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Um welche Zeit Jogger verunfallen

Von Marc Brupbacher, 22. April 2015 13 Kommentare »
Auswertungen der Suva zeigen, zu welcher Stunde Jogger verunfallen, welches die häufigsten Verletzungen sind und wie sich das Unfallrisiko im Vergleich zu früher unterscheidet.

Jährlich verunfallen laut Suva mittlerweile rund 9000 Jogger – das sind etwa 25 pro Tag. Der grösste Unfallversicherer der Schweiz hat die Verteilung der Joggingunfälle nach Wochentag und Tagesstunde aufgeschlüsselt und die Ergebnisse dem Datenblog zur Verfügung gestellt. Wir haben daraus nachfolgende Tabelle angefertigt.

Die Daten zeigen, dass 37,2 Prozent aller der Suva gemeldeten Joggingunfälle der Jahre 2008 bis 2014 an einem Wochenende geschahen. Die «gefährlichste» Stunde, in welcher sich am meisten Unfälle kumulierten, war aber am Dienstag zwischen 19 und 20 Uhr (3,2 Prozent aller Unfälle). Es dürfte die Zeit sein, wo in der Schweiz am meisten Läufer gleichzeitig unterwegs sind.

 

Weitere Befunde:

  • Am Dienstag- und Mittwochmittag ereignen sich fast doppelt so viele Joggingunfälle wie an den Mittagen von Montag, Donnerstag oder Freitag.
  • Während der Woche passieren am meisten Unfälle am Abend zwischen 17 und 20 Uhr sowie über Mittag zwischen 12 und 13 Uhr.
  • Gegen Ende der Woche nehmen die Unfälle generell ab, sodass am Freitagabend noch halb so viele Personen beim Joggen verunfallen wie Anfang Woche.
  • Unterschiede sind auch bei den Geschlechtern erkennbar: Passieren Unfälle am Morgen, sind häufiger Frauen betroffen. «Ein möglicher Grund dafür ist, dass Frauen häufiger Teilzeit arbeiten», sagt Peter Andermatt, Statistiker bei der Suva.

Über das Jahr verteilt sieht das dann so aus:

90 Prozent mehr Joggingunfälle

  • Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung geht laut dem Bundesamt für Sport (Baspo) joggen. Das sind fast zwei Millionen Jogger.
  • Jährlich verunfallen laut Suva inzwischen ungefähr 9000 Jogger.
  • Kostenpunkt: 30 Millionen Franken pro Jahr. Ein Joggingunfall kostet durchschnittlich 3200 Franken pro Fall.
  • Seit dem Jahr 2000 haben die Joggingunfälle um 90 Prozent zugenommen.
  • Der Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass deutlich mehr Personen joggen.
  • Das Unfallrisiko für den einzelnen Jogger ist laut Suva nicht gestiegen.
  • «Im Vergleich zu den jährlich rund 45’000 Fussballunfällen ist die Zahl der Joggingunfälle rund fünfmal kleiner», sagt Suva-Statistiker Andermatt.

Ausgleiten und abrutschen ist die häufigste Unfallursache von Laufsportlern. Dabei verstauchen sich die Jogger gemäss Suva am häufigsten die Fussknöchel.

2 Spaltig

 

7 Lauftipps

  • Laufen Sie nur, wenn Sie gesund sind und keine körperlichen Beschwerden haben.
  • Lassen Sie sich Zeit: Steigern Sie zuerst die Anzahl Laufeinheiten, dann die Dauer und danach die Intensität.
  • Hören Sie auf Ihren Körper: Schalten Sie einen Gang zurück, wenn die Leistung abnimmt.
  • Schonen Sie Ihre Gelenke: Bevorzugen Sie Wald- und Feldwege gegenüber asphaltiertem Untergrund.
  • Machen Sie Pausen: Für routinierte Jogger einen Tag vor der nächsten Laufeinheit, für Laufeinsteiger zwei bis drei Tage.
  • Stolper- und Sturzunfällen vorbeugen: Trainieren Sie gezielt Kraft und Gleichgewicht.
  • Guter Schuh: Lassen Sie sich beim Kauf Ihres Laufschuhs fachkundig beraten und ersetzen Sie Ihre Schuhe regelmässig.

Hier geht es zu den ausführlichen Lauftipps

13 Kommentare zu “Um welche Zeit Jogger verunfallen”

  1. Dominique Kim sagt:

    Nein, die Statistik ist doch ganz gut. So wird dann irgendwann einmal ein neues Verbot erfunden. Joggverbot im Dunkeln, nur auf Feldwegen, maximal 30 Minuten, nicht reden während Joggen…. der (Kontroll-)Fantasie ist keine Grenzen gesetzt.

  2. Jogger sagt:

    Die wohl unnötigste und unbrauchbarste Statistik aller Zeiten….

