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Wie Republikaner und Demokraten in 60 Jahren zu Erzfeinden wurden

Von DB, 24. April 2015 Kommentarfunktion geschlossen
Die Polarisierung zwischen den amerikanischen Parteien war noch nie so gross wie heute. Eine Grafik zeigt eindrücklich, wie sich Demokraten und Republikaner auseinandergelebt haben.
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Die amerikanische Politlandschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark polarisiert. Zu diesem Schluss kommt eine von der Plos (Public Library of Science) veröffentliche Studie. Politologen um Clio Andris haben in einer Zeitreihenanalyse von 1949 bis 2011 die Überlappung der politischen Positionen zwischen den Demokraten (blau) und den Republikanern (rot) gemessen und in einer anschaulichen Grafik visualisiert:

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Divergierende Positionen: Illustration der Entwicklung der amerikanischen Polarisierung. (Quelle: PLOS)

Die blauen Punkte stehen für die im Repräsentantenhaus vertretenen Positionen demokratischer Politiker, während die roten Punkte die Standpunkte der Republikaner repräsentieren. Gemessen wurde die statistische Wahrscheinlichkeit, mit der ein Politiker in einer Abstimmung für bzw. gegen die Vorlage seiner eigenen Partei gestimmt hätte.

Die Ergebnisse sind verblüffend: In den 1960er- und 1970er-Jahren kam es nicht selten vor, dass ein Volksvertreter gegen die Vorlage der eigenen Partei gestimmt hatte. Die Punkte der jeweiligen Farben sind in diesem Zeitabschnitt vermischt. Während der 1980er- und vor allem während der 1990er-Jahre erhärtete sich die Loyalität der Politiker gegenüber ihrer eigenen Partei, die Punkte entfernen sich voneinander.

1993 – Kurz bevor die Republikaner die Mehrheit gewannen – verschwand die Überlappung der Positionen beinahe komplett. Die Punkte verdichten sich zu zwei homogenen Klumpen. Seither hat sich zwischen den beiden Parteien eine unsichtbare Grenze geschoben, welche kaum mehr überschritten wurde. (pst)