Von Schoko-Kebap bis Harzglacé

 

Heute wurde in Bern gegenüber der Turnhalle ein «Choco Döner» eröffnet. Deniz Katranbayiri hat Erfahrung darin – in Basel betreibt er, anfangs nur als Experiment, einen gleichen Stand. «Dort hatten wir auch viele Zürcher und Berner als Kunden. Ich dachte zuerst, es sei ein Witz, aber die Leute sind wirklich aus anderen Städten nach Basel gereist, nur um einen Schoko-Kebap zu essen», erzählt der 32-Jährige. Sein Liebling sei eine Früchtevariante.

Ich blicke auf die Tafel und sehe sechs Variationen, darunter der Choco-Kebap mit Gummibärchen (8 Franken), den ich sofort bestelle.

Und so funktioniert der Kebap: Wie bei einem Dönerladen gibt es einen Spiess, allerdings nicht mit Fleisch, sondern einer Nuss-Nougat-Schokoladenmischung: Gianduja (rechtes Bild oben), hergestellt in Solothurn. Wenn die Crepe bereit ist, kann man die Sauce wählen (ich nehme Schoggi, als gäbe es nicht genug), dann werden vom Spiess mit einem Sparschäler Schokoraspeln abrasiert, und am Schluss kommt der bestellte Inhalt rein. Der erste Biss zeigt: Gummibärchen passen nicht sonderlich, primär, weil sie eine zu harte Konsistenz im Vergleich zur geschmolzenen Schoggi haben. Der Döner ist supersüss und um alles zu verzehren, hätte ich eigentlich auf das Mittagessen verzichten müssen (darum verfütter ich den Kebap an meine Redaktionsgspänli). Wer aus allen Zutaten auswählen möchte, bestellt den Royal (9.50 Franken).

⇒ Ein magenfüllender Kindertraum. 

Auch bei der Eisdielen-Kette «Gelateria di Berne» wird es kurios: «Die Spitzengastronomie hat den Wald wiederentdeckt und ich wollte schon letztes Jahr etwas in die Richtung ausprobieren», erzählt Michael Amrein, der mit seinem Bruder Hansmartin die vier Filialen führt. Den Winter über haben Amreins an einem fermentierten Eis getüftelt und nun das «Panna fermetata mit Baumharz»-Eis just zur Saisoneröffnung von morgen kreiert. Es basiert auf einem leicht angesäuerten Rahm und Baumharz. Letzteres sei schwierig zu bekommen, und nun haben sie eine Lösung mit einer Apotheke aus Basel gefunden.

Beim Testessen stelle ich mich auf mehr Geschmack ein, doch es ist ein ganz leichtes Glacé. Den Sauerrahm schmeckt man gut – er harmoniert schön mit dem Harz. Kopfkino, dass ich mich wegen des Harzes in einem Wald wähne, bleibt allerdings aus. Dafür schmeckt das Eis im Abgang minim nach Weihrauch, was mich an einen Kirchenbesuch während einer Mexikoreise erinnert.

⇒ Unbedingt einmal schlecken, bevor sie ausgegessen ist. 

Choco Kebap: Speichergasse 11, Mo bis Fr 11 bis 20 Uhr. Sa 11 bis 17 Uhr. Döner ab 7 Franken. 
Gelateria di Berna: Saisoneröffnung in den Filialen Breitenrain, Länggasse und Mattenhof, Freitag ab 12 Uhr. Marzili am 13. April ab 12 Uhr. Wenn der Papierkram beim Egelsee erledigt ist, soll dort ein Ape-Mobil der Gelateria eröffnen. 

3 Kommentare zu «Von Schoko-Kebap bis Harzglacé»

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