Südkoreanisch in Bern

Derzeit laufen ja die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang auf allen Kanälen. Uns vom Foodblog interessiert weniger der Sport als Südkoreas Gastronomie. Hier vier Vorschläge, wo ihr in Bern die kulinarische Seite kennen lernen könnt:

Jinny’s Sushi, Gesellschaftsstrasse, Länggasse

Foto: Claudia Salzmann

In der Länggasse hat sich das Jinny’s Sushi zu einem beliebten Mittagstreffpunkt gemausert. Aber nicht nur wegen der Sushi: Hier haben eine Japanerin und eine Südkoreanerin zusammengespannt. Während die Sushi auch lecker aussehen, bin ich da wegen des Bibimbap. Der Tipp, hier einzukehren, stammte von einem foodaffinen Kollegen. Zehn Minuten vor zwölf muss man dort sein, um noch einen Sitzplatz zu ergattern. Das Bibimbap kommt mit Poulet, Rind oder Tofu (alles für je 15 Franken), mit einer milden, mittelscharfen oder scharfen Sauce. Das Essen ist schnell zubereitet, und während meine Begleitung noch lange die Sauce unter den Reis rührt, habe ich schon angefangen zu essen. Und ich merke: Genau dieses Mischen macht es aus. Auch für Allergiker ist man hier ausgerüstet, da die Köchin selber auf Glutamat reagiert. Darauf legt man Wert, alles wird frisch gekocht und man lässt Kritisches weg. «Wir haben viele Kunden, die genau deswegen kommen», erklärt der Besitzer. Auch preist er hausgemachtes Kimchi an, das nach einem Familienrezept einer Bekannten gemacht ist. Sie stammte aus Busan, wo Kimchi schärfer als in Seoul seien.

Chun Hee, Restaurant Familial, Münstergasse 

Foto: Claudia Salzmann

Die Köchin Eve Angst, die das Restaurant Chun Hee vor zwei Jahren aufgemacht hat, ist derzeit für die Schweizer Teams im olympischen Dorf. Das schrieb unsere Konkurrenz letzte Woche. Doch das Lokal in der Münstergasse läuft weiter: Wer hier einkehrt, der wird am Mittag unglaublich schnell bedient. Einerseits arbeitet die Köchin mit Lichtgeschwindigkeit, und der Kassier macht der Kellnerin Feuer unter dem Füdli. Ich bestelle ein Mix (oben im Bild, 15 Franken) und bekomme die Palette an koreanischem Essen geboten: Vegisushi, gepickeltes Gemüse, Pajeon (Omelette mit Frühlingszwiebeln) und Mandu (Teigtaschen). Dazu reichen sie Reis mit Sesam und Matcha, was sehr gut zusammenpasst. Auch abends lohnt sich der Besuch, denn dann gibt es Bulgogi oder Feuerfleisch vom Tischgrill. Alleine wegen des oberen Stocks, wo ein wunderschöner Ofen den Raum schmückt, sollte man hier einkehren. Hier geht es zur Rezension der Besseresser.

Arirang, Hirschengraben 11

Foto: Claudia Salzmann

Das Arirang kennen ja viele noch von der alten Markthalle. Die Familie Kim, die das Lokal führt, fand damals nach der Schliessung 2013 um die Ecke ein Lokal. Als wir Mittags vorbeigingen, brummte der Laden. Reservieren kann man nicht, aber wir haben Glück. Als Vorspeise nehmen wir gedämpfte Teigtaschen (15 Franken), die im Bambuskörbchen daherkommen. Grossartig, wir fühlen uns wie in Asien. Meine Begleitung bestellt ungesüssten koreanischen Tee (4.50 Fr.) und ein Sashimi mit Reis und Salat (27 Fr.), welches bombastisch aussieht und wie er vermeldet, auch so schmeckt. Ich bestelle wiederum ein Bibimbap mit der Option Ei (28 Fr.). Im Arirang wird es im heissen Tontopf serviert, weshalb der Reis unten schön knusprig wird. Die Sauce ist prächtig scharf, das Gemüse nicht zu fest eingelegt und die Portion sehr gross. Das Lokal ist mit roten Lampen und Plastikbambus stilvoll eingerichtet, was uns beiden sehr gefällt.

Restaurant Steinhalle, Helvetiaplatz

Foto: Claudia Salzmann

 

Wer gewillt ist, etwas mehr auszugeben, besucht das Restaurant Steinhalle. Der Koch Markus Arnold ist gerade von einer Reise aus beiden Koreas zurückgekehrt. In Nordkorea besuchte er eine Kochschule, wo er unter anderem zeigte, wie man eine Rösti in der Bratpfanne dreht. Im Gegenzug lernte er, wie man Kimchi zubereitet. Ab Donnerstag tischt er sein neues Menü mit koreanischem Twist auf, einen Viergänger gibt es ab 92 Franken, der Sechsgänger mit Apérogetränk für 139 Franken. Reservieren kannst du hier. Wir verraten nicht das ganze Menü, nur soviel: Arnold beweist mehr Mut und serviert im Bibimbap das Ei roh, so wie es auch in Korea wäre. Darin sind auch Karottenkimchi, Mais, Sprossen und Luzerner Rahmkäse, die nach dem Verrühren als harmonische Beilage zum Short Rib mit Buchweizencracker dient.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.