Campari Soda

Nein, Campari Soda steht nicht auf der Karte im Restaurant Schwarzenbühl im Naturpark Gantrisch. Aber jedes Mal, wenn wir hier oben zu Gast sind, haben wir den Hit der Band Taxi in den Gehörwindungen: «Ich nime no ’n Campari Soda. Wiit unter mir liit ’s Wolkemeer… Es isch, als gäbs mich nümme mee.»

Wenn man durch die Fensterfront der Gaststube blickt, fühlt sich das fast so an wie im Landeanflug. Bei klarem Wetter kann man von hier aus sogar Innerschweizer Berge erspähen. Die Aussicht auf das Mittelland und das Seeland bis zur Jurakette ist ­umwerfend. Perfekt war die Sicht nicht, als wir am 1. August hier oben waren. Es zogen noch einige Gewitterwolken und vor allem Feinstaubschwaden von Feuerwerk übers Land. Aber diese frische Luft! Diese Ruhe! Es war, als hätte jemand bei einer Liveübertragung des Nationalfeiertags den Ton abgedreht. Wunderbar.

Das fanden auch zahlreiche andere Gäste, und wir waren froh, hatten wir einen Platz am Fenster reserviert. Es gebe am 1. August eine spezielle Karte, hatte man uns am Telefon gesagt. Wir fanden das Angebot tipptopp. Sommerliche Kombinationsmöglichkeiten mit Salaten und Fleisch oder Bratwurst mit Kartoffelsalat. Das Schwarzenbühl ist ein Familienbetrieb und wird von der vierten Generation ­geführt. Die aufmerksame und freundliche Chefin beantwortete geduldig all unsere Fragen zum Panorama und sah grosszügig über unsere mangelnden Kenntnisse der umliegenden Bergwelt hinweg.

Die Speisen im Schwarzenbühl sind einfach, aber sorgfältig ­zubereitet. Wir assen zum Start Melone mit Rohschinken und fanden 9 Franken für die üppige Portion sehr günstig. Aus ak­tuellem Anlass hatten wir einen Schweizer Wein aus St-Saphorin bestellt, der gut mit unserem Hauptgang harmonierte: Roastbeef mit verschiedenen Salaten, Tartarsauce und Country Cuts (29 Fr.). Wir verputzten alles ­rübis und stübis.

Auf der Weide unterhalb der Restaurantterrasse lieferten sich drei übermütige Rinder ein Wettrennen. Mit zunehmender Dunkelheit stiegen unten in der Ebene immer mehr Raketen in den Himmel. Wir widmeten uns dem Dessert. Ein kleiner Heidelbeer-Coupe (8 Fr.) und ein halber Heidelbeerkuchen (8.50 Fr.) mussten einfach noch Platz finden.

Nach dem Essen machten wir einen kleinen Verdauungsspaziergang auf die Krete, wo ein Höhenfeuer loderte. Der Wind pfiff durch die Tannen, Funken stoben in den Nachthimmel, eine Kuh muhte. «Es isch, als gäbs mich nümme mee…»

Hotel Restaurant Schwarzenbühl, 3156 Riffenmatt, Tel. 031 735 51 31. 13. Mai bis 29. Oktober, Mittwoch und Donnerstag den ­ganzen Tag geschlossen.

Quittung:

Auf dem Tisch: Währschaftes wie Rösti, Käseschnitten oder Gantrisch-Burger.
Abgerechnet: Günstig.
Aufgefallen: Die Kinderteller heissen hier Fuchs, Chräie, Reh oder Dachs.
Abgefallen: Die Anfahrt aus dem Flachland ist kurvig und lang. Aber warum nicht grade auf 1482 Metern übernachten und am nächsten Tag noch eine Wanderung machen.

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