Ayurveda für daheim

Im Berner Breitenrain gibt es das Zentrum «3dosha Ayurveda», wo vegetarische Küche, Massagen und Ernährungsberatung auf dieser aus Indien stammenden Lehre angeboten werden. Kürzlich war ich dort mit einer Freundin, die vegetarisch lebt, aber es war uns dann doch etwas zu gspürig. Dabei finde ich eigentlich die Grundsätze dieser Gesundheitslehre interessant.

So geht es auch Christina Bridel, die das Restaurant Bonbec in der Rathausgasse führt. Sie hat auf dem Menü ein ayurvedisches Curry, das laut ihren Angaben der Allzeit-Bestseller ist. «Ich preise das Curry extra nicht als ayurvedisch an. Ich nutze aber das Wissen, welche Nahrungsmittel auch im Körper sich gut vertragen und uns guttun», sagt die 39-Jährige. Beispielsweise hilft Kardamon die Verdauung anzuregen, oder in ayurvedischem Jargon ausgedrückt: das Verdauungsfeuer Agni anzufachen. Oder sollten tierische Eiweisse nicht zusammen kombiniert werden, und alle sechs Geschmacksrichtungen (süss, sauer, salzig, herb, bitter und scharf) sollen in einer Mahlzeit enthalten sein, um nur zwei Dinge zu nennen.

Nebst solchen Regeln sind auch Basics zu beachten, die ich mir selber eigentlich schuldig bin: Nur bei Hunger essen, dazwischen nichts «schnouse», mindestens drei Stunden zwischen den Mahlzeiten verstreichen lassen, keine kalten Getränke dazu trinken, nicht im Stehen essen und danach ruhig sitzen bleiben. Und, was für mich persönlich schwierig ist, keine aufgewärmten Gerichte essen. Öfters bleibt bei uns daheim etwas übrig, was ich dann gern mit ins Büro nehme (und ja, shame on me, vor dem Bildschirm esse). Würde ich das nicht tun, so würde es im Abfall landen, und mein Beitrag zum Anti-Foodwaste wäre dahin.

So oder so ist frisch Gekochtes fast immer besser. Und so auch das Bonbec-Curry, das wir getestet haben. Den Mythos, dass Currys am nächsten Tag noch besser schmecken sollen, konnten wir nicht einmal testen, da überhaupt nichts übrig blieb. Christina Bridel hat uns exklusiv das Curryrezept verraten:

Poulet 
2 EL Biojoghurt
4 TL Jaffna Curry Powder oder Garam Masala
1 EL Sonnenblumenöl zu einer Marinade verrührt
4 kleine oder 3 grosse Pouletbrüste, in Würfel geschnitten. Mit Handschuhen Marinade einmassieren und zudecken.

Sauce 
1 mittelgrosse Zwiebel sehr fein gewürfelt
2 Lorbeerblätter getrocknet
1 Stück Ingwer, etwa daumengross, gerieben in Ghee dünsten, bis die Zwiebeln schön glasig sind und etwas Farbe haben.

2 TL Cumin gemahlen
3 TL Koriander gemahlen
2 TL Kurkuma
1 TL Paprika rosenscharf
1 Prise Zimt
1 Löffelspitze Bockshornkleesamen gemahlen
1 Löffelspitze Kardamom gemahlen, kurz mitdünsten, bis es fein duftet.

1 Dose gehackte Biotomaten
…dazugeben und einkochen (zugedeckt)

2-3 TL Garam Masala
Ein grosszügiger Gutsch Biorahm
Salz je nach Geschmack und eine Prise Zucker hinzufügen, auf kleiner Hitze köcheln lassen, dabei evtl. etwas Wasser hinzufügen.

Gemüse 
4 Handvoll saisonales Gemüse in Würfel geschnitten (z.B. Zucchini, Lattich, Broccoli, Karotten, Kürbis, Wirsing).
In Ghee mit etwas Salz bissfest dünsten (Reihenfolge je nach Garzeit), in die Sauce geben und ziehen lassen.

Zubereitung
Pouletwürfel in Ghee mit Salz scharf anbraten, bis sich eine Kruste bildet, in die Sauce geben und kurz ziehen lassen.

Servieren
Das Curry mit frischem gehacktem Koriander bestreuen und mit Basmati-Reis servieren. Noch besser: Cashewkerne trocken in der Pfanne rösten und darüberstreuen.

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