Wein, der nicht nur blau macht

Was trinkt ihr zum Apéro? Prosecco? Weisswein? Bier? Oder gern auch mal was Neues? Ich selber bin ein grosser Fan von Neuem, und so hoffte ich darauf, dass auch unsere Gäste so drauf sind. Und sie waren es. Ich servierte ihnen den letzten Schrei, nämlich blauen Wein.

«Wow, was ist das denn? Woher hast du den? Das sieht aber toll aus!», das waren ungefähr die Reaktionen der Gäste, als ich die Flasche aus dem Kühlschrank nahm. Ich entkorkte sie, probierte und schenkte den Gästen ein, ohne viel zu sagen, um die Überraschung noch nicht zu vermasseln. Ich erwischte mich dabei, wie ich – da wir den Wein zum Apéro tranken – auf einen ähnlichen Geschmack wie den von Weisswein wartete, auf Säure oder Zitrusgeschmack.

Nach dem Anstossen kamen dann die Urteile: Als zu süss deklarierten ihn die Männer, für mich und meine Schwiegermutter in spe war er sehr lecker, wenn auch supersüss und fruchtig. Visuell ist er spektakulär, besonders weil wir im Garten sassen und Sonnenglück hatten. Im Gegenlicht sah die himmelblaue Farbe genial aus. Die Künstler und Weinmacher aus Spanien, die dahinterstecken, haben auch fünf Jahre gebraucht, um das Blau genau so hinzubekommen.

Allzu viel verraten die Macher jedoch nicht über ihre Kreation, es sei ein Cuvée aus weissen und roten Trauben – welche Sorte, ist nicht in Erfahrung zu bringen. Das Blau kommt von zwei organischen Pigmenten: Indigo und Anthocyan. Indigo stammt aus der dünnen Haut der Weintrauben. Das Gefühl, man trinke etwas Chemisches, bleibt leicht haften, auch wenn 99 Prozent des Inhalts natürlich sein sollen.

So oder so: Wer ein solches Mitbringsel bei einer Einladung dabeihat, wird bestimmt alle Aufmerksamkeit haben. Salud!

Bestellbar bei Premium Choice für 19.50 Franken.