    • Peter Weierstrass sagt:

      Genau, weil sie keine brauchbare Information liefert. Sie zeigt bloss an, um welche Tageszeit Jogger unterwegs sind. Informativer wäre eine lifetime-at-risk-Studie, also Anzahl Jogger, die Montags von 7 bis 8 Uhr verunfallen, durch die Anzahl Jogger dividieren, welche auch um diese Zeit unterwegs sind.

      Die letztere Zahl kann man leicht mit Fragebögen erheben.

      Lifetime-at-risk-Zahlen haben schon gezeigt, dass Bergwandern zusammen mit Schwimmen die tiefste Unfallzahl pro Stunde aufweist. Die Anzahl Rega-Einsätze an schönen Sommer-Wochenenden kann täuschen.

  3. Markus Schneider sagt:

    Zu blöd zum Joggen? Jetzt braucht’s wohl dringend ein Faltblatt der SUVA und ein paar Einführungskurse zu den Gefahren beim Joggen, gerne natürlich auf meine Kosten.

  4. Linkser sagt:

    So ist die Statistik wertlos, wenn man nicht weiss, wieviele Leute zu der Zeit joggen gehen. Ob das 1:1 korreliert mit der Anzahl der Verletzungen wage ich fast anzuweifeln. Behaupte mal spaet abends gehen nur Leute joggen, die hauefig joggen gehen. Die werden sich weniger oft verletzen als Sonntagslaeufer, die mal das schelchte Gewissen packt. Da werden schnell mal, auch durch Uebergewicht, die Gelenke ueberlastet.

  5. Dani Kobler sagt:

    “Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung geht laut dem Bundesamt für Sport (Baspo) joggen.”
    Dünkt mich jetzt grad arg viel, allerdings weiss ich nicht wie das Bundesamt joggen definiert.
    Falls der Weg zum Tram auch sportliche Aktivität ist bin ich 2x pro Woche Sprinter, 2x Jogger und 1x Walker.

  6. Anton Keller sagt:

    Ab sofort nur zwischen 3:00 und 4:00 morgens Joggen. Da ist es nicht so gefährlich. Oder ist es so, weil die meisten Jogger dann schlafen?

  7. Dieter Bolliger sagt:

    Kosten sind gering unter 4 CHF Pro Person im Jahr. Der positive Effekt ist viel höher. Wenn man Ihren Ratschlägen folgt, kann noch das Verletzungsrisiko vermindert werden.

  8. Peter sagt:

    Man kann auch (wie bereits in anderen Kommentaren gesagt) die These vertreten: es verunfallen anteilsmässig immer gleich viel Jogger. Damit würden in dieser Tabelle nur gezeigt, wann am meisten gejoggt wird. Und das ist auch plausibel: schaut man sich die normale Joggingzeit an (Feierabend bis früh abends), dann sinkt die Zahl jeweils in der Tendenz von Montag bis Freitag. Sieht so aus, dass am Montag alle ein schlechtes Gewissen haben und brav joggen gehen, und am Freitag ist dann wieder Party oder Faulenzen angesagt!

  9. Christof Fankhauser sagt:

    Wooaaaah, das hätte ich nie gedacht: die meisten Unfälle passieren in der Zeit, während der grösste Teil der Leute auch Zeit findet, um Sport zu machen und dies tut. Und dass 45’000 geteilt durch 9’000 fünf gibt… was für eine Überraschung! Und wahnsinnig erstaunlich, dass ausgerechnet Klöchel/Füsse, Knie und Hände von Verletzungen betroffen sind? Gratulation zum aufschlussreichsten Datenblog aller Zeiten:-)

  10. Daniel Wigger sagt:

    Wieder einmal eine völlig fehlinterpretierte Statistik: Zu diesen Zeiten passieren nicht relativ mehr Unfälle, sondern absolut! Weil zu dieser Zeit auch am meisten Jogger unterwegs sind. Viel interessanter wäre natürlich eine Statistik in Abhängigkeit der Jogger zu dieser Zeit, aber das ist natürlich schwierig zu erheben.

    Noch interessanter wäre wohl die Anzahl der Unfälle im Verlauf einer Sporteinheit, also ob die Verletzungen eher am Anfang, im Mittelteil oder am Schluss auftreten.

    Nicht immer sind die Daten, die am einfachsten zu erheben sind, auch die aussagekräftigsten.

  11. The American sagt:

    Sind mehr Jogger unterwegs so sind auch mehr Unfälle zu erwarten. Wer hätte das gedacht.

  12. Andreas Bohner sagt:

    Ich halte Waldwege für viel gefährlicher als Asphalt. Wenn man nämlich schon leicht ermüdet ist, ist die Gefahr von einem Misstritt auf einer Wurzel sehr hoch.