Kapitel-Burger und Burgunder-Radiesli

Best Burger is back in Bern

Bis letzten Juli war das Kapitel am Bollwerk ausser für die langen Nächte und Elektrobässe auch für seine Küche bekannt. Insbesondere der Burger fand Anklang. Als der Restaurantbetrieb gestoppt wurde, war damit leider Schluss. Nun gibt es gute News: Ab Donnerstag lässt der Geschäftsführer Diego Dahinden den Burger wiederaufleben. Und nicht nur die klassische Variante (mit Simmentaler Rind, Speck und Spiegelei im Backbord-Bun für 22.50 Franken), sondern drei weitere: Crispy Chicken, Pulled Beef und Cream Cheese. In der Küche wirkt Schewan Jamil, der schon beim vorherigen Küchenteam die Burgerstation unter sich hatte und an die 1000 Burger zubereitet hatte. Dass es gerade mal einen Monat lang Essen im Kapitel gibt, habe seine Gründe, sagt der 30-jährige Dahinden: «Wir wollen draussen den Kleeplatz wiederbeleben, mit Essen und mit Lounge-Musik.» Danach geht es im Juli bis nach dem Gurtenfestival in die Sommerpause.

Radieslisalat mit Aareblick

Grossartig finde ich, dass es in den Berner Badis endlich auch mal was Innovatives gibt. Das Bonsoir legt sich gleich in drei Badis ins Zeug, und die Burgunder-Crew hat im Lorrainebad übernommen. Dort bin ich am häufigsten, da ich im Quartier arbeite, lebe und wohne. Ein Blick auf die Menütafel lässt mein Herz aufgehen: Nebst den obligaten Burgern und Pommes gibt es auch Baba Ghanoush (7 Franken), Salate in kleiner (9 Franken) und grosser Variante (14 Franken). Und dann gibt es auch noch ein Bund Radiesli? Für 13.50 Franken? Whaaaat? Das musste ich sofort testen: Das Bund Radiesli steckt in einem kleinen Einmachglas, unten drin ist eine Apfel-Vinaigrette. Man bekommt ein scharfes Messer dazu und rüstet alles selbst. Wenn ich schreibe «alles», dann meine ich es auch so: die Blätter auch. Bisher habe ich diese einfach, ohne zu überlegen, in den Kompost geworfen, doch verwertet man alles, machen Radiesli noch mehr Spass. Zum Salat dazu gibt es Baumnüsse, Fleur de Sel, Ankebock und viel Sonne!

Eiszapfen und Rattenschwanz

Apropos Radiesli: Das Schöngrün beim Zentrum Paul Klee hat hinter dem Restaurant nun einen Gemüsegarten mit Pro-Specie-Rara-Sorten angelegt. Gehegt und gepflegt wird er von der Gärtnerin des Gemüselieferanten aus Aarberg. Sie erklärte am Mittwoch der zehn-köpfigen Küchencrew, was denn da alles so in den Hochbeeten und Töpfen hinter ihrem Lokal wächst. Litschi-Tomaten, Erdbeerspinat, Oca (knolliger Sauerklee), roter Federkohl, Pariser Marktrüebli, Rattenschwanzrettich, Butterkohl, Rosenkohlschoten (im Bild) und einiges mehr zeigte sie den Köchen. Die Gemüsesorten sollen die Crew motivieren, mit ihnen zu pröbeln und sie so in Menüs zu integrieren. Schmecken sie, werden grössere Mengen aus Aarberg nachgeliefert. In der Gruppe hatte es «Gwundernasen» dabei, die immer was von den Pflänzchen abzupften, um zu probieren. Riesige Begeisterung gab es bei den Eiszapfenradiesli, als einer der Köche «Megageil!» ausrief  und es aus der Erde zog, mit Wasser abspülte und sofort verspeiste.

Brunchen wie Berliner

Ich gehe nie brunchen, weil ich dafür früh aufstehen müsste. Das geht auch anderen so, was die schlauen Gastrolokale erkannt haben, und sie bieten nun Essen bis 17 Uhr an: zum Beispiel im Du Nord in der Lorraine, wo man jeden Sonntag einkehren kann. Im Sommer allerdings nur, wenn es regnet. Neu hat im Breitenrain an der Herzogstrasse das Ô Capitaine aufgemacht, hier frühstückt man à la française. Die Produkte kommen praktisch alle aus Frankreich. Bei schönem Wetter könnte man mal vorbeispazieren, um zu schauen, ob es Platz hat. Bei schlechtem Wetter unbedingt reservieren, denn dann findet alles drinnen statt, und der Brunch ist beliebt, weil hier alles bis ins letzte Detail mit ganz viel Amour zubereitet ist. Auch im Kung Fu Burger in der Speichergasse kann man bis 17 Uhr brunchen, aber erst wieder nach der Sommerzeit. Oder am Sonntag ein letztes Mal vor der Sommerpause im Lieblings in der Gerechtigkeitsgasse (oben im Bild), das seit Anfang Jahr offen ist. Hier empfiehlt es sich allerdings nicht, bei strahlendem Wetter hinzugehen, da man im Keller gar nichts mehr von draussen mitbekommt. Ausser man möchte nach einer langen Nacht genau das.

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