Bircher, Brinner und Bock

Foto: Beat Mathys

Man sagt ja immer, das Frühstück sei die wichtigste Mahlzeit des Tages. Ich persönlich esse unter der Woche praktisch nichts bis zum Mittag. Anders am Wochenende: Am liebsten frühstücke ich ausgiebig mit einer grossen Auswahl an Käsen, darunter frischer Schafkäse und ein Brie de Meaux. Und ein Ei darf auch nicht fehlen, egal in welcher Form. Die überraschendste davon ist wohl das Cloud Egg: Das Eiweiss steif schlagen, salzen und auf Backpapier einen Haufen machen und eine kleine Mulde drücken. Danach ab in den auf 220 Grad vorgewärmten Ofen und so lange backen, bis sich das Eiweiss leicht golden verfärbt. Dauert je nach Ofen ungefähr 6 Minuten. Danach das Eigelb in die Mulde geben und weiterbacken, bis es stockt.

Dieses Ei kommt mit seiner Konsistenz einer Wolke sehr nahe. Und ist – wie ihr seht – sehr instagrammable. Es passt nicht nur zum Frühstück, sondern kann auch als Brinner gegessen werden. Brinner ist eine Wortverschmelzung von Breakfast und Dinner, so wie Brunch Breakfast und Lunch heisst. Und Brinner ist ein Trend, der dafür sorgt, dass mehr Eier und Pancakemischungen gekauft werden und Restaurants Frühstück auf die Abendkarte nehmen. Brinner oder Frühstück zum Abendessen, das machen doch wir Schweizer schon lange? Immer wenn ich nicht kochen mag, gibt es Café complet, auch Ankebock genannt. Die Amis machen es natürlich wieder besser, kreieren einen Neologismus, und schon ist ein neuer Trend geboren.

Apropos neu: Seit Anfang März liefert Aurélie Frühstück. Sie ist eigentlich Architektin und kam bei Sitzungen, an denen wiederum nur Gipfeli fürs Znüni zur Auswahl standen, auf die Idee. Ihr Projekt «Willy Müesli» startete im kleinen Rahmen letzten Sommer, und nun hat die Freiburgerin ganze Frühstückspakete im Angebot (fünf Personen ab 49 Franken, billiger im Wochenabo). Vor allem Firmen bestellen bei ihr, erzählt sie. Das Herzstück der Lieferung ist das Müesli, mit Weizen-, Hafer-, Roggen-, Gerste- und Hirseflocken und saisonalen Früchten. Es ist nicht mastig, da Magerquark und Naturjoghurt drin sind. Gesüsst ist es mit Honig aus der Berner Lorraine. Nebst Früchten, Walliser Fruchtsaft und Bohnenblust-Broten sorgen auch Beerenmuffins für einen vollen Magen. Passend zu unserer Velostadt liefert Aurelie mit ihrem Fahrrad «Willy». Wer das nicht ins Büro bestellen mag, der reserviert sich einen Platz im «Ô Capitaine», wo die Müesli produziert und am Wochenende beim Brunch auch aufgetischt werden.

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