Gangster Wrap und leichtsinniges Tatar

Am Sonntag wurde auf dem Kursaal-Dach ein Spot für das neue Pop-up-Restaurant, das im Sommer aufmachen soll, gedreht. Im Vorfeld wurden dafür Statisten gesucht, im Anforderungsprofil stand «gerne mit Bart oder Tattoos». Das Pop-up findet zwar während der Urlaubszeit des Meridiano-Chefkochs Fabian Raffeiner statt, sei aber nicht als Meridiano-Ersatz gedacht. Zum ersten Mal überhaupt wird die Terrasse zwischen dem 13. Juli und dem 12. August zwischengenutzt. Ein Grillmaster wird den Gästen dabei Beef von Luma, Quinoa-Burger, Thunfisch und anderes braten. Zusammen mit der Sicht auf unsere schöne Stadt, einen Cocktail oder ein Brooklyn-Brewery-Bier in der Hand und im Ohr die Musik der DJs beschert das uns einen schönen Sommer.

Bild: Suanne Keller

Heute machen die Junggastronomen Fabian Schmutz und Florin Hofer mit ihrem neuen Konzept das Leichtsinn am Kornhausplatz wieder auf. Die vorherige Geschäftsführerin Isabel Stuker, die das Lokal bis im April geführt hat, verabschiedet sich eine Weile aus der Gastrobranche, wie sie auf Anfrage sagt. Sie übergibt an Schmutz und Hofer plus weitere acht Mitarbeitende. Deren Konzept ist einfach: Tatar und Ceviche wollen die beiden 26-Jährigen anbieten. Die Idee dazu ist von Florin Hofer, der im Golfpark Moosseedorf pro Tag bis zu 40 Tatar zubereitete. Er nahm Fabian Schmutz mit ins Boot und lernte den ehemaligen Kochweltmeister Urs Messerli vom Mille Sens kennen, der sie nun beratend unterstützt. So kommt es, dass die Rezepte aus dem Repertoire des Mille- Sens-Kochs Domingo S. Domingo stammen. «Auch die Zutaten werden von ihnen geschnitten und angeliefert», sagt Hofer. Sechs Tatarvariationen, darunter auch eine vegane und eine vegetarische Version, haben sie auf der Karte. «Welche auf das Menü kommen, haben unsere Freunde bestimmt, die bei einem Test­essen zwölf Kreationen probierten und die besten auswählten», so Schmutz. Ein Lokal, das sich auf Tatar spezialisiert, gibt es in Bern bisher nicht. Was auch auf der Karte steht, ist Ceviche (im Bild) – roher Fisch, mariniert mit Limettensaft. Auch das ist neu. Dabei verwenden sie Schweizer Saibling und Zander, der Thunfisch kommt von den Philippinen. Diese Woche ist Testbetrieb, am Freitag feiern sie die offizielle Eröffnung.

Apropos vegan: Der vegane Mittagsimbiss Grüner Gaumen startete letzten Sommer unter der Kornhausbrücke und zog über den Winter ins Weinkabinett in die Herrengasse. Nun führt die Köchin Sabine Ruch ihren Imbiss im Les Amis in der Rathausgasse weiter. Eigentlich macht das Lokal erst zur Apérostunde auf, aber nun gibt es von 11.30 bis 14.15 Uhr Mittagessen ab 10 Franken, beispielsweise Suppen, Sandwiches oder Wraps. Empfehlenswert ist der «Gangster Wrap» (13 Franken) mit fake Chicken – gebratenem Tofu -, viel Gemüse und einer leckeren Sesamsauce. Ruch holt das Maximum aus dem wenigen Platz, den sie hier hat, heraus. Es ist ihr dritter Standort, doch sie hält noch immer Ausschau nach einem Ort, wo sie das erste vegane Restaurant von Bern eröffnen kann.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.