Gang kommt in hübschen Tonschalen und entpuppt sich als grosse Vorspeisenpalette: ein sämiges Hummus, ein luftiges Baba Ghanoush, ein sommerliches Tabouléh und ein süsser Rüeblisalat.

Alle Serviceangestellten haben sich auch bei den Kleidern thematisch angepasst und arbeiten im Salwar Kameez, einem weiten Oberteil, das bis zu den Knien reicht. Sie schenken auch tüchtig Wein von Cantina del Mulino und Urban & ich aus. Zum ersten Gang wird ein unfiltrierter Chardonnay von Haut-Campagnau aus der Gascogne gereicht. Der zweite Gang ist eine Bohnensuppe mit Randen-Ziegenfrischkäse, dazu eine marokkanisches Menage mit Olivenöl, Koriander-Pesto und Harissa, bei der wir nicht sicher sind, ob sie fürs Fladenbrot oder für die Suppe gedacht ist. Dazu ein Glas Grain de Folie Rosé Fitou VDF 2016 (Syrah, Grenache, Languedoc).

Bis hierher speisten Omnis und Vegis das gleiche. Im Hauptgang wählt man zwischen Poulet (Schweiz), Lamm (Irland) oder Falafel. Dazu gibt es Frühkartoffeln und orientalisches Gemüse. Die Portionen sind gross, also Obacht mit dem feinen Fladenbrot, welches bei jedem Gang auf dem Tisch steht. Der Rotwein L’Enclos Corbières AOC 2015 (Grenache und Mourvèdre, aus dem Languedoc) wird vom Service als würzig angepriesen und passt gut zum Lamm.

Vor dem Dessert wurden wir von der Bedienung gefragt, ob wir eine Pause bräuchten. Die brauchten wir dringend, denn auch das Dessert hatte es in sich: Dattelcreme mit Pistazien und Granatapfelsirup. Dazu ein Soyeux VDF 2014, eine Spätlese, wiederum von der Domaine Haute-Campagnau aus der Gascogne. Der abwechslungsreiche Viergänger kostet 77 Franken, die empfehlenswerte Weinbegleitung inklusive Wasser gibt es für 29 Franken dazu. Reservieren könnt ihr hier.

